Eiskalte Bremer siegen 5:2 im Breisgau

Thomas Delaney mit Dreierpack gegen Freiburg

Max Kruse erzielte Werders Führungstreffer an alter Wirkungsstätte, ehe Thomas Delaney noch drei Mal zur Tat schreiten sollte (Foto: nordphoto).
Profis
Samstag, 01.04.2017 // 17:26 Uhr

von Maximilian Hendel

Auch beim schweren Auswärtsspiel gegen den SC Freiburg sicherte sich Werder Bremen die volle Punktzahl. Dank einer insbesondere offensiv bemerkenswerten Kaltschnäuzigkeit gewannen die Grün-Weißen vor 24.000 Zuschauern im ausverkauften Schwarzwaldstadion mit 5:2 (2:0) und blieben damit zum sechsten Mal in Serie unbezwungen. Max Kruse eröffnete mit einem sehenswerten Schuss aus der zweiten Reihe den Torreigen (21.), ehe dann nicht zuletzt Thomas Delaney die Gastgeber zur Verzweiflung brachte. Werders dänischem Nationalspieler gelang ein Dreierpack (45. +2, 47., 85.). Zudem traf Fin Bartels mit der Hacke (71.). Nils Petersen (64.) und Vincenzo Grifo (77.) hatten auf Seiten der Gastgeber im Verlauf des zweiten Durchgangs lediglich zwischenzeitlich verkürzen können.

Aufstellung und Formation: Was seine die bisherige Rückrunde über so stabile Defensive anbelangte, wollte Cheftrainer Alexander Nouri auch nach der vergangenen Länderspielpause alles beim Alten belassen. Da Lamine Sané jedoch beim Warmmachen über Probleme in den Adduktoren klagte, kehrte Luca Caldirola nach monatelanger Verletzungspause und zum ersten Mal seit dem zweiten Spieltag wieder in die Startelf zurück. Gemeinsam mit Milos Veljkovic und Niklas Moisander bildete der Italiener die Dreierkette (v.r.n.l.). Auf den Außen verteidigten wie zuletzt Theodor Gebre Selassie (r.) und Robert Bauer (l.). Zudem musste Zlatko Junuzovic krankheitsbedingt passen, für ihn rückte Maximilian Eggestein ins zentrale Mittelfeld, während Moisander die Kapitänsbinde übernahm. In vorderster Offensive hingegen meldete sich Max Kruse an früherer Wirkungsstätte wieder fit, dafür lauerte Claudio Pizarro als Joker zunächst auf der Bank.

SVW schockt den SCF unmittelbar vor Pause

Luca Caldirola feierte ein zwar unvorhergesehenes, aber umso gelungeneres Startelf-Comeback (Foto: Nordphoto).

Die Höhepunkte:

12. Min.: Den Grün-Weißen ist die ungeplante Änderung unmittelbar vor dem Anpfiff etwas anzumerken, die Gastgeber haben etwas besser ins Spiel hineingefunden. Die erste Torannäherung gebührt SC-Kapitän Frantz, allerdings flog sein Abschluss soeben weit am Bremer Gehäuse vorbei.

21. Min.: TOOOOOOOOOR, 1:0 für den SVW, Max Kruse. Ein weiter Abschlag von Wiedwald leitet ein, dann stört Bartels Freiburgs Innenverteidiger Kempf bei einem angesetzten Befreiungsschlag an der Strafraumgrenze entscheidend – dessen dadurch missglückter Ball fällt Kruse vor die Füße, der keinen Augenblick zögert und aus gut 18 Metern halblinker Position eine unhaltbaren Strich im gegenüberliegenden Eck unterbringt.

31. Min.: Nicht ungefährliche Situation jetzt im Bremer Strafraum, Grifo schlägt einen weit gezogenen Freistoß an den langen Pfosten, währenddessen entwischt Frantz für einen kurzen Moment seinem zugeteilten Gegenspieler Delaney, kommt daraufhin aber um ein paar Zentimeter nicht an den etwas zu hohen Ball heran.

40. Min.: Der nächste Ausfall in der Bremer Defensive. Robert Bauer humpelte nach Ignjovskis Einsteigen schon seit ein paar Minuten über den Rasen, kam danach sogar noch zu einem allerdings ungefährlichen Abschluss und wird nun von Santiago Garcia positionsgetreu ersetzt.

45. + 2 Min.: TOOOOOOOOOOOR, 2:0 für den SVW, Thomas Delaney. Perfekter Ausklang des ersten Durchgangs aus Werder-Sicht. Ein langer Diagonalball von Veljkovic findet den von seinem Gegenspieler nur passiv begleiteten Garcia; der Linksverteidiger probiert es umgehend mit einer scharfen, flachen Eingabe, die Bartels gedankenschnell durch die Beine lässt, weil in seinem Rücken Delaney noch viel besser steht und Schwolow aus Nahdistanz keine Chance lässt. Momente später ertönt der Halbzeitpfiff.

Fünf Tore im zweiten Durchgang

Niklas Moisander, hier im Kopfballduell mit Niederlechner, war heute Werders Kapitän (Foto: Nordphoto).

47. Min.: TOOOOOOOOOOOOOR, 3:0 für den SVW, Thomas Delaney. Die Grün-Weißen machen genau dort weiter, wo sie unmittelbar vorher aufgehört haben und versetzen dem SCF gleich den nächsten Nackenschlag. Kruse flankt von links an den Fünfmeterraum und findet dort Delaney, der aus etwas geduckter Position einen Kopfball in hohem Bogen ins lange Eck vollendet.

54. Min.: Arrrr, Bartels lässt eine Riesenchance zum vierten Treffer aus. Nachdem er von Kruse wunderbar zwischen zwei Freiburger hindurch in Szene gesetzt wurde, ist der Offensivspieler allein auf weiter Flur, doch SC-Keeper Schwolow vereitelt die Gelegenheit mit einem Klassereflex im Eins-gegen-Eins.

64. Min.: Elfmeter für den SC Freiburg. Garcia gerät im eigenen Strafraum in einen Zweikampf mit Maximilian Philipp, stößt seinen Gegenspieler dabei leicht, der dadurch zu Boden geht. Schiri Stark zeigt auf den Punkt.

64. Min.: TOR, 1:3-Anschlusstreffer für den SCF, Nils Petersen. Sehr schade! Wiedwald ist reaktionsschnell unten und pariert den Strafstoß des ehemaligen Bremers zunächst, allerdings setzt dieser umgehend nach und spitzelt den Ball dann doch noch über die Linie.

71. Min.: TOOOOOOOOR, 4:1 für den SVW, Fin Bartels. Werder hat den alten Abstand wiederhergestellt. Mit etwas Glück eröffnet sich den Grün-Weißen eine Kontersituation, da sich Grifo und Schiri Stark zuvor versehentlich behindern; Grillitsch legt auf der Gegenseite nach Kruses Seitenwechsel zurück auf Delaney, dessen unplatzierter Schuss eigentlich keine Gefahr dargestellt hätte, doch Bartels steht zentral vor dem Tor goldrichtig und verlängert den Ball mit der Hacke gegen Schwolows Laufrichtung doch noch ins Netz.

77. Min.: TOR, nur noch 2:4, Vincenzo Grifo. Die Gastgeber verkürzen doch noch einmal. Philipp legt Grifo den Ball in den Lauf, der wird zentral vor dem Bremer Strafraum lediglich beschattet, aber nicht angegriffen und schlenzt von 18 Meter Entfernung aus seiner Perspektive halbhoch ins rechte Eck.

85. Min.: TOOOOOOOOOR, 5:2 für den SVW, Thomas Delaney. Unfassbar! Delaney trifft tatsächlich zum dritten Mal an diesem Nachmittag, weil Gegenspieler Haberer Werders zentralen Mittelfeldspieler nach Kainz’ Freistoßvorlage sträflichen Freiraum gibt, was dieser aus sechs Meter per Kopf zu nutzen weiß.

90. + 1 Min.: Nahezu pünktlich beendet Schiri Wolfgang Stark die Partie. Auch im Breisgau punktet Werder dreifach.


Fazit:
Ein paar Minuten brauchte Alexander Nouris Team, um nach der kurzfristigen Umstellung durch Sanés Verletzung die eigene Orientierung zu finden. Freiburg gehörte die Anfangsphase, wenngleich sie diese Situation nicht für gefährliche Torabschlussaktionen ausspielen konnten. Ganz anders Werder. Wie bereits gegen Leipzig nutzten die Grün-Weißen auch diesmal ihren ersten wirklichen beiden Torchancen eiskalt und nahmen ihrem Kontrahenten damit sichtbar den Wind aus den Segeln. Mit der Führung im Rücken verteidigten sie umsichtig, wodurch der Sport-Club kaum Lücken fand und so gut wie überhaupt nicht gefährlich im Strafraum der Gäste auftauchte. SC-Cheftrainer Christian Streich versuchte mit drei Wechseln zur Pause noch einmal den Neustart, jedoch sorgte Delaneys neuerlicher Treffer kaum zwei Minuten nach Wiederanpfiff einstweilen für noch klarere Verhältnisse. In den letzten 25 Minuten schlichen sich zwar ein paar Unkonzentriertheiten in die Bremer Defensivarbeit ein, weswegen die Gastgeber zwischenzeitlich etwas verkürzen konnten; aber vor allem offensiv hatte Werder stets die richtige Antwort darauf parat.