2:1-Auswärtssieg! VfL beißt sich an Werder die Zähne aus

Gnabry trifft doppelt in Wolfsburg

Pure Entschlossenheit in den Gesichtern: Gnabry und Co. feierten den zweiten Auswärtssieg in Folge (Foto: Nordphoto).
Profis
Freitag, 24.02.2017 // 22:28 Uhr

von Maximilian Hendel

Dank einer kämpferisch aufopferungsvollen Teamleistung und auch dem nötigen Glück zog Werder Bremen beim lange Zeit stürmischen VfL Wolfsburg den Kopf aus der Schlinge und konnte so am 22. Spieltag den zweiten Auswärtssieg in Folge feiern. Vor 30.000 Zuschauern in der ausverkauften Volkswagen Arena hatte Nationalspieler Serge Gnabry mit einem Doppelpack (10./18.) für die frühe Führung des SVW gesorgt, ehe Borja Mayoral nach einem Eckball umgehend verkürzen konnte (19.). In der Folge zogen die dominierenden Gastgeber Angriff um Angriff auf, konnten den wiederum bestens aufgelegten Felix Wiedwald jedoch kein zweites Mal bezwingen.

Aufstellung und Formation: Gezwungenermaßen konnte Cheftrainer Alexander Nouri nicht noch einmal auf seine erfolgreiche Startformation des Sieges in Mainz zurückgreifen. Im 4-4-2-System fiel die Doppel-Sechs der Vorwoche aus, da Kapitän Clemens Fritz seine fünfte Gelbe Karte abbrummte sowie Thomas Delaneys Einsatz aufgrund einer Gehirnerschütterung und Mittelgesichtsfraktur nicht möglich war. Stattdessen erhielten Milos Veljkovic und Maximilian Eggestein ihre Bewährungschance auf den zentralen Positionen vor der Viererkette. Erstmals nach langen Verletzungszeiten wieder im Kader standen derweil Luca Caldirola und Florian Grillitsch.

Wiedwald rettet Werders Halbzeitführung

Gnabry trifft hier zum zweiten Mal, dann begann der VfL zu stürmen (Foto: Nordphoto).

10. Min.: TOOOOOOOR, 1:0 für den SVW, Serge Gnabry. Werders erster energischer Vorstoß in die Wolfsburger Hälfte wird umgehend belohnt; Gustavo klärt eine flache Eingabe von Bauer viel zu kurz zentral in den Rückraum – Gnabry fällt dort der Ball vor die Füße, der zieht dann leichtfüßig an Arnold vorbei und profitiert bei seinem Schuss mit links aus gut 14 Metern davon, dass Rodriguez unhaltbar für seinen Keeper Benaglio abfälscht.

11. Min.: Puuuh, keine Minute später ermöglicht ein vollkommen misslungener Befreiungsschlag eines Bremer Verteidigers VfL-Angreifer Mayoral über halblinks den freien Weg auf das Tor, doch Wiedwald ist beim Versuch des Spaniers aus spitzem Winkel zur Stelle.

18. Min.: TOOOOOOOOOOOR, 2:0 für den SVW, Serge Gnabry. Die Bremer untermauern ihren gelungenen Beginn mit dem nächsten Tor. Junuzovic’ von nahe der rechten Außenlinie getretener Freistoß wird von Sané mustergültig an den langen Pfosten verlängert, wo wiederum Gnabry besser als Gegenspieler Kuba postiert ist und den Ball technisch versiert aus der Luft ins kurze Eck vollendet.

19. Min.: TOR, 1:2-Anschlusstreffer für den VfL, Borja Mayoral. Arrrr, sehr ärgerlich. Nach Mallis Ecke kommt Wolfsburg umgehend zurück ins Spiel, weil Didavi zunächst ungestört köpfen und daraufhin Mayoral den Ball aus Nahdistanz mit der Brust über die Linie drücken kann.

22. Min.: Träschs halbhohe Eingabe über rechts erreicht Malli, der einen aufsetzenden Kopfball Richtung rechtes Eck platziert, aber Wiedwald pariert reaktionsschnell. Zwar hatte Fin Bartels 120 Sekunden zuvor für einen Entlastungsangriff sorgen können, ansonsten jedoch drängt der VfL hier vehement auf den Ausgleich.

26. Min.: Erneut bewahrt Wiedwald, der in diesen Minuten Schwerstarbeit zu verrichten hat, seine Elf vor dem zweiten Gegentor, indem er Kubas tückischen Aufsetzer aus gut acht Metern halbrechter Position vereitelt.

