Nouri: "Enttäuschung groß, Ergebnis bitter"

Stimmen zum Frankfurt-Spiel

Mit der Hereinnahme von Alex Meier wachte die Eintracht-Offensive auf - und Werder verlor immer mehr den Zugriff (Foto: nordphoto).
Profis
Sonntag, 20.11.2016 // 21:32 Uhr

Von Dominik Kupilas und David Steinkuhl

Eine gute erste Halbzeit, ein schneller Ausgleich nach der Pause und am Ende die vierte Niederlage in Folge. Dass es ein Sonntagsschuss in der Schlussminute ist, der dem SV Werder die nächste schmerzhafte Pleite zufügte, passt zur momentanen Situation der Grün-Weißen. Vor allem die letzte Konsequenz in der Schlussphase kostete Werder zuletzt regelmäßig wichtige Punkte. Dazu kommt dann auch noch das Pech, dass einem 18-Jährigen gleich in seinem ersten Spiel ein solches Tor gelingt, wie Aymen Barkok kurz vor dem Abpfiff. Von Ausreden machte nach der Partie allerdings kein Werder-Profi Gebrauch - jeder der Akteure wusste sehr wohl, wo die Fehler im eigenen Spiel lagen und was die Stunde vor dem anstehenden Nordderby geschlagen hat.

WERDER.DE hat Stimmen der Bremer Spieler nach der bitteren Pleite gegen die Frankfurter Eintracht gesammelt und im Folgenden zusammengefasst:

Zum Spielverlauf:

Gerade in der zweiten Hälfte waren die Bremer oft zu weit weg von ihren Gegenspielern (Foto: nordphoto).

Alexander Nouri:Die Enttäuschung ist groß, das Ergebnis bitter. Wir haben heute eine ordentliche erste Halbzeit gespielt und sind verdient in Führung gegangen. Durch das Billardtor in der 52. Minute werden wir dann eiskalt bestraft. Danach hatten wir selbst noch zwei, drei gute Möglichkeiten, das Spiel für uns zu entscheiden. Das ist uns leider nicht gelungen. Und in der 90. Minute trifft der Frankfurter den Ball nach dem leichtfertigen Ballverlust perfekt. Das ist bitter und zeigt, dass man in der Bundesliga bis zur letzten Sekunde hellwach und hochkonzentriert sein muss und das jede Angriffsfläche eiskalt ausgenutzt wird.

Florian Grillitsch: „Es ist extrem bitter, wieder in der letzten Minute die Punkte herzugeben und mit leeren Händen dazustehen. In der ersten Halbzeit haben wir vieles richtig gemacht, nach der Pause dann keinen richtigen Zugriff mehr bekommen. Da haben wir nicht in die Zweikämpfe gefunden und waren oft einen Schritt zu spät. Und dann haben die Frankfurter die Qualität, das auszuspielen.“

Niklas Moisander: „Eine ganz bittere Partie für uns, das muss eine Frage des Selbstvertrauens gewesen sein. In der Pause haben wir uns fest vorgenommen, so weiterzumachen wie zuvor. Nach dem Ausgleich haben wir dann alle unser Selbstbewusstsein so ein bisschen verloren.“

Max Kruse: „Wenn du in der ersten Halbzeit eine gute kämpferische Leistung zeigst, dann musst du das in der zweiten Hälfte auch tun, wenn du gegen so einen Gegner gewinnen willst. Nach der Pause waren wir nicht mehr eng genug an den Männern und insgesamt hat uns auf einmal die Griffigkeit gefehlt. Vor dem 1:2 verliere ich natürlich in einer blöden Position den Ball und verhalte mich dann auch im Zweikampf nicht optimal. Dass der Frankfurter den dann so reinschlenzt, ist dann das gewisse Pech, das uns mal wieder ereilt."

Zum Comeback von Pizarro, Kruse und Bargfrede:

Spielte beim Bundesliga-Comeback die kompletten 90 Minuten: Max Kruse (Foto: nordphoto).

Niklas Moisander: „Die Rückkehr der drei war sehr wichtig für uns. Ab und zu konnte man schon sehen, dass das nochmal eine höhere Qualität mit ins Spiel bringt. Zu dem gewünschten Resultat hat das heute aber leider nicht geführt.“

Max Kruse: „Ich glaube, wir haben phasenweise schon gute Aktionen in Richtung gegnerisches Tor zustande gebracht, aber da ist noch deutlich mehr drin. Ich hoffe, dass jedem klar war, dass Claudio und ich jetzt nicht sofort den großen Werder-Sturmlauf starten und wir ab jetzt jeden Gegner bezwingen werden. Wir müssen im gesamten Verbund besser werden, sowohl vorne als auch hinten.“

Frank Baumann: „Man konnte heute schon die Qualität der Spieler sehen, aber die drei brauchen noch Zeit. Sie haben das ordentlich gemacht und werden uns weiterhelfen, wenn sie länger dabei sind.“

Alexander Nouri: „Es war heute schon zu sehen, dass sie uns weiterhelfen werden. Claudio, Max und später auch Philipp haben unser Spiel belebt und Elemente reingebracht, die uns gut tun. Wir sind froh, dass sie wieder dabei sind, aber wir müssen den Jungs noch Zeit geben.“

Zur Situation und den kommenden Wochen:

Niklas Moisander: „Die nächsten Spiele sind unglaublich wichtig. Irgendwie muss es uns gelingen, unser Selbstvertrauen zurückzugewinnen, denn die beiden kommenden Spiele sind für den gesamten Saisonverlauf von riesiger Bedeutung. Wir müssen beide Partien gewinnen, da bleibt uns keine andere Wahl.“

Frank Baumann: „Wir müssen das Spiel vernünftig analysieren und unsere Schlüsse daraus ziehen. Wir haben heute gegen eine gute Mannschaft auch viele ordentliche Dinge gesehen, die müssen wir mitnehmen und dann mit neuem Elan und neuer Überzeugung ins Derby gehen.“

Alexander Nouri: „Natürlich wünschen wir uns alle eine andere Situation, aber wir müssen uns durch harte Arbeit das Selbstvertrauen zurückholen. Ich glaube an das Team und bin voller Überzeugung, dass wir uns für die eingeleiteten Schritte bald wieder belohnen werden. Wir müssen weiter daran arbeiten, die Fehler zu minimieren und müssen die Überzeugung aufrecht erhalten. Im Hinblick auf das Nordderby bedarf es keiner großen Worte.“

Florian Grillitsch: „Wer vor einem Derby nicht motiviert ist, der hat den Fußball nie geliebt. Das wird ein richtig schweres Spiel für uns. Wir brauchen jetzt eine gute Trainingswoche und müssen das Positive aus der ersten Halbzeit heute irgendwie mitnehmen und daran anknüpfen, dann ist in Hamburg alles möglich.“