"Die ganze Brutalität des Sports"

Stimmen zum Spiel

Die Werder-Profis wollen das Positive aus der Leistung ziehen (Foto: nordphoto).
Profis
Mittwoch, 21.09.2016 // 23:41 Uhr

Von Dominik Kupilas, Maximilian Prasuhn und David Steinkuhl

Unmittelbar nach Abpfiff rief Interimscoach Alexander Nouri seine Mannschaft im Mittelkreis des Weser-Stadions zusammen und sendete damit nur wenige Augenblicke nach der enttäuschenden 1:2-Niederlage eine Botschaft. „Ich habe der Mannschaft gesagt, dass sie alles gegeben hat und ich voll hinter ihr und der Leistung stehe. Wir können viel Positives aus diesem Spiel mitnehmen, auch wenn es sich heute Abend natürlich sehr bitter anfühlt. Da haben wir die ganze Brutalität des Sports zu spüren bekommen“, so der 37-Jährige. Eine Botschaft hatte Nouri im Vorfeld auch von seinen Spielern verlangt und konnte hinterher feststellen, dass die „Message rübergekommen ist. Die Mannschaft hat mit ihrem Auftritt gezeigt, dass sie gewillt ist zu fighten und jeden Zweikampf annimmt. Damit haben wir die Zuschauer auf unsere Seite gebracht.“

Wären doch nur nicht die letzten fünf Minuten gewesen, in denen die Gäste aus Mainz zunächst den Ausgleich und schließlich sogar noch den Siegtreffer markieren konnte. „Der Trainer hat uns Mut zugesprochen, hat uns mitgerissen und viel Schwung reingebracht. Leider haben vier Minuten gefehlt, das ist sehr enttäuschend“, brachte es Zlatko Junuzovic anschließend auf den Punkt.

WERDER.DE hat sich nach dem Spiel in der Mixed Zone des Weser-Stadions unter den enttäuschten Werderanern umgehört und die Reaktionen im Folgenden zusammengefasst:

Zum Spielverlauf:

Alexander Nouri: „Das Spiel hat die komplette Klaviatur der Gefühle bedient. Wir hatten in Hälfte zwei die Riesenchance auf das 2:0 und waren nah dran uns zu belohnen, sind dann aber bitter bestraft worden. Ein großes Kompliment an die Jungs, sie haben über weite Strecken mit viel Herz gespielt und viel Aufwand betrieben. Jetzt gilt es die positiven Dinge rauszunehmen und uns daran wieder aufzurichten.“

Clemens Fritz: „In der zweiten Hälfte haben wir uns zu sehr hinten reindrücken lassen. Im ersten Durchgang haben wir das deutlich besser gemacht. Letztendlich haben wir 85 Minuten gut gestanden und wenig zugelassen. Das muss man über 90 Minuten umsetzen. Wir sahen lange Zeit als der sichere Sieger aus, dann muss man auch der sichere Sieger sein."

Der Treffer von Izet Hajrovic reichte am Ende nicht für einen Sieg (Foto: nordphoto).

Izet Hajrovic: „Jeder ist für jeden gelaufen, mit den Fans im Rücken haben wir leidenschaftlich gespielt. Das ist nun ein herber Rückschlag für uns. Das war trotzdem eine sehr gute Leistung, darauf können wir aufbauen.“ 

Zlatko Junuzovic: „Das heutige Spiel spiegelt unsere Situation wider. Vor dem Spiel waren wir verunsichert, sind dann in Führung gegangen und wollten das 1:0 bis zum Schluss verteidigen. Das wir in den letzten fünf Minuten zwei Gegentore kassieren, darf nicht passieren. Aber auf der Teamleistung können wir aufbauen, jeder war für den anderen da, hat die Fehler des Mitspielers ausgebügelt. Wir haben jetzt nicht viel Zeit bis zum nächsten Spiel, müssen die positiven Dinge von heute mitnehmen.“

Zum Einfluss von Alexander Nouri:

Florian Grillitsch: „Er hat uns gut eingestellt und viele Gespräche mit uns geführt. Das hat uns ziemlich motiviert. Wir haben auch an der Taktik geschraubt und heute ein ganz anderes Gesicht gezeigt.“

Izet Hajrovic: „Als Mensch hat er alle überzeugt. Die Einzelgespräche mit ihm brachten uns Mut und freie Köpfe. „Er hat uns gut motiviert, vor allem direkt vor dem Spiel. Das war Gänsehaut pur, jeder wollte einfach nur rausgehen und alles geben und sich den Arsch aufreißen.““

Clemens Fritz: „Alex hat viele Gespräche mit uns geführt und uns sehr gut auf das heutige Spiel eingestellt.“

Frank Baumann: „Wir wissen um die Qualitäten von Alex. Wir hatten uns von ihm einen Impuls erhofft und den konnte man heute sehen.“

Zur Tabellensituation:

Florian Grillitsch: „Klar hätten wir lieber schon Punkte geholt. Wir schauen nach vorne und wollen es am Wochenende gegen Wolfsburg besser machen.“

Izet Hajrovic: „In dieser Situation können wir nicht alles schönreden. Trotzdem: Wenn wir diese Leistung beibehalten, werden wir die Punkte holen.“

Frank Baumann: "Der Frust ist natürlich groß, wenn man für den Aufwand nicht belohnt wird. Bei aller Freude über die gute Leistung muss man auch die Punkte holen, aber das werden wir."

Zum Tribünen-Verweis von Alexander Nouri:

Wolfgang Stark schickte Nouri in der 88. Minute auf die Tribüne (Foto: nordphoto).

Alexander Nouri: „Den genauen Grund dafür kann ich leider auch nicht geben, ich weiß absolut nicht was der Schiedsrichter da gesehen haben will. Ich habe in den Schlussminuten einfach nochmal versucht meine Jungs zu motivieren, sie mit Gesten voranzutreiben.“

Florian Grillitsch: "Balogun schirmt den Ball ab, lässt sich dann fallen und probiert, ein Foulspiel zu ziehen. Danach spielt er den Ball klar mit der Hand. Der Linienrichter sieht das dann nicht und dann ist es klar, dass man sich aufregt."

Frank Baumann: „Diese Herausstellung war nicht gerechtfertigt. Es ist schade, dass er dadurch die Mannschaft in den letzten Minuten nicht vom Spielfeldrand coachen konnte.“