"Ein kleiner, aber wichtiger Schritt"

Die Stimmen zum Mainz-Spiel

Theodor Gebre Selassie und Co. freuten sich über wichtige drei Auswärtspunkte in Mainz (Foto: nordphoto).
Profis
Samstag, 18.02.2017 // 20:07 Uhr

Von Yannik Cischinsky und David Steinkuhl

Noch lange dem Schlusspfiff feierten die rund 3.700 mitgereisten Zuschauer im Gästeblock ihre Mannschaft. Die Erleichterung nach den ersten Punkten im Jahr 2017 war förmlich greifbar, Frank Baumann fielen "gleich mehrere Steine vom Herzen". Beim 2:0-Auswärtserfolg in der Mainzer OPEL Arena zeigte die Mannschaft, wie viel man mit Kampf und Leidenschaft gepaart mit spielerischer Klasse erreichen kann. Dass man den ersten Sieg im neuen Jahr nicht zu hoch hängen sollte, machten die Verantwortlichen aber ebenso deutlich. "Wir wissen, dass es heute ein kleiner, aber wichtiger Schritt war, aber es müssen noch viele weitere solcher Schritte folgen", wusste Werder-Coach Alexander Nouri nach dem Abpfiff. Die richtige Richtung ist damit aber erstmal eingeschlagen.

Auch unter den Spielern war die Stimmung nach dem Abpfiff gelöst, um die Wichtigkeit der Bestätigung dieser Leistung in der kommenden Bundesliga-Partie beim VfL Wolfsburg wusste aber jeder genauso gut. WERDER.DE hat sich im Anschluss an den ersten Dreier 2017 in der Mixed Zone umgehört und die Aussagen der Beteiligten im Folgenden zusammengefasst.

Zum Spielverlauf:

Werder zeigte vor allem in der zweiten Hälfte eine starke kämpferische Leistung (Foto: nordphoto).

Serge Gnabry: „Wir hatten vier Niederlagen in Folge, alle haben uns niedergeredet. Es war wichtig, dass wir heute wieder aufgestanden sind. Wir uns vorgenommen kompakt zu stehen, den Gegner spielen zu lassen und eigene Kontersituationen vorzubereiten. Wir haben wenig zugelassen, standen gut. haben die frühe Führung nicht wieder hergegeben wie zum Beispiel gegen Augsburg. Wir haben bis zum Ende gekämpft und – auch wenn wir zwischendurch gewackelt haben – das Ergebnis gehalten. Diesen Sieg haben wir uns verdient.“

Felix Wiedwald: „Die zwei frühen Tore haben uns in die Karten gespielt, in unserer aktuellen Situation gibt das enormen Rückenwind. Wir haben wenig zugelassen unsere Stärken super ausgespielt. Mit einem positiven Ergebnis fällt es natürlich leichter, in die Woche zu gehen. Wir fahren mit einem Lächeln nach Hause.“

Theodor Gebre Selassie: „Wir sind sehr froh über die drei Punkte. Beim 1:0 ist Serge selber überrascht, dass er plötzlich so köpfen kann. Das zweite Tor macht Thomas einfach super, wir haben vor zwei Tagen im Training Freistöße geübt und da hat er schon zwei von drei Dingern genauso reingehauen. Stark, dass es dann auch im Spiel so klappt. Vielleicht waren wir in der zweiten Hälfte etwas zu defensiv aber am Ende steht die Null. Zwei Auswärtstore sind auch genug im Auswärtsspiel, wenn man so gut verteidigt.“

Robert Bauer: „Wir waren super eingestellt, man hat vom ersten Moment an gemerkt, dass wir brennen. Die spielerische Klasse hat uns in den letzten Wochen nie jemand abgesprochen. Heute hat man aber gesehen, dass Werder auch kämpfen kann.“

