Öztunali: "Viele emotionale Momente"

Ex-Werderaner Öztunali im Interview

Mit Mainz 05 tritt Levin Öztunali am Mittwoch im Weser-Stadion gegen seine alten Kollegen an (Foto: nordphoto).
Profis
Dienstag, 20.09.2016 // 12:30 Uhr

Das Interview führte Yannik Cischinsky

Gerade einmal vier Monate ist es her, da erlebte Levin Öztunali im Weser-Stadion einige der ereignisreichsten und aufregendsten Tage seiner noch jungen Karriere. Beim fulminanten 6:2-Sieg gegen Stuttgart traf der 20-Jährige zum 3:1, bereitete das 5:2 vor. Zwei Wochen später feierte er mit Werder den Klassenerhalt. Es waren emotionale Wochen für den SVW - und für Levin Öztunali, der kurz darauf zu Bayer Leverkusen zurückkehrte. Doch die "Werkself" verließ er noch im Sommer, unterzeichnete langfristig bei Mainz 05 und kehrt somit schon am Mittwochabend zurück ins Weser-Stadion, wo er so einiges erlebte.

WERDER.DE sprach mit Öztunali über sein Wiedersehen an der Weser, über die Erinnerungen an anderthalb aufregende Jahre bei Werder und die Flutlicht-Begegnung am 4. Spieltag.

Emotionale Erinnerungen: Gegen Stuttgart traf Levin Öztunali zum 3:1 (Foto: nordphoto).

WERDER.DE: Moin Levin. Am Mittwochabend kehrst du bereits ins Weser-Stadion zurück, dann kommt es zum Wiedersehen mit deinen alten Werder-Teamkollegen. Freust du dich schon auf die Partie und zu wem gibt es im Vorfeld besonders intensiven Kontakt?

Levin Öztunali: „Es gibt auf jeden Fall den einen oder anderen Kollegen, mit dem ich ab und an noch SMS schreibe, und ich freue mich auch die alten Bekannten am Mittwoch wiederzusehen. Aber richtig intensiviert hat sich der Kontakt vor dem Spiel jetzt nicht – ist ja auch 'ne englische Woche, und wenn wir schreiben, dann weniger über solche Dinge.“

WERDER.DE: Während deiner anderthalb Jahre beim SVW gab es einige denkwürdige Momente: das Erreichen des Pokalhalbfinales, den Klassenerhalt in letzter Minute oder #greenwhitewonderwall. Welche Erinnerungen hast du aus deiner Zeit bei Werder mitgenommen?

Levin Öztunali: „Für mich als jungen Spieler war die vergangene Saison eine besondere Erfahrung, mit vielen emotionalen Momenten und einem schönen Ende nach dem Schlussspurt. Aber vor allem steht für mich im Vordergrund, dass ich mich in Bremen sportlich weiterentwickeln konnte. Ich konnte besonders in der Rückrunde einen großen Schritt nach vorne machen und viel Erfahrung sammeln.“

"Werder wird alles in die Waagschale werfen"

Trug anderthalb Jahre das Werder-Trikot: Levin Öztunali (Foto: nordphoto).

WERDER.DE: Mit welchen Gefühlen gehst du in die Begegnung mit deinem alten Verein?

Levin Öztunali: „Ich freue mich auf die Partie – zum einen, weil ich viele bekannte Gesichter wiedersehen werde und zum anderen, weil Flutlichtspiele im Weser-Stadion einen ganz besonderen Flair haben – auch wenn ich dieses Mal auf der anderen Seite spielen werde.“

WERDER.DE: Werder ist nicht gut in die Saison gestartet. Wie bewertest du die Situation und was wünschst du deinem ehemaligen Klub?

Levin Öztunali: „Klar ist der Start alles andere als optimal mit null Punkten auf dem Konto. Aber es sind ja noch 31 Partien zu spielen, und mit dem Trainerwechsel wird vielleicht ein neuer Impuls gesetzt. Ich kenne die Mannschaft, und in ihr steckt definitiv eine Menge Potential. Ich wünsche mir, dass sie es ausschöpfen und in Erfolge ummünzen kann – ab Donnerstag (lacht).“

WERDER.DE: Für dich persönlich ging es mit einem Tor und zwei Torvorlagen ja gut los. Wie zufrieden bist du mit deinem Start in Mainz?

Levin Öztunali: „Mich hier einzuleben wurde mir total leicht gemacht. Ich kannte durch die Nationalmannschaft ja eh schon ein paar der Jungs hier, und auch alle anderen waren sehr offen und haben mich gut aufgenommen. Und die Spielweise hier liegt mir, ich bin froh, dass ich mit meinem Tor und den Vorlagen schnell etwas zurückgeben konnte.“

WERDER.DE: Mit Mainz hast du am Wochenende den ersten Dreier geholt, Werder ist dagegen noch ohne einen Punkt. Was für eine Partie erwartest du am Mittwochabend?

Levin Öztunali: „Ich erwarte, dass Werder sicher alles in die Waagschale werfen und sich gegen uns kampfbereit präsentieren wird. Wir sind aber auch nicht nur als Touristen da – die Punkte möchten wir natürlich mit nach Mainz nehmen.“