Mit Beharrlichkeit zum Derbyheld

Der Lohn für die harte Arbeit: Florian Kainz avancierte zum Matchwinner (Foto: nordphoto).
Profis
Montag, 17.04.2017 // 09:55 Uhr

Von Dominik Kupilas, Yannik Cischinsky und Marcel Kuhnt

Wenn ihm das vorher einer gesagt hätte… Auch für ihn selbst etwas überraschend hat sich Florian Kainz zum grün-weißen Derbyhelden am Osterwochenende aufgeschwungen. Nach einer guten Stunde eingewechselt, besorgte der Österreicher mit seinem zweiten Bundesliga-Treffer die Entscheidung im 106. Nordderby – und ließ die Werder-Fans jubeln. „Ich hätte es blind unterschrieben, wenn mir das unter der Woche einer vorgelegt hätte“, sagte Kainz nach dem Spiel lachend. 

Gerechnet hatten damit wohl die wenigsten, insbesondere nicht nachdem sich der Außenbahnspieler zum Anpfiff erneut auf der Auswechselbank wiederfand. Doch: Zum achten Mal hintereinander wurde der Linksfuß gegen den Nordrivalen aus Hamburg eingewechselt, abermals sorgte er für reichlich Belebung an der Linie. „Der Trainer gibt mir einfach immer mit auf den Weg, dass ich offensiv für Schwung sorgen soll. Es läuft ganz gut als Joker“, so Kainz. 

Flo Kainz sorgte auch gegen den HSV für Impulse auf der Außen (Foto: nordphoto).

Immer besser läuft es in der Rückrunde für den schnellen Flügelflitzer. „Er hat nie aufgesteckt und sich Stück für Stück ans Team herangekämpft. Ich freue mich für ihn, dass er sich heute belohnt hat“, erklärte Frank Baumann, für den es, wie für Cheftrainer Alexander Nouri, den Fleiß und die Beharrlichkeit des Mittelfeldakteurs herauszuheben galt. „Flo war bereit, den Weg geduldig mit zu gehen. Er hat in den letzten Wochen im Training und im Spiel viele Argumente für sich gesammelt. Heute hat er sich mit dem Tor und uns mit dem Sieg belohnt“, erklärte Nouri.

Doch nicht nur die Verantwortlichen zollten dem Sommer-Neuzugang Respekt für Durchhaltevermögen während der vergangenen Monate. Gerade einmal vier Minuten hatte Kainz bis zum Jahreswechsel in der Bundesliga auf dem Platz gestanden. „Er hat auch in einer für ihn schwierigen Phase hart an sich gearbeitet“, sagte Landsmann Zlatko Junuzovic. „Wenn er reinkommt, setzt er immer Impulse“, freute sich Fin Bartels.

Die Startschwierigkeiten scheint Kainz endgültig ad acta gelegt zu haben. „Es lief im Herbst nicht gut für mich, aber daran denke ich nicht zurück. Ich schaue nur noch in die Zukunft“, macht Kainz deutlich. Nach den letzten Leistungen stellt sich für den Österreicher eigentlich nur eine Frage: Wann darf er mal von Beginn an ran? „Er ist immer auch ein Kandidat für die Startformation, aber er muss weiter die Geduld aufbringen“, machte Alexander Nouri dem 24-Jährigen nach dem Schlusspfiff Hoffnungen. Es war ein Derbynachmittag, der für Kainz nicht hätte besser laufen können.