"Die Enttäuschung ist groß"

Stimmen zum Spiel

War einer der auffälligeren Bremer Akteure: Serge Gnabry (Foto: nordphoto).
Profis
Sonntag, 11.09.2016 // 19:43 Uhr

Von Dominik Kupilas und Maximilian Prasuhn

Hängende Köpfe auf dem Platz, Pfiffe und zaghafter Applaus auf den Rängen. Die Enttäuschung nach der Heimniederlage gegen den FC Augsburg war überall deutlich zu spüren. Die Grün-Weißen hatten sich viel vorgenommen, wollten im zweiten Spiel unbedingt den ersten Sieg einfahren. „Wir sind ordentlich ins Spiel gekommen und haben uns vor der Pause mit dem 1:0 belohnt. Und auch nach der Halbzeit hatten wir gute Aktionen, hätten einen weiteren Elfmeter bekommen müssen. Aber dann wurden wir durch eine Standardsituation erwischt und haben dadurch den Faden verloren. Die Enttäuschung über die Niederlage ist groß“, so Werder-Geschäftsführer Frank Baumann.

Zum Spielverlauf

Viktor Skripnik: „Die Mannschaft ist betroffen und enttäuscht über die Niederlage. Dabei haben wir bis zum Gegentor ein ordentliches Spiel gemacht, da war es ein klarer Fortschritt gegenüber der letzten Spiele. Die Jungs hatten eine gute Einstellung, wir haben kompakt gestanden und sind verdient in Führung gegangen. Leider geraten wir dann durch zwei Standardsituationen in Rückstand. Momentan ist es bei uns leider so, dass wir dann mit leeren Händen da stehen. Das Spiel kann man mit der Begegnung in der Rückrunde vergleichen, auch da war es eine unnötige Niederlage. Augsburg war heute etwas glücklicher, aber Glück und Pech gehört auch zum Fußball. Wir werden trotz der schwierigen Situation sachlich bleiben und konsequent weiterarbeiten.“

Stafylidis drehte das Ergebnis mit seinem umstrittenen Freistoßtor (Foto: nordphoto).

Frank Baumann: „Die Enttäuschung ist groß. Wir sind ordentlich ins Spiel gekommen und haben uns vor der Pause mit dem 1:0 belohnt. Und auch nach der Pause hatten wir gute Aktionen, hätten einen weiteren Elfmeter bekommen müssen. Aber dann wurden wir durch eine Standardsituation erwischt und haben dadurch den Faden verloren. Leider sind wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gefestigt genug und durch die vielen Neuzugänge auch noch nicht eingespielt genug, um danach noch Lösungen zu finden. Es ist schade, dass wir jetzt mit leeren Händen da stehen, aber es war in vielen Bereichen eine bessere Leistung.“    

Clemens Fritz: „In der ersten Halbzeit haben wir einiges richtig gemacht. Da haben wir insgesamt gut gestanden und waren aggressiv in den Zweikämpfen. Nach der Pause hat uns dann die Durchschlagskraft gefehlt. Dass wir die Tore nach Standardsituationen kassieren ist vor allem deshalb bitter, weil wir vom Trainer darauf hingewiesen wurden und das Verhalten unter der Woche trainiert haben. Wir lagen schon oft am Boden und müssen auch diesmal wieder aufstehen.“

Florian Grillitsch: „Wir sind alle sehr enttäuscht. Wir sind mit einer verdienten 1:0-Führung in die Pause gegangen und hatten uns dann vorgenommen, nachzulegen. Aber dann kassieren wir wieder aus einer Standardsituation ein Gegentor. Das ist unnötig und darf nicht passieren.“

Aron Johannsson: „Wir hatten das Spiel unter Kontrolle und auch die Chancen, das zweite Tor zu machen. Im Normalfall müssen wir so ein Spiel wie heute hier gewinnen.“

Serge Gnabry: „Wir hatten das Spiel erst in der Hand, um es dann wieder aus der Hand zu geben. Wir sind alle sehr enttäuscht. Wir hätten in der zweiten Halbzeit da weitermachen müssen, wo wir vor der Pause aufgehört haben, das haben wir leider nicht gemacht.“

Zu den Pfiffen nach Abpfiff

Frank Baumann: „Die Fans haben uns auch heute wieder fast die komplette Spielzeit über sehr gut unterstützt. Dass auch die Fans nach einer Niederlage enttäuscht sind, ist absolut verständlich.“  

Clemens Fritz: „Die Reaktion der Fans ist verständlich. Wir spannen sie jetzt schon sehr lange auf die Folter. Ich kann nur sagen, dass es uns leid tut und wir konzentriert und hart arbeite. Aber die Pfiffe und den Unmut müssen wir verstehen.“  

Viktor Skripnik: „Pfiffe und Kritik gehören zum Geschäft. Wir akzeptieren die Reaktion der Fans. Wir sind selbst am meisten enttäuscht.“ 

Serge Gnabry: „Wir müssen im nächsten Spiel alles geben, um die Fans wieder auf unsere Seite zu kriegen.“

Zur Verletzung von Luca Caldirola

Caldirola blieb nach einem Zweikampf liegen und musste anschließend ins Krankenhaus (Foto: nordphoto).

Frank Baumann: „Das sah nicht gut aus. Luca ist jetzt mit dem Verdacht auf Wadenbeinbruch ins Krankenhaus gefahren. Wir drücken die Daumen, dass es nicht ganz so schlimm ist. Aber auch so ist es für Luca sehr bitter und für uns ein weiterer Rückschlag.“  

Dirk Schuster: „Ich möchte Luca Caldirola im Namen der gesamten Mannschaft alles Gute wünschen. Er ist ein tadelloser Sportsmann und ich wünsche ihm, dass er Werder so schnell wie möglich wieder zur Verfügung steht.“

Zur Schiedsrichter-Entscheidung vor dem 1:2

Serge Gnabry: „Ich hoffe, dass es die richtige Entscheidung war, denn es war eine spielentscheidende Szene. Ich selber habe die Situation aber nicht genau gesehen, um sie beurteilen zu können."

Viktor Skripnik: „Heute haben alle Fehler gemacht, auch der Schiedsrichter. Aber er hat so entschieden,  das müssen wir akzeptieren. Wir können dann nicht einfach vom Platz laufen, sondern müssen weitermachen und eine Mauer stellen."