DFL stellt neue Verteilung der TV-Gelder vor

Profis
Donnerstag, 24.11.2016 // 14:50 Uhr

Das Präsidium der Deutschen Fußball Liga (DFL) hat sich am Donnerstagmittag einstimmig auf ein neues Modell zur Verteilung der Medieneinnahmen in den kommenden Jahren geeinigt. Der Beschluss, der für die Spielzeiten 2017/18 bis 2020/21 gilt, wurde am Donnerstag den Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga bei einer Informationsveranstaltung in Frankfurt am Main vorgestellt. Klaus Filbry, Vorsitzender der Geschäftsführung des SV Werder und Mitglied des DFL-Präsidiums, war als Vertreter der Grün-Weißen vor Ort. 

Der Schlüssel zur Verteilung der nationalen Erlöse, zu denen auch weitere Einnahmen aus der Gruppenvermarktung (z.B. der offizielle Spielball und andere Lizenz-Produkte) gehören, beinhaltet künftig weiterhin die Heranziehung einer sportlichen Fünf-Jahres-Wertung. Im Rahmen eines Vier-Säulen-Modells werden aber darüber hinaus ligaübergreifend zusätzliche Parameter einbezogen. Durch die Säule „Sportliche Nachhaltigkeit“ und die damit verbundene Einführung einer 20-Jahres-Betrachtung wird der langfristige Beitrag eines Clubs zur Entwicklung der Bundesliga und 2. Bundesliga honoriert. Die Säule „Nachwuchsförderung“ belohnt erstmals die Einsätze von U23-Spielern. Und: Durch die Säule „Wettbewerb“ wird die Attraktivität in den unterschiedlichen Tabellenregionen gezielt gefördert.

„Diese Entscheidung führt zu einer moderneren und gerechteren Verteilung der TV-Gelder. Durch die neue Verteilsystematik wird die Wettbewerbs- und Wachstumsfähigkeit der Bundesliga und 2. Bundesliga nachhaltig gestärkt. Sie besitzt viele verbindende Elemente und führt die Standpunkte der unterschiedlichen Interessengruppen ausgewogen zusammen. Es wurde eine Lösung gefunden, mit der alle Vereine zufrieden sein können“, so Klaus Filbry.

"Der einstimmige Beschluss ist ein starkes Zeichen für das funktionierende Miteinander im deutschen Profi-Fußball. Trotz teilweise höchst unterschiedlicher Interessen konnte ein Weg gefunden werden, der Leistungsprinzip und Solidarität weiter miteinander verbindet. Mit Blick auf die weitere Positiv-Entwicklung der Bundesliga und 2. Bundesliga ist es darüber hinaus das Ziel, sportliche Nachhaltigkeit und Nachwuchsförderung zu honorieren und in den unterschiedlichen Tabellenregionen Wettbewerbsimpulse zu setzen", erklärt DFL-Präsident Dr. Reinhard Rauball. 

Quelle: Bundesliga.de

Das Vier-Säulen-Modell im Detail:

Säule 1 - "Bestand"

In Säule 1 („Bestand“), die 70 Prozent der nationalen Einnahmen ausmacht, wird nach dem bekannten Schlüssel verteilt. Das heißt: Es gibt sowohl für die Clubs der Bundesliga als auch für die der 2. Bundesliga eine Fünf-Jahres-Wertung, bei der die vergangenen fünf Spielzeiten gewertet werden (im Verhältnis 5:4:3:2:1, beginnend mit der zuletzt gespielten Saison). Wie bislang, erhält in der Bundesliga der Erste dieser Wertung 5,8 Prozent der Erlöse, der Letzte 2,9 Prozent. In der 2. Bundesliga erhält der Erste 1,69 Prozent und der Letzte 0,75 Prozent.

Säule 2 - "Sportliche Nachhaltigkeit"

Säule 2 („Sportliche Nachhaltigkeit“) umfasst 5 Prozent der nationalen Erlöse. Vorgesehen ist dabei eine 20-Jahres-Wertung mit Blick auf das sportliche Abschneiden. Anders als in Säule 1, werden hier alle Spielzeiten (beginnend mit der zuletzt gespielten) gleich gewichtet. Und: Bundesliga und 2. Bundesliga werden nicht separat betrachtet, zu Grunde liegt vielmehr eine 36er-Rangliste.

Säule 3 - "Nachwuchs"

Säule 3 („Nachwuchs“) enthält 2 Prozent der nationalen Erlöse. Die Verteilung erfolgt proportional zu den Einsatzminuten in Deutschland verbandsausgebildeter U23-Spieler der aktuellen Saison. Berücksichtigung finden alle Spiele einschließlich der Saison des 23. Lebensjahres (exklusive Relegation und Nachspielzeiten). Ausländische Spieler müssen vor Vollendung des 18. Lebensjahres bei einem im Bereich des DFB befindlichen Clubs registriert sein.

Säule 4 - "Wettbewerb"

In Säule 4 („Wettbewerb“), in der 23 Prozent der nationalen Erlöse vergeben werden, erfolgt die Bewertung in den unterschiedlichen Tabellenregionen nach einer gewichteten Fünf-Jahres-Wertung (5:4:3:2:1, beginnend mit der zuletzt abgelaufenen Spielzeit) und - anders als Säule 1 - auf Basis einer 36er-Rangliste. Im Vergleich zu Säule 1 kommen dabei zudem andere Prozentsätze je Tabellenplatz zum Tragen. Die ersten sechs Clubs in dieser Säule erhalten denselben Betrag.