Zwischen Enttäuschung und Stolz

Die Stimmen zum Spiel gegen Borussia Dortmund

Felix Wiedwald und Co. mussten im Spiel gegen den BVB viel investieren (Foto: nordphoto).
Profis
Samstag, 20.05.2017 // 20:05 Uhr

Von León Küther und David Steinkuhl

Es war der Trainer von Gegner Borussia Dortmund, der als einer der ersten für diese Partie die passenden Worte fand. Als eine "wilde Fahrt", ein "absolutes Nervenspiel" bezeichnete Thomas Tuchel auf der Pressekonferenz das Auf und Ab in der Partie zuvor. Eine Partie, in der der SV Werder dem großen Traum von Europa ganz nah war, zweimal sogar führte. "Meine Jungs haben heute alles rausgeholt, ein letztes Mal wirklich alles gegeben", bestätigte auch Werder-Coach Alexander Nouri. Am Ende entschieden die individuelle Klasse und zwei Elfmeter ein Spiel, dessen Ausgang während der 90 Minuten nie vorherzusehen war.

Nach Abpfiff der letzten Partie der Saison saß der Stachel bei den Grün-Weißen tief, so richtig freuen wollte sich noch niemand über eine erfolgreiche Rückrunde. WERDER.DE fasst die Stimmen der Werderaner nach der 3:4-Niederlage zusammen.

Zum Spielverlauf:

Erzielte zwischenzeitlich das 3:2 für den SV Werder: Max Kruse (Foto: nordphoto).

Fin Bartels: „Wir sind natürlich enttäuscht. Mit etwas Abstand können wir der Rückrunde bestimmt mehr Positives abgewinnen. Aktuell überwiegt die Enttäuschung. Wir sind auch in diesem Spiel zurückgekommen und haben Moral bewiesen. Schade, dass es nicht gereicht hat.“

Zlatko Junuzovic: „Ich denke, dass wir eine heute eine tolle Partie gespielt haben. Am Ende natürlich mit einem unglücklichen Ende. Wir haben heute auch wieder an uns und unsere Qualität geglaubt. Wir müssen die positiven Dinge aus der Partie ziehen. Unser Umschaltspiel war gut. Das wir uns nicht belohnen, ist ärgerlich.“

Max Kruse: „Das ist sehr bitter. Wenn du bis zur 70. Minute mit 3:2 führst, musst du das Spiel eigentlich gewinnen. In der Defensive waren wir heute einfach zu nachlässig. Wenn man drei Tore auswärts erzielt, muss man eigentlich etwas Zählbares mitnehmen.“

Alexander Nouri: "Dortmund hat bedingungslos auf Sieg spielen müssen. Dann so eine Leistung abzuliefern, das Spiel in der zweiten Halbzeit sogar phasenweise zu dominieren und trotzdem zu verlieren, ist extrem bitter. Gerade wenn es zwei Elfmetersituationen sind, die dich hier die Punkte kosten. Die Dynamik dieses Spiels hat eigentlich nie einen Sieger vorhersagen lassen. Erstmal ist die Enttäuschung natürlich groß, aber ich bin mir sicher, dass bald der Moment kommt, in dem der Stolz überwiegt."

Zum Saisonverlauf:

Zlatko Junuzovic: "Als Mannschaft haben wir uns entwickelt. Über die Hälfte der Saison haben wir im Abstiegskampf gesteckt und haben uns aus dieser Situation befreit. Wir haben ein gutes Gerüst und müssen jetzt die richtigen Entscheidungen für die Zukunft treffen. Es wäre schön gewesen heute den Saisonhöhepunkt zu erreichen, aber dennoch können wir rückblickend sagen, dass wir eine gute Rückrunde gespielt haben."

Alexander Nouri: "Wir sind im Saisonverlauf als Team unglaublich gewachsen und haben stetig und konsequent unseren Weg verfolgt. Das hat man auch heute gesehen, diese fortlaufende Verbesserung ist eine wichtige Bestätigung für unsere Arbeit."

Max Kruse: "Natürlich war die Qualität der Gegner in den letzten drei Wochen hoch. Dennoch ist es mehr als ärgerlich, dass wir uns nicht für die Europa-League qualifiziert haben. Wir hatten die Chance und haben in den letzten Wochen etwas die Spannung verloren. In ein paar Wochen werden wir bestimmt ein positiveres Fazit ziehen könnten, aber im Moment bin ich einfach enttäuscht."

Frank Baumann: "Unter dem Strich sind wir natürlich mit der Saison zufrieden. Das Team hat sich überragend da unten befreit und sehr viel investiert. Wenn man uns vor einigen Monaten gesagt hätte, dass wir Achter werden, hätten wir das natürlich angenommen. Jetzt sind wir so knapp an Europa vorbeigeschrammt, da ist die Enttäuschung natürlich erstmal riesig, vor allem wenn man in der 70. Minute hier in Dortmund sogar noch führt."

Zur Unterstützung der Fans:

Die Profis des SV Werder wussten, bei wem sie sich nach Schlusspfiff zu bedanken hatten (Foto: nordphoto).

Fin Bartels: „Das war absoluter Wahnsinn. Über 90 Minuten war hier absolute Gänsehautstimmung. Für solche Spiele spielt man Fußball.“

Zlatko Junuzovic: „Die Fans hätten sich heute einen Sieg verdient. Mehr Unterstützung geht nicht, das wissen wir.“

Max Kruse: „Die Fans haben uns auch in den letzten drei Wochen nach vorne gepeitscht. An ihnen hat es nicht gelegen, dass wir uns nicht qualifiziert haben.“