Mit Links in Form

Starker Linksfuß: Izet Hajrovic hat mittlerweile großes Vertrauen in seine Fähigkeiten (Foto: Heidmann).
Profis
Mittwoch, 19.10.2016 // 19:12 Uhr

Von David Steinkuhl

Vertrauen ist eines dieser Wörter, die Izet Hajrovic Journalisten gegenüber in den letzten Wochen am häufigsten gebraucht hat. Der Bosnier ist einfach dankbar dafür, vom neuen Cheftrainer Alexander Nouri endlich wieder die Chance bekommen zu haben und eben dieses Vertrauen zurückzahlen zu können - sowohl dem Coach als auch seinen Mitspielern. Doch nicht nur die Leistung Hajrovics auf dem Platz ist ein Abbild des zurückerlangten Selbstvertrauens, auch seine gute Laune und die positive Art abseits des grünen Rasens stecken an. „Ich bin einfach glücklich, so wie es jetzt für mich und das Team läuft“, sagt der 25-Jährige im Gespräch mit WERDER.DE. Abzusehen war das nicht.

Die letzte Spielzeit verbrachte der bosnische Nationalspieler beim SD Eibar, Aufsteiger in die spanische erste Liga. Doch die Leihe auf die iberische Halbinsel brachte nicht den erwünschten Erfolg. Nur 172 Minuten Einsatzzeit bekam er in der gesamten Saison – 309 Minuten aus den bisherigen fünf Spielen stehen schon jetzt für ihn beim SV Werder auf dem Arbeitszeugnis. „Ich brauche einfach diesen Rhythmus, die Spielpraxis“, sagt Hajrovic, „erst dann kann ich mein Potenzial auch abrufen.“ 

Zuspruch von den Teamkollegen: Izet Hajrovic nach dem Sieg gegen Bayer (Foto: Heidmann).

Eine Aussage, die auf den ersten Blick Sinn macht. Auf den zweiten Blick betrachtet allerdings, platze der Knoten schon mit seinem fulminanten Distanztreffer gegen Mainz 05, im ersten Saisoneinsatz von Beginn an. Bereits in der zwölften Minute feuerte Hajrovic den Ball in den Mainzer Kasten. Von null auf hundert also, könnte man sagen. Ein regelmäßiger Spielrhythmus war zu jenem Zeitpunkt noch nicht gegeben.

Gibt es neben dem ausgesprochenen Vertrauen und den regelmäßigen Einsätzen noch einen dritten Grund für die aufsteigende Formkurve des 25-Jährigen? Möglich, dass auch die Taktik und Formation des Teams seinem Spiel zugute kommen. Dass ihm das 4-1-4-1-System deutlich mehr liegt, lässt Hajrovic im Interview mit WERDER.DE zweifelsfrei durchblicken. „Wichtig ist es für mich einfach, dass wir jetzt mit ganz klaren Außenstürmern spielen“, sagt Hajrovic über seine Position als Rechtsaußen innerhalb der Vierer-Mittelfeldkette. „Da liegen meine Stärken und da kann ich sie am besten zeigen.“

Eine dieser Stärken ist sein linker Fuß. Kürzlich behauptete Hajrovic, dass er sein rechtes Bein nur dazu brauche, „um in den Bus einzusteigen“. Ganz so dramatisch ist es natürlich nicht, aber der technisch versierte Flügelspieler redet tatsächlich lieber über seinen starken Linken. „Als Linksfuß auf der rechten Seite ist man sehr vielseitig, wenn man nach innen zieht. Ich kann entscheiden, ob ich abziehe, den Pass in die Tiefe suche oder die Seite wechseln möchte“, fasst Hajrovic die Vorzüge seiner Lieblingsposition zusammen. Dass er das Vertrauen in diese Fähigkeiten besitzt, hat er zuletzt hinreichend unter Beweis gestellt.