"Mit dem Punkt können wir leben"

Stimmen zum Spiel gegen den 1. FC Köln

Ausgeglichen und umkämpft: Philipp Bargfrede und Marco Höger teilten am Ende die Punkte (Foto: nordphoto).
Profis
Samstag, 17.12.2016 // 20:17 Uhr

Von Yannik Cischinsky und David Steinkuhl

Vier Spiele in Folge hat der SV Werder nicht verloren. Von einer gelungenen Serie wollte Frank Baumann noch nicht sprechen, mit dem Punktgewinn aus dem letzten Heimspiel des Jahres gegen starke Kölner zeigte sich der Geschäftsführer Sport aber dennoch zufrieden. „Damit können wir leben“, wählte Baumann eine Formulierung, die aus dem Mund fast aller Werderaner an diesem Abend zu hören war. 

„Es war wichtig, dass wir unsere kleine Serie fortsetzen und zuhause etwas holen“, sagte Torschütze Serge Gnabry, der mit seinem Treffer die Grün-Weißen wieder ins Spiel gebracht hatte. Dabei war vor allem die taktische Neuausrichtung nach dem Seitenwechsel ausschlaggebend dafür, dass fast alle Protagonisten im Anschluss an die Partie von einem verdienten Punktgewinn sprachen.

WERDER.DE fasst die Stimmen zu den Themen des Abends zusammen.

Zum Spielverlauf:

Fritz und Bargfrede diskutieren schon während im Hintergrund noch der Ausgleich bejubelt wird (Foto: nordphoto).

Alexander Nouri: „Die erste Halbzeit war nicht gut, wir hatten wenig Zugriff und kaum klare Aktionen. Danach haben wir dann mutig nach vorne gespielt und müssen eigentlich in der starken Viertelstunde nach der Pause das zweite Tor erzwingen. Ich hatte immer das Gefühl, dass noch mehr drin gewesen wäre, aber unter dem Strich bin ich mit dem Punkt schon ganz zufrieden.“

Fin Bartels: „In der ersten Hälfte haben wir uns sehr schwer getan Zugriff zu bekommen. Köln hatte immer Überzahl im Mittelfeld. Das lief nicht so ganz, wie wir uns das vorgestellt haben. Nach der Pause haben wir das dann deutlich besser gemacht, sodass das am Ende ein gerechtes Unentschieden war.“

Robert Bauer: „Wir sind schwer reingekommen und waren von der Kölner Spielweise auch ein stückweit überrascht. In der Halbzeit hat der Trainer dann nochmal an unseren Kampfgeist appelliert und mit der Systemumstellung auf eine Dreier- beziehungsweise Fünferkette haben wir uns dann auch deutlich stabilisiert.“

Niklas Moisander: „Es war ein sehr enges Spiel. Köln war speziell im ersten Durchgang sehr gut organisiert, hat uns gut unter Druck gesetzt, da hatten wir Probleme. Nach der Halbzeit hatten wir einige Halbchancen, aber das Spiel hätte nach dem 1:1 in beide Richtungen kippen können. Ich denke, ein Remis ist das richtige Ergebnis.“

Zur Elfmetersituation in der Schlussphase:

Robert Bauer: „Ich bin erst in einen anderen Zweikampf verwickelt, komme dann gegen Höger etwas zu spät und trete ihm auf dem Fuß. Ich denke schon, dass man da Elfmeter geben kann, glücklicherweise hat der Schiedsrichter das nicht gesehen.“

Alexander Nouri: „Robert steht da mit seinem Fuß schon auf dem Fuß von Höger, da kann man sicher auch mal Elfmeter pfeifen. Bei der Geschwindigkeit ist das aber schwer immer die richtige Entscheidung zu treffen, dennoch muss ich zugeben, dass wir da etwas Glück hatten.“

Frank Baumann: „Ich konnte die Situation leider weder im Spiel noch im Fernsehen sehen und sie daher nicht beurteilen. Wenn Robert ihn getroffen haben sollte, war das natürlich Glück. Es gab im Spiel aber einige Entscheidungen, die man in beide Richtungen hätte auslegen können.“

Zur Systemumstellung:

Mit der Umstellung auf eine Dreierkette wurde die Werder-Defensive stabiler (Foto: nordphoto).

Alexander Nouri: „Von der Raumaufteilung hat sich durch die Umstellung eigentlich weniger geändert, mit der Dreierkette hatten wir aber eine deutlich klarere Zuordnung als zuvor. Man hat schon gesehen, dass uns das auf jeden Fall geholfen hat. Wir wollen uns jetzt Stück für Stück mehr Fleixibilität im System erarbeiten, aber das benötigt natürlich in erster Linie Zeit.“

Frank Baumann: „Wir haben schon ein paarmal zuvor in der Schlussphase des Spiels auf eine Dreierkette umgestellt, so früh wie heute aber noch nicht. Die Umstellung hat auf jeden Fall geholfen.“

Serge Gnabry: „Köln hat das Spiel dominiert und wir hatten Probleme mit ihrer Taktik. Wir sind erst nach den taktischen Umstellungen in der Halbzeit richtig ins Spiel gekommen. Bis dato hatten es unsere Sechser immer mit drei Gegenspielern zu tun. Nach der Pause hatten wir besseren Zugriff, waren den Kölnern im Mittelfeld zahlenmäßig ebenbürtig.“

Robert Bauer: „Im Spiel hat uns das ganz gut getan, nach der Pause waren wir defensiv stabiler. Generell ist es ganz gut mehrere Systeme parat zu haben. Wir haben im Trainingslager jetzt genug Zeit das zu optimieren. Ich selber spiele zwar etwas defensiver, weil ich den rechten Part in der Dreierkette übernehme, aber das gefällt mir genauso gut wie die Rechtsverteidigerposition, da kommt meine Zweikampfstärke mehr zur Geltung.“

Zum letzten Pflichtspiel des Jahres:

Fin Bartels: „Hoffenheim hat noch kein Spiel verloren und auch gestern wieder starken Fußball gezeigt. Das wird nochmal richtig schwer, aber in Berlin haben wir das auch geschafft. Wir müssen noch einmal so auftreten wie dort.“

Robert Bauer: „Die letzten Ergebnisse machen mich optimistisch was Hoffenheim angeht. Wir haben jetzt vier Spiele nicht verloren, ich denke wir können da selbstbewusst und mit breiter Brust hinfahren. Ich bin mir relativ sicher, dass wir da auch etwas mitnehmen werden, wenn wir mit einer ähnlichen Einstellung wie in der zweiten Halbzeit antreten.“

Frank Baumann: „Hoffenheim ist der klare Favorit, aber wir wollen uns wehren. Wir müssen alle Kräfte mobilisieren, konzentriert sein und selbstbewusst auftreten. Es ist klar, dass Hoffenheim uns alles abverlangen wird.“

Serge Gnabry: „Das wird ein hartes Spiel. Hoffenheim spielt ein ähnliches System wie Köln, aber wir hoffen dennoch, dass wir punkten können. Wir haben als Team zusammengefunden und spielen besseren Fußball.“

Niklas Moisander: „Auch in Hoffenheim ist alles möglich. Wir haben in Berlin gezeigt, was passieren kann, wenn keiner mit uns rechnet.“