Zwischen Stolz und Enttäuschung

Die Stimmen zum Bayern-Spiel

Gegen Thomas Delaney und Co. gerieten die Bayern mehrfach ins Straucheln (Foto: nordphoto).
Profis
Samstag, 28.01.2017 // 20:24 Uhr

Von Dominik Kupilas und David Steinkuhl

Herz, Moral, Mut und Kampf bis zur letzten Minute – der SV Werder hat gegen den FC Bayern München ein leidenschaftliches Spiel gezeigt und war gegen den Rekordmeister nah dran an einem Punktgewinn. Am Ende mussten sich die Grün-Weißen - wie schon in der Vorwoche - knapp mit 1:2 geschlagen geben. „In gewisser Weise war das ein Déjà-Vu zur vergangenen Woche, es waren viele Parallelen zum letzten Samstag zu erkennen. Auch heute haben Details das Spiel gegen einen Top-Gegner kippen lassen und wir stehen nach einer sehr guten Partie wieder ohne Punkte da“, ärgerte sich Alexander Nouri, der mit der Leistung und der Einstellung seiner Mannschaft dennoch zufrieden war.

Und auch unter den Fans im ausverkauften Weser-Stadion war nach dem Abpfiff eine Mischung aus Stolz über die gezeigte Leistung und Enttäuschung über das Ergebnis zu spüren. Trotz der Niederlage wurden Kruse, Delaney und Co. unter großem Applaus verabschiedet. WERDER.DE hat sich nach dem Spiel bei den Werder-Profis umgehört und liefert nachfolgend die Antwort, ob Frust oder Stolz über die gute Leistung überwiegen.

Zum Spielverlauf:

Das Anschlusstor von Max Kruse gab den Grün-Weißen noch einmal Auftrieb (Foto: nordphoto).

Thomas Delaney: „In der ersten Hälfte sind noch einige kleine Fehler passiert, die von solchen großen Teams wie Bayern dann einfach schneller bestraft werden. In der zweiten Halbzeit waren wir dann vielleicht sogar das etwas bessere Team. Am Ende ist die Enttäuschung dann doch groß, weil wir so nah dran waren, hier etwas mitzunehmen.“

Felix Wiedwald: „Das war heute eine sehr gute Teamleistung. Wir haben sehr gut dagegen gehalten, haben hinten wenig zugelassen und uns nach vorne selbst Chancen erspielt. Bei den beiden Toren spielen die Bayern ihre ganze Klasse aus, aber insbesondere das Freistoßtor so kurz vor der Pause ist bitter. Aber die Reaktion der Mannschaft hat gezeigt, dass der Trainer in der Pause die richtigen Worte gefunden hat. Es ist schade, dass wir nichts mitgenommen haben.“

Max Kruse: „In der ersten Halbzeit haben wir für meinen Geschmack etwas zu ängstlich gespielt. In der Pause haben wir uns dann eingeschworen. Der Trainer hat gesagt, wir sollen den Kopf oben behalten. Wir trainieren die ganze Woche dafür, vor diesen Fans zu spielen. Deshalb wollten wir allen zeigen, dass wir spielerisch und kämpferisch mithalten können. Da hat man dann auch gesehen, dass wir viel Qualität in unseren Reihen haben. Aber unterm Strich war das die zweite Niederlage im zweiten Spiel nach der Winterpause. Insbesondere aufgrund der zweiten Halbzeit müssen wir uns über das Ergebnis ärgern.“

Zlatko Junuzovic: „Wir haben von Anfang an kompakt gestanden, aber in der ersten Halbzeit hat die individuelle Klasse der Bayern den Ausschlag gegeben, das muss man neidlos anerkennen. Danach haben wir riesigen Aufwand betrieben und weiter einen tollen Teamspirit an den Tag gelegt. Das Tor von Max hat uns nochmal Auftrieb für die Schlussphase gegeben, die letzte hundertprozentige Torchance hat uns nur irgendwie dann gefehlt. Wir haben alles probiert und haben uns wenig vorzuwerfen.“

Alexander Nouri: „Wir waren gut organisiert, jeder hat jeden unterstützt. Dann sind es zwei Geniestreiche, die so ein Spiel plötzlich kippen lassen. In der Kabine habe ich dann gesagt, dass mir die Art und Weise gefällt und wir uns nicht aufgeben sollen. Wir haben den Zuschauern gezeigt, dass wir weiter mit Herz und Mut auftreten. Wir hätten uns gerne mit einem Punkt belohnt.“

Milos Veljkovic: „Wir haben heute super gekämpft, haben Leidenschaft gezeigt und das Spiel gegen einen Top-Gegner bis zum Schluss offen gehalten. Ich bin stolz auf die Leistung der Mannschaft, aber wir hätten einen Punkt verdient gehabt.“

Zum Tor von Max Kruse:

Zlatko Junuzovic: „Ich bekomme den Ball von Santi in den Fuß gespielt und habe dann relativ viel Platz. Max ist dann sehr gut im Sechzehner postiert, ich spiele ihm den Ball zu und er lässt dann wirklich stark den Gegenspieler aussteigen. Das war richtig gut gemacht.“

Thomas Delaney: „Das Tor haben wir genauso herausgespielt, wie wir uns das eigentlich vorstellen. Über zwei, drei Stationen haben wir den Ball schnell nach vorne gebracht, Max macht das dann richtig abgeklärt.“

Alexander Nouri: „Max hat heute viel fürs Team gearbeitet, es hat mich wirklich gefreut, dass er sich dann mit einem tollen Tor belohnen konnte."

Zu den kommenden Aufgaben:

Mut und Einsatzwille sorgen für Optimismus vor dem Auswärtsspiel in Augsburg (Foto: nordphoto).

Frank Baumann: „Wir müssen jetzt den Schalter im Kopf umlegen, die nächsten Spiele werden komplett anders. Wir wussten, dass es ein ganz schwieriger Start wird. Jetzt müssen wir darauf drängen, Punkte zu holen. Die Erwartungshaltung ist jetzt eine andere.“

Alexander Nouri: „Die Art und Weise, mit der wir hier heute aufgetreten sind, gibt uns Mut für die nächsten Wochen. Jetzt zählt es aber umso mehr, sich mit Punkten zu belohnen, wir müssen einfach die Ergebnisse erzwingen.“

Max Kruse: „Jedes Spiel ist wichtig, unabhängig von den Gegnern. Wir werden die ganze Woche intensiv dafür arbeiten, in den kommenden Spielen Punkte einzusammeln. Dafür müssen wir an die Leistung anknüpfen, dann werden wir uns irgendwann zwangsläufig belohnen.“

Zum Personal:

Alexander Nouri: „Claudio hatte in der ersten Halbzeit muskuläre Probleme im Oberschenkel. Eine genauere Prognose kann ich da noch nicht abgeben, das bleibt erstmal offen. Bei Niklas Moisander ist es ebenfalls in den Oberschenkel reingezogen. Auch da müssen wir abwarten, was die Untersuchungen ergeben. Fin hatte einen grippalen Infekt, hat sich schlapp gefühlt. Er kam heute Morgen zu mir und wir haben dann gemeinsam entschieden, dass er uns hinten raus mehr hilft. In der Verfassung der letzten Wochen ist er für uns unverzichtbar.“

Frank Baumann: „Wir mussten auch heute wieder einen frühzeitigen Ausfall wegstecken und die Auswechslung von Claudio kompensieren. Davon haben wir davon aber nicht unterkriegen lassen und bis zum Schluss mit Kräften gegen die Niederlage gestemmt. Am Ende haben Kleinigkeiten gefehlt. Darauf können wir aufbauen.