Max Kruse: „Wir haben in der ersten Hälfte frei aufgespielt und uns einfach von der Kritik der letzten Wochen nicht beeinträchtigen lassen. Ich bin noch davon entfernt, sagen zu können, dass wir jetzt fußballerisch vollkommen überzeugt haben, dafür haben wir nach dem 2:0 noch zu viele lange Bälle gespielt und zu wenige Situationen spielerisch gelöst. Da gibt es auf jeden Fall noch einen Punkt, wo man ansetzen kann.“

Frank Baumann: „Von vorne bis hinten waren das sehr, sehr gute Leistungen von allen. Heute hatten wir bei den Standards das bisschen Spielglück, was uns zuletzt immer mal wieder gefehlt hat. Kurios natürlich, dass mit Serge gerade unser Kleinster per Kopf trifft, wahrscheinlich hat ihm das sein Olympia-Trainer beigebracht. Dann war es wichtig, dass Thomas direkt hat nachlegen können. Wir haben heute wieder viele der Qualitäten gezeigt, die uns in den guten Spielen vor dem Jahreswechsel schon ausgezeichnet hat. Wir verfallen jetzt nicht in Euphorie, aber es ist in jedem Fall ein gutes Gefühl.“

Zur Verletzung von Thomas Delaney:

Alexander Nouri: "Er wurde mit dem Verdacht auf eine Gehirnerschütterung ins Krankenhaus gebracht. Das war eine Schocksekunde. Wir drücken natürlich die Daumen, dass es nicht allzu schlimm ist und so schnell wie möglich wieder fit ist."

Clemens Fritz: „Ein längerer Ausfall wäre sehr schmerzlich für unser Team, das hat man auch heute wieder gemerkt. Aber Thomas ist ein zäher Hund, es bleibt einfach zu hoffen, dass die Verletzung nicht ganz so schwerwiegend ist.“ 

Zur Diskussion um Alexander Nouri:

Alexander Nouri motivierte die Mannschaft vor und während der Partie optimal (Foto: nordphoto).

Alexander Nouri: „Das sind Spekulationen im Umfeld. Für mich sind Fakten entscheidend, wie das Verhältnis zur Mannschaft ist und zu allen, mit denen ich zusammenarbeite. Mir macht es Spaß mit den Jungs zu arbeiten, die Bindung zur Mannschaft fühlt sich gut an, die Gespräche geben mir Kraft. Wir geben alle unser Bestes für den Klub, das ist entscheidend. Es geht hier um den Verein und nicht um einzelnen Personen.“

Frank Baumann: „Eine Trainerdiskussion haben wir nie gehabt, es hängt immer davon ab, was die Medien daraus machen, das gilt auch nach diesem Sieg. Man hat genau gesehen, wie Alex es mal wieder unter der Woche geschafft hat, dass sich das Team das nötige Selbstvertrauen holt, um so eine Leistung hier heute abliefern zu können.“

Robert Bauer: „Er war der Grund, dass wir hier heute so gut eingestellt waren und diese Leidenschaft an den Tag gelegt haben. Natürlich ist er der richtige Trainer für uns, was hätte das besser belegen können, als unsere Leistung am heutigen Tag?“

Zu den kommenden Aufgaben:

Serge Gnabry: „Mit dem heutigen Sieg im Rücken gehen wir mit deutlich gesteigertem Selbstbewusstsein in das Wolfsburg-Spiel. Wir haben in dieser Woche hart gearbeitet und werden auch kommende Woche hart für einen Erfolg arbeiten. Hoffentlich klappt das dann am Freitag wieder so gut.“

Zur Eckenvariante:

Serge Gnabry: „Ich bin einfach ein Kopfballtalent (lacht). Das war nicht einstudiert. Wir haben das vor dem Spiel kurz besprochen und es hat tatsächlich keiner damit gerechnet. Es freut mich sehr, dass es geklappt hat.“

Zur taktischen Umstellung:

Alexander Nouri: „Wir wollten die Flügel doppelt besetzen, aus einer kompakten Defensive mit zwei Sechsern heraus agieren und die eigenen Umschaltmomente akzentuieren. Das hat meiner Meinung nach sehr gut funktioniert, weil wir sehr diszipliniert gespielt haben.“