Vorgerückt

Grillitsch: Zurück als Führungsspieler - und in der Offensive?

Neben Fin Bartels ist der genesene Florian Grillitsch ein Kandidat für das offensive Mittelfeld (Foto: nordphoto).
Profis
Mittwoch, 24.08.2016 // 17:14 Uhr

Von Michael Freinhofer

Seit rund einer Woche trainiert Florian Grillitsch wieder voll mit der Mannschaft. Gegen die Sportfreunde Lotte feierte der 21-Jährige sein Comeback. Für 15 Minuten durfte Grillitsch gegen den Drittligisten ran – für mehr Einsatzzeit war es für den Österreicher noch zu früh. „Es braucht seine Zeit, bis er wieder der Alte ist“, so Cheftrainer Viