Selbstbewusste Freiburger entführen alle drei Punkte

Werder verliert 1:3 gegen den SCF

Freiburgs Torschütze Vincenzo Grifo jubelt über seinen verwandelten Elfmeter - das zwischenzeitliche 0:2 aus Bremer Sicht (Foto: Nordphoto).
Profis
Samstag, 29.10.2016 // 17:29 Uhr

von Maximilian Hendel

Nach zuletzt zwei Heimsiegen in Serie musste sich Werder Bremen nun am 9. Spieltag im ausverkauften Weser-Stadion dem starken Aufsteiger SC Freiburg mit 1:3 (0:2) geschlagen geben. Nach guter Anfangsphase begünstigten defensive Nachlässigkeiten einen zwei-Tore-Vorsprung der Gäste vor der Pause - Maximilian Philipp nach schönem Solo (29.) und Vincenzo Grifo vom Elfmeterpunkt (39.) trafen für den SCF. Im zweiten Durchgang brachte Santiago Garcias Volleytor nach schöner Direktkombination mit Zlatko Junuzovic neuen Ansporn (67.). Jedoch konnten die Gäste noch einmal entscheidend reagieren, als Amir Abrashi abgefälscht zum Endstand traf (75.).

Aufstellung und Formation: Zum dritten Mal hintereinander vertraute Cheftrainer Alexander Nouri der identischen Startaufstellung für sein 4-1-4-1-System. Manneh als einzige echte Spitze wurde flankiert von den Offensivflügelspielern Gnabry und Hajrovic. In der Zentrale sollten Junuzovic und Fritz Impulse bringen – im Rücken unterstützt von Grillitsch. Dazu agierte die derzeit etablierte Viererkette aus Gebre Selassie, Sané, Moisander und Santiago Garcia vor Schlussmann Felix Wiedwald.

Freiburg nutzt eiskalt zwei Bremer Unachtsamkeiten

Moment des Rückstandes: SCF-Angreifer Philipp vollendet nach seinem Solo (Foto: Nordphoto).

Die Höhepunkte:

5. Min.: Die Grün-Weißen erspielen sich gleich im Zuge ihrer ersten Offensivbemühungen eine Doppelchance und die Gäste dürfen sich bei ihrem Keeper Alexander Schwolow bedanken, dass sein Blitzreflex Mannehs Kopfball gerade noch vor der Torlinie abwehrt. Nur Sekunden zuvor war schon Hajrovic an Günter vorbei nach innen gezogen und hatte Schwolow aus 17 Metern geprüft.

15. Min.: Auch Freiburg nähert sich nun dem Bremer Kasten. Höflers Spielverlagerung erreicht den auf der linken Seite nach vorne gerückten Günter, der umgehend flach in den Rückraum spielt, wo Philipp aus 16 Metern jedoch freistehend weit verzieht.

27. Min.: Erster Bremer Torschuss seit über 20 Minuten, aber wieder ist Schwolow auf dem Posten und lenkt Junuzovic’ pfiffigen direkten Freistoß aus ganz spitzem Winkel über den Querbalken.

29. Min.: Tor, 0:1, Maximilian Philipp. Aber kurz darauf ermöglichen viel zu passive Grün-Weiße den Freiburger Führungstreffer. Nach einem Einwurf entkommt Philipp den nur halbherzig geführten Zweikämpfen sowohl mit Grillitsch als auch Junuzovic, genauso stehen folgend Sané und Garcia lediglich Spalier, was es dem SC-Angreifer viel zu einfach macht, den Ball anschließend aus 16 Metern flach halblinks im Tor unterzubringen.

38. Min.: Elfmeter für den SC Freiburg! Eine unnötig zugelassene Ecke der Gäste landet am Fünfmeterraum, wo Manneh gegen Guedé zu sehr am Trikot zieht. Der Pfiff von Schiri Winkmann geht in Ordnung.

39. Min.: Tor, 0:2, Vincenzo Grifo. Wiedwald ahnt die Ecke, ist jedoch machtlos gegen den scharfen Flachschuss von Grifo.

45. + 1 Min.: Pausenpfiff im Weser-Stadion. Neben dem Rückstand schmerzt vor allem auch die wohl schwere Verletzung, die sich Lamine Sané abseits der Elfmeterszene zugezogen hat.

Abrashi antwortet auf Garcias tolles Anschlusstor

Niklas Moisander und Werder Bremen mussten sich Karim Guedé und dem SC Freiburg geschlagen geben (Foto: Nordphoto).

46. Min.: Das Spiel läuft wieder. Alexander Nouri hat offensiv umgestellt und Florian Grillitsch durch Fin Bartels ersetzt.

50. Min.: Die Riesenchance zum Anschlusstreffer! Gnabry sieht den Raum, während sich Manneh von Gegenspieler Torrejon löst, bekommt den Ball und setzt ihn aus schwerem Winkel nur ans Kreuzeck.

64. Min.: Beinah hätte der eingewechselte Nils Petersen seinen ehemaligen Kollege wohl schon vorzeitig den Zahn gezogen, scheiterte nach Grifos Klassepass aber freistehend am glänzend parierenden Wiedwald; Philipps Nachschuss geht dann eineinhalb Meter rechts vorbei.

67. Min.: TOOOOR, 1:2-Anschluss für Werder, Santiago Garcia.
Und urplötzlich ist alles wieder offen, weil Garcia sein fulminantes Tor erst selbst initiiert, von Junuzovic’ Lob-Doppelpass an den Fünfmeterraum geschickt wird, von wo aus er sicher Volley mit der Innenseite vollendet.

72. Min.: Total offene Partie jetzt, denn Freiburg denkt gar nicht daran, sich hinten zu verbarrikadieren. Grifo probiert es mit einem Aufsetzer aus 19 Metern, den sich Wiedwald im Nachfassen greift.

75. Min.: Tor, 1:3 aus Bremer Sicht, Amir Abrashi. Der SCF hat den alten Abstand wieder hergestellt. Moisander köpft eine Eingabe von rechts in den Rückraum, wo jedoch nur der Freiburger Abrashi lauert, kurz Tempo aufnimmt und bei seinem Abschluss aus 15 Metern noch mit Fotuna im Bunde ist, weil Petersen entscheidend abfälscht.

87. Min.: So langsam aber sicher läuft den Grün-Weißen die Zeit davon. Auch Clemens Fritz energischem Versuch aus der zweiten Reihe fehlt ein guter Meter.

90. + 3 Min.: Abpfiff von Schiedsrichter Guido Winkmann. Der SC Freiburg gewinnt 3:1 in Bremen.


Fazit: Der Start ins Spiel ließ sich richtig gut an. Werder begann drangvoll und kam gleich zu Torchancen. Leider sollte der anfängliche Schwung Minute um Minute mehr abnehmen. Die Grün-Weißen überließen den Freiburgern phasenweise das Aufbauspiel, um den richtigen Moment für Ballgewinne von dann potentiell aufgerückten Gästen abzuwarten – beschwor dazu jedoch in den entscheidenden Räumen zu wenig Druck auf die Gegenspieler. Zudem ließen gleich mehrere Bremer Maximilian Philipp auf dem Weg zur SCF-Führung leichtfertig gewähren. Der Rückstand brachte Nouris Elf bis zur Pause vollkommen aus der Fassung, weitere Fahrlässigkeiten schlichen sich ein, die auch den folgenschweren Elfmeterpfiff begünstigten. Im zweiten Durchgang besann sich der SVW endlich wieder. Garcias tolles Anschlusstor beflügelte Team und Publikum. Bloß gut, dass Wiedwald unmittelbar zuvor gegen den ehemaligen Bremer Petersen die vorzeitige Entscheidung verhindert hatte. Allerdings verbarrikadierten sich selbstbewusst und überzeugend auftretende Freiburger keineswegs in der eigenen Defensive, stellten kaum zehn Minuten darauf den alten Abstand wieder her und hatten Werder somit die letzte Hoffnung genommen.

 

Tabelle

Der Spieltag

Neue News

Schwarz-gelbes Kryptonit

26.04.2018 // Profis

Der Plan bis Juni

25.04.2018 // Profis

Ein Thema für den Sommer

25.04.2018 // Profis