Nouri: "In entscheidenden Sequenzen zu sorglos“

Stimmen zum Schalke-Spiel

Die dritte 1:3-Niederlage nacheinander: Serge Gnabry und Co. unterliegen auch auf Schalke (Foto: nordphoto).
Profis
Sonntag, 06.11.2016 // 21:12 Uhr

Von Dominik Kupilas und David Steinkuhl

Die rund dreistündige Rückfahrt von Gelsenkirchen nach Bremen nutzt Cheftrainer Alexander Nouri für eine erste Analyse. „Ich werde mir das gesamte Spiel noch einmal anschauen“, verriet der Bremer Coach den anwesenden Journalisten. „Es ist wichtig, den Spielern am nächsten Tag schon das eine oder andere mit auf den Weg geben zu können.“ Dabei war der Hauptgrund für die 1:3-Auswärtsniederlage bei den Grün-Weißen schnell ausgemacht: Die Nachlässigkeiten bei den beiden ersten Gegentoren brachten den SV Werder auf die Verliererstraße. „Da waren wir zu sorglos und haben dadurch das Spiel aus der Hand gegeben. Es ärgert mich sehr, dass solche Unachtsamkeiten ein Spiel kippen können“, so Nouri weiter.

WERDER.DE hat sich nach dem Spiel in der Mixed Zone der Veltins Arena unter den Grün-Weißen umgehört und die Aussagen nachfolgend zusammengefasst:

Zum Spielverlauf:

Der Schalker Alessandro Schöpf traf doppelt gegen Felix Wiedwald (Foto: nordphoto).

Alexander Nouri: „Das ist ein bitteres Ergebnis. Wir waren 35 Minuten ordentlich im Spiel, da haben die Abläufe gepasst und der Plan ist gut aufgegangen. Aber in den entscheidenden Sequenzen waren wir einen Ticken zu sorglos. Dadurch haben wir das Spiel aus der Hand gegeben. Es ärgert mich sehr, dass die kleinen Dinge das Spiel kippen. Da müssen wir noch mehr Aufmerksamkeit an den Tag legen, müssen 90 Minuten hellwach sein und mit allen Mitteln unser Tor verteidigen.“

Frank Baumann: „Die Mannschaft hat heute vieles gut gemacht. Läuferisch kann ich den Spielern keinen Vorwurf machen, alle haben gut verteidigt und das taktische Konzept ist weitestgehend aufgegangen. Aber wir dürfen in den beiden Situationen, die zu den Gegentoren führen, nicht so nachlässig sein. Wir schaffen es noch nicht, über die gesamte Spielzeit die nötige Aufmerksamkeit zu haben, deshalb haben wir verdient verloren. Wir müssen daran arbeiten, gedanklich immer bei der Sache zu sein.“

Zlatko Junuzovic: „Wir waren einfach in den entscheidenden Momenten nicht wach genug. In der ersten Halbzeit haben wir wegen Kleinigkeiten zwei Gegentore bekommen, bis dahin waren wir eigentlich ganz gut drin. Natürlich ist die Enttäuschung groß, das sind schon wieder null Punkte. Aber wir müssen weitermachen, wir sehen ja, dass das Miteinander funktioniert. Uns hat noch kein Gegner auseinandergenommen und wir hatten auch heute das Gefühl, dass etwas geht. Es geht einfach nur, wenn wir immer bis ans Limit gehen.“

Milos Veljkovic: „Wir hätten schon mehr mitnehmen können, vor allem nach unserem guten Beginn. Dann kriegen wir unglückliche Gegentore. Wenn man als Verteidiger auf den Ball schaut, haben die Stürmer immer einen Vorteil, weil sie spekulieren können und sich schon Richtung Tor bewegen. Trotzdem können wir da schneller reagieren.“

Zur anstehenden Länderspielpause:

Fin Bartels: „Ich weiß nicht, ob die Länderspielpause jetzt wirklich ein Vorteil für uns ist. Im Grunde genommen schleppen wir das Ergebnis von heute jetzt zwei Wochen mit uns herum. Ich hoffe, wir können das schnell ausblenden. Jetzt gilt es sich schnell wieder zu fokussieren, kontinuierlich zu arbeiten. Auch wenn es hart ist, wir müssen unsere Fehler jetzt offen zu analysieren.“

Alexander Nouri: „Natürlich sind einige wichtige Spieler unterwegs, aber mit den anderen werden wir weiter fleißig sein und die Zeit nutzen, um an den Fehlern zu arbeiten. Wir haben einen Weg eingeschlagen, von dem wir absolut überzeugt sind und den wir beharrlich weitergehen wollen.“

Frank Baumann: „Wenn wir jedes Spiel drei Gegentore bekommen, dann wird es schwierig. Das wissen wir und daran werden wir auch in den kommenden Wochen intensiv arbeiten.

Zur Rückkehr von Claudio Pizarro:

Feierte sein Saisondebüt: Claudio Pizarro (Foto: nordphoto).

Frank Baumann: „Wir freuen uns über die Rückkehr von Claudio. Das wird uns weitere Möglichkeiten in der Offensive geben, aber wir wissen auch, dass es dann kein Selbstläufer wird.“

Santiago Garcia: „Ich habe mich sehr gefreut, dass Claudio heute wieder spielen konnte. Die Gegner haben schon Respekt, wenn er eingewechselt wird. Wenn demnächst auch noch Max Kruse und Philipp Bargfrede zurückkehren, sind wir eine andere Mannschaft.“

Zlatko Junuzovic: „Von Claudios Routine und seiner Cleverness profitieren alle von uns. Er gibt uns eine gewisse Sicherheit, man kann ihn in fast jeder Situation anspielen und es passiert was Gutes. Wir brauchen wirklich jeden Spieler, der jetzt zurückkommt. Das heizt den Konkurrenzkampf an, denn jeder muss jetzt in jedes Spiel gehen, als wäre es das Letzte.“

Milos Veljkovic: „Claudio hat eine immense Bedeutung für uns. Er strahlt einfach Erfahrung aus. Du gibst ihm den Ball und man weiß, er macht was draus.“

Zu Serge Gnabry:

Zlatko Junuzovic: „Serge strotzt vor Selbstvertrauen, das merkt man. Er hat einfach das Tempo und die Lockerheit, ist sehr oft nur schwer zu stoppen. Seine Nominierung hat er sich über die letzten Wochen wirklich verdient.“

Frank Baumann: „Wir freuen uns sehr, dass Serge nominiert ist. Diese Nominierung hat er sich in den letzten Wochen hier bei Werder sowie davor bei den Olympischen Spielen verdient. Er ist mit seiner Entwicklung aber noch nicht am Ende, wir freuen uns darauf, diesen Weg weiter mit ihm zu gehen.“