36. Min.: Jetzt wäre selbst Wiedwald machtlos gewesen, allerdings tropft Didavis direkter Freistoß an den rechten Außenpfosten.

40. Min.: Der VfL spielt Werder in dieser Phase an die Wand. Malli steckt für Horn auf die Grundlinie durch, dessen scharfe Eingabe findet Torschütze Mayoral, der aus sieben Metern ans Gebälk schießt. Wolfsburgs zweiter Pfostentreffer binnen kaum fünf Minuten.

45. + 2 Min.: Die Pause kommt für den SVW zur rechten Zeit. Soeben rettete Wiedwald mit einem grandiosen Blitzreflex gegen Rodriguez die Halbzeitführung. Durchatmen, Kräfte sammeln!

SVW bringt drei Punkte über die Zeit

Maximilian Eggestein und Co. hatten gegen Daniel Didavi und dessen VfL Schwerstarbeit zu verrichten (Foto: Nordphoto).

47. Min.: Nur etwas mehr als eine Minute im zweiten Durchgang hat es bis zum nächsten Wolfsburger Torschuss gedauert; Gustavos fiese Bogenlampe senkt sich Richtung linkes Eck, doch abermals kann Wiedwald abwehren.

51. Min.: Erneut fliegt ein scharf von Außen getretener Ball durch den Bremer Strafraum – Didavi verpasst am langen Pfosten um ein Haar.

62. Min.: Eisenschädel Sané! Malli dringt nach Kruses Ballverlust über rechts in den Bremer Strafraum ein, zieht aus der Drehung mit dem linken Fuß ab, doch Werders Innenverteidiger steht goldrichtig und lenkt per Kopf zur Ecke.

68. Min.: Jetzt, gut 25 Minuten vor Schluss, hat sich die Szenerie doch etwas beruhigt. Werder postiert sich sehr tief, der VfL sucht nach Lücken.

75. Min.: Während Valérien Ismaël mit den Einwechslungen von Mario Gomez und Paul-George Ntep frische Offensivkräfte gebracht hat, feiert auf Seiten der Bremer Florian Grillitsch nunmehr sein Comeback.

77. Min.: Gomez ist sofort der Zielspieler des VfL, legt einen hohen Ball perfekt in den Rückraum auf Malli, doch der verzieht weit aus richtig guter Position.

85. Min.: Die Uhr tickt unaufhörlich zu Gunsten der Bremer. Wolfsburg fällt gerade nicht viel ein.

90. + 2 Min.: Werders Defensive steht absolut sicher und vorne schlenzte der eingewechselte Pizarro soeben einen halben Meter zu hoch. Wohl noch zwei weitere Minuten Nachspielzeit müssen die Gäste überstehen.

90. + 5 Min.: Abpfiff in Wolfsburg! Großer Kampf! Auswärtssieg!


Fazit:
Anders als zuletzt in Mainz konnten die Bremer ihren wiederum frühen zwei-Tore-Vorsprung diesmal kaum eine Minute lang sichern. Der umgehende Anschlusstreffer nach einem Eckball sorgte für die Wolfsburger Initialzündung. In einer von beiden Kontrahenten mit offenem Visier geführten, mitreißenden Partie konnte der VfL dennoch die klareren Akzente setzten. Angetrieben von ihrem Mittelfeld-Dreieck um Arnold, Malli und Didavi, agierten die Gastgeber stürmisch, kombinationssicher und ließen dem SVW nahezu keinen Moment der Ruhe. Allein bis zum Halbzeitpfiff erfassten die Statistiken 18 Torschüsse der Wölfe. Doch ein erneut hervorragend aufgelegter Felix Wiedwald sowie zwei Aluminiumtreffer bewahrten Werder davor, dass die Partie endgültig zu Gunsten der Niedersachsen kippte. Auch im zweiten Durchgang blieben die Hausherren tonangebend, allerdings hatten sie ihren zuvor beeindruckenden Spielfluss etwas verloren. Werder stand, nachdem Alexander Nouri auf eine Fünferkette im Defensivverbund umgestellt hatte, deutlich sicherer. Mehr und mehr kamen den Wolfsburgern die offensiven Ideen abhanden. Sie probierten es in der Schlussphase vor allem mit langen Bällen, die allesamt verpufften und wodurch Werder die drei Punkte über die Zeit bringen konnte.