Mit Leichtigkeit, ohne nachzulassen

Die Stimmen zum Spiel gegen Hertha BSC

Verdienter Jubel: Der SV Werder mischt im Kampf um Europa weiter mit (Foto: nordphoto).
Profis
Samstag, 29.04.2017 // 19:47 Uhr

Von Yannik Cischinsky und León Küther

Der Klassenerhalt ist offiziell. Dank des 2:0-Heimsieges gegen Hertha BSC können die Grün-Weißen auch rechnerisch nicht mehr auf den Relegationsplatz abrutschen. Das Gesprächsthema nach dem fünften Heimerfolg in Serie war aber logischerweise an anderes: Europa. Das internationale Geschäft ist mit Tabellenplatz sechs, der Kruse, Bartels und Co. an diesem Spieltag nicht mehr zu nehmen ist, greifbar. „Wir haben unser wichtigstes Ziel, den Klassenerhalt, erreicht. Alles, was jetzt noch kommt, ist Bonus. Es wird aber kein neues Ziel ausgerufen“, sagte Cheftrainer Alexander Nouri nach dem Schlusspfiff. „Das Team verspürt keinen Druck, es spuken keine Fantasien durch die Köpfe der Spieler“, erklärte Frank Baumann. Im Endspurt zählt laut des Geschäftsführers Sport nur eins: „Wir haben noch drei schwere Spiele vor der Brust und dann schauen wir, was dabei herumkommt.“

WERDER.DE fasst wie gewohnt die Stimmen der Werderaner zusammen.

Zum Spielverlauf:

Robert Bauer und Co. präsentierten sich defensiv stabil (Foto: nordphoto).

Fin Bartels: „Das war ein optimaler Start, die frühe Führung spielt uns natürlich in die Karten. In der ersten Halbzeit ist uns nach vorne einiges gelungen, die zweite Halbzeit war nicht gut von uns. Wir sind ans Limit gegangen, hatten aber zu viele Ballverluste. Am Ende überwiegt die Freude über den Sieg, in Köln brauchen wir aber mit Sicherheit zwei gute Halbzeiten.“

Felix Wiedwald: „Gefühlt war das Spiel nach 20 Minuten entschieden. Ich hätte mir gewünscht, dass wir mit einem Konter den Sack zu gemacht hätten, aber wir haben auch so die Führung clever heruntergespielt. Wenn man zuhause 2:0 führt, kann meiner Meinung nach auch das Spiel in Ruhe herunterspielen. Es spricht für uns, dass wir dazu mittlerweile in der Lage sind.“

Robert Bauer: „Zu Beginn hat einfach alles gepasst. Wir sind super ins Spiel hineingekommen, haben durch Pressing Fehler erzwungen und mit einem klasse Konter das 1:0 erzielt. In der zweiten Halbzeit hat Hertha umgestellt. Wir wussten, dass es schwieriger wird, deshalb war unser Ziel, kein Gegentor mehr zu bekommen. Hertha hatte in meinen Augen keine Hochkaräter, deshalb haben wir verdient gewonnen. Wir waren das bessere Team.“

Alexander Nouri: „Ich habe eine sehr gute erste Halbzeit gesehen, in der wir uns viele Chancen erspielt haben, gute Abläufe und eine gute Struktur im eigenen Spiel hatten. In der zweiten Halbzeit waren wir nicht zwingend genug, einige unnötige Ballverluste in der Vorwärtsbewegung haben den Spielfluss gestört. Aber wir haben konzentriert gespielt, weiter wenig zugelassen und durch die gute Ordnung verdient gewonnen.“

Frank Baumann: „Ich denke, dass wir heute verdient gewonnen haben. Ab der 30. Minute haben wir für meinen Geschmack die Führung etwas zu sehr verwaltet und hätten nochmal nachlegen können. Wenn du bei einem 2:0 kurz vor Schluss noch einen Treffer bekommst, kann es nochmal eng werden. Im Endeffekt ist es aber auch nicht dramatisch, wenn man mit einer Führung im Rücken etwas defensiver steht.“

Zur positiven Tordifferenz:

Frank Baumann: „Das ist ein Ergebnis der letzten Wochen. Wir stehen defensiv einfach deutlich stabiler und das zahlt sich so aus.“

Alexander Nouri: „Es freut mich für die Mannschaft, dass sie sich mit dieser Statistik für die harte Arbeit belohnen können. Die Defensivarbeit klappt aktuell im Kollektiv sehr gut.“

Fin Bartels: "Das ist ein kleiner Feiertag für die Fans und für die Stadt Bremen. Das letzte Mal, dass wir mehr Tore erzielt haben als gefangen ist ja schon einige Zeit her."

Felix Wiedwald: "Das spricht für die Qualität in unserer Mannschaft und auch für die Offensive. Wir machen seit Wochen viele Tore."

Zu den gestiegenen Chancen auf Europa:

Gutes Zusammenspiel: Max Kruse und Fin Bartels (Foto: nordphoto).

Max Kruse: „Die Fans und das ganze Umfeld dürfen gerne von Europa träumen. Für mich geht es einfach darum, dass wir die nächsten Spiele angehen und uns akribisch darauf vorbereiten. Dann werden wir am Ende sehen, wo wir stehen. Die Gegner werden nicht leichter und wir haben noch drei schwierige Spiele vor der Brust.“

Fin Bartels: „Wir sollten das jetzt einfach genießen. Vor der Saison hätte damit wahrscheinlich keiner gerechnet. Auch für mich ist das einfach Wahnsinn, so etwas habe ich in meiner Karriere noch nicht erlebt. Mit der Leichtigkeit und Freude am Fußball sollten wir die nächsten Spiele angehen, ohne dabei auch nur einen Meter nachzulassen. Das sind jetzt drei richtig geile Spiele, die wir vor der Brust haben und da freuen wir uns drauf. Wenn man sich da groß einen Kopf macht, wird das nichts.“

Robert Bauer: "Wir haben nach den letzten Siegen schon gesagt, dass wir alle Spiele gewinnen wollen. Wenn es so weitergeht, dann spielen wir nächste Saison in Europa. Das Duell mit Köln wird ähnlich wichtig wie heute. Wenn wir da Punkten, haben wir einen großen Schritt in Richtung Europa League gemacht." 

Alexander Nouri: „Wir müssen in jedem Spiel an unser Limit gehen und nehmen uns vor, diese Top-Leistung abzurufen und so viele Punkte wie möglich zu sammeln. Wir tun auch weiterhin gut daran, den Fokus nur auf das nächste Spiel zu legen und am Ende zu schauen, was dabei rumkommt.“

Frank Baumann: „Die Mannschaft ist im Moment sehr stabil und macht das wirklich gut. Ein großes Kompliment an die Mannschaft und das Trainerteam. Wir haben jetzt noch drei ganz schwere Spiele vor der Brust und gucken, wo wir am Ende landen werden. Druck verspüren wir überhaupt keinen!“

Zur Stimmung im Weser-Stadion:

Max Kruse: „Im Moment passt es einfach. Man merkt, dass die Fans und die Stadt hinter diesem Verein stehen. Wir werden sowohl in guten als auch in schlechten Zeiten unterstützt. Die Fans wertschätzen unsere Leistung der letzten Wochen und das fühlt sich natürlich sehr gut an.“