Mit neuem Selbstvertrauen

Interview auf Deutsch: Niklas Moisander vor dem Auswärtsspiel in Wolfsburg (Foto: WERDER.DE).
Profis
Donnerstag, 23.02.2017 // 15:12 Uhr

von Yannik Cischinsky

Eine Pause gönnten sich die Werderaner nach dem 2:0-Erfolg in Mainz nicht. In der ohnehin kurzen Vorbereitungswoche auf das Wolfsburg-Spiel hatten die Grün-Weißen nur wenig Zeit zum Durchatmen und mussten schnell zurück an die Arbeit. Die womöglich schweißtreibendste Einheit in diesen Tagen hatte Niklas Moisander allerdings an anderer Stelle - und zwar im Gespräch mit WERDER.DE. Zum ersten Mal gab der 31-jährige Innenverteidiger ein Interview komplett auf Deutsch. „Ich habe ganz schön geschwitzt“, musste er hinterher lachend zugeben. Dabei war die Nervosität gänzlich unangebracht. 

Denn wie auf dem Platz hat sich der erfahrene Abwehrakteur auch in puncto Sprache schnell akklimatisiert. „Es fällt mir noch etwas schwer“, stapelt Moisander tief - in fließendem Deutsch. Mit Nebenmann Lamine Sané verständigt sich der Finne auf Englisch, mit dem Rest wird viel Deutsch gesprochen. Die Verständigung klappt immer besser, die Abstimmung in der Defensive ebenfalls. Für die Belohnung sorgten Moisander, Sané und Co. am vergangenen Samstag selbst. Das 2:0 war ein echter Brustlöser und gut für die eigene "Confidence", findet Moisander. Bei der Übersetzung braucht er noch Hilfe. 'Selbstvertrauen', ein Wort, das erst jetzt Einzug in seinen Wortschatz hält.

Gegen den VfL holte Niklas Moisander mit Werder den ersten Saisonsieg (Foto: Heidmann).

Neben Deutsch, Englisch und seiner Muttersprache Finnisch umfasst Moisanders Sprachfundus auch etwas Italienisch und Niederländisch. Noch aus seiner Zeit in der Eredivisie kennt er Wolfsburgs Jeffrey Bruma von den Duellen mit der PSV Eindhoven. „Gegen ihn habe ich einige Mal mit Ajax gespielt. Und immer gewonnen“, scherzt der 31-Jährige, wobei ihm die Erinnerung hierbei offenbar einen Streich spielte. Aus vier Begegnungen trugen beide Innenverteidiger je zwei Siege davon. Das Hinrunden-Duell in den Trikots ihrer neuen Arbeitgeber konnte Moisander immerhin für sich entscheiden, es war Werders erster Saisonsieg.

Eine ausgeprägtere Verbindung hat Werders Nummer 18 dagegen zu Riechedly Bazoer. Mit ihm spielte er gemeinsam für Ajax Amsterdam. „Riechedly ist ein großes, großes Talent. Ich freue mich, ihn zu sehen“, so Moisander über den 20-jährigen zentralen Mittelfeldspieler, der erst seit Januar bei den Wölfen unter Vertrag steht.

Für beide Seiten steht eine wichtige, richtungsweisende Partie an. Werder könnte mit einem Auswärtserfolg zu den Niedersachsen aufschließen und sie so noch weiter nach unten ziehen, andersherum könnte sich der VfL von den Abstiegsrängen absetzen. „Das wird für beide Teams ein sehr wichtiges Spiel“, ist sich auch Moisander sicher. Für den Finnen liegt das Momentum auf Seiten der Werderaner. „Wir haben ein gesundes Selbstvertrauen. Es ist ein guter Zeitpunkt für uns, gegen Wolfsburg zu gewinnen.“