Frank Baumann: "Unterm Strich zu wenig"

Die Stimmen zum Freiburg-Spiel

"Ein leichter Rückschlag" - auch gegen den zweiten Aufsteiger Freiburg blieb Werder ohne Punkte (Foto: nordphoto).
Profis
Samstag, 29.10.2016 // 19:30 Uhr

Von Dominik Kupilas und Maximilian Prasuhn

Das war nicht der Tag des SV Werder. Anstatt mit einem Sieg ins gesicherte Mittelfeld vorzudringen, müssen die Grün-Weißen ihren Blick nun wieder nach unten richten. Nicht zuletzt deshalb war die 1:3-Heimniederlage gegen den SC Freiburg ein Rückschritt. „Das war ein gebrauchter Tag. Wir sind heute überhaupt nicht so aufgetreten, wie wir uns das vorgenommen hatten,“ zeigte sich Fin Bartels nach der Partie selbstkritisch. Frust und Enttäuschung herrschte im Lage des SV Werder vor allem über die Leistung im ersten Durchgang. „Da haben wir eine katastrophale Leistung gezeigt“, resümierte Kapitän Clemens Fritz stellvertretend für das gesamte Team. „Unterm Strich war die gezeigte Leistung nicht wie wir es uns vorgestellt haben. Das war einfach zu wenig“, brachte es Geschäftsführer Frank Baumann auf den Punkt.

WERDER.DE hat sich nach dem Spiel in der Mixed-Zone des Weser-Stadions umgehört und nachfolgend zusammengefasst, wie die Werder-Profis die Niederlage eingeordnet haben:

Zum Spiel:

Frank Baumann: „Das war heute unterm Strich einfach zu wenig. Aber die Mannschaft ist selbstkritisch. In der Bundesliga geht es nicht von alleine, man muss immer Vollgas geben. Insbesondere in der Defensive müssen wir in den entscheidenden Situationen noch konsequenter werden. Da sind wir – wie schon in Leipzig – in Überzahl, schaffen es aber nicht, den Gegner am Abschluss zu hindern. In Ballbesitz haben uns heute aber auch die Lösungen gefehlt. Dieses Spiel zeigt, dass wir noch viel zu tun haben.“

Alexander Nouri: „Die Erwartungen an uns waren heute sehr hoch. Es tut mir leid, dass wir die heute nicht erfüllen konnten. Wir sind vor allem enttäuscht über die erste Halbzeit. Da waren wir in beide Richtungen nicht kompakt genug, konnten leider nicht das auf den Platz bringen, was wir die letzten Wochen geleistet haben. In den vergangenen Spielen habe ich nicht nur Gutes und heute nicht nur Schlechtes gesehen. Jedes Spiel müssen wir an unser Limit gehen, um etwas mitzunehmen, das ist die heutige Erkenntnis. Wir haben in den letzten Wochen eine Basis gelegt. Die hat heute einen kleinen Kratzer bekommen, aber ist nicht eingestürzt. Die Lehren, die wir aus dem heutigen Spiel ziehen, müssen sehr groß sein.“

Der von Junuzovic bezeichnete "Genickbruch": das 1:3 durch Abrashi (Foto: nordphoto).

Clemens Fritz: „Wir haben eine katastrophale erste Halbzeit gespielt. Da waren wir nicht in den Zweikämpfen, haben keine Laufbereitschaft an den Tag gelegt und sind die Räume nicht gut angelaufen. Zuletzt sind wir in den Spielen bis an unsere Grenzen gegangen und sogar noch darüber hinaus. Das hat heute alles gefehlt. Vielleicht haben wir gedacht, dass es heute gegen Freiburg, die auswärts bis dahin nichts geholt haben, schon irgendwie klappen wird. Aber wenn wir nicht jede Woche alles raushauen, dann gewinnen wir kein Spiel.“

Felix Wiedwald: „Wir sind gut ins Spiel reingekommen, hatten gute Chancen. Wie das dann häufig so ist, galt auch heute: ‚Wenn du die Chancen vorne nicht machst, kriegst du sie hinten‘. Nach dem Anschluss kamen wir nochmal gut ran, kriegen dann so ein abgefälschtes Ding rein.“

Zlatko Junuzovic: „Die erste Halbzeit war einfach schlecht. Wir waren oft nicht so konsequent, haben nachgelassen. Beim Einwurf vor dem Tor müssen wir nah dran sein. Wir sind in der Überzahl und das darf dann so nicht passieren. Zweite Halbzeit war das schon etwas besser. Das 1:3 war dann unser Genickbruch.“

Fin Bartels: „Das war ein gebrauchter Tag. Wir sind heute überhaupt nicht so aufgetreten, wie wir uns das vorgenommen hatten. Nach gutem Beginn haben wir kaum weitere Chancen erspielt und Freiburg macht aus sehr wenigen Chancen die Tore. Wir haben bis zum Ende alles versucht, aber uns haben heute die Lösungen gefehlt. Wir wussten, dass solche Rückschläge kommen werden und müssen jetzt intensiv weiterarbeiten.“

Zur aktuellen Situation:

Frank Baumann: „Wir müssen kritisch analysieren, woran es lag. Das Chancenverhältnis war ausgeglichen, trotzdem gehen wir mit einem 0:2 in die Kabine. Wir haben Gegentore bekommen, die wir in der Gemeinschaft verursacht haben.“

Felix Wiedwald: „Zurzeit stehen wir unten drin, das sieht man beim Blick auf die Tabelle. Wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken, müssen uns aufrappeln. Wenn wir in nächster Zeit den Laden hinten dicht kriegen und vorne die Chancen machen, dann punkten wir auch wieder.“

Clemens Fritz: "Die Situation gegen die Abstiegskämpfe zu spielen, ist nicht neu für uns. Aber das war heute nicht nur ein Schritt zu wenig, das waren einige Schritte zu wenig. Deshalb müssen wir uns als Team hinterfragen, jeder einzelne Spieler. Wir wissen, dass wir Qualität und Mentalität in der Mannschaft haben, das macht mir Mut für das kommende Spiel auf Schalke. Aber in den nächsten Tagen sollten wir zunächst das heutige Spiel intensiv aufarbeiten."

Zur Mentalität der Grün-Weißen

Direkt nach Abpfiff formierten die Werder-Profis einen Kreis, sprachen sich Mut für die kommenden Aufgaben zu (Foto: nordphoto).

Alexander Nouri: „Wir haben heute viele Sachen, die wir in den letzten Wochen schon viel besser gemacht haben, vermissen lassen. Freiburg war aktiver und aufmerksamer, hat das gemacht, was wir uns eigentlich vorgenommen haben. Wir wussten, was auf uns zukommt, aber die Tugenden müssen wir jedes Training und jeden Spieltag an den Tag legen. Wir müssen uns gegenseitig mehr coachen, müssen die Intensität des Spiels für uns nutzen.“

Clemens Fritz: "Wir müssen in jedem Spiel alles investieren. Wir sind heute nicht ans Limit gegangen und dann reicht das nicht. Wir müssen kritisch mit dem Spiel umgehen. Jeder weiß, dass das zu wenig war."

Zlatko Junuzovic: "Wir müssen auf den Zug aufspringen, uns wieder gegenseitig zu unterstützen. Die Mentalität und Leidenschaft müssen wir uns wieder holen, denn das ist unsere Stärke. Heute habe ich diese Spannung nicht gespürt, das muss sich jeder ankreiden. Jeder muss geil darauf sein, den anderen zu unterstützen und giftig zu sein."

Zur Verletzung von Sané

Frank Baumann: „Ich kann leider noch keine Diagnose geben, aber Lamine wurde hier untersucht und es ist eine Verletzung an dem Knie. Jetzt folgen noch weitere Untersuchungen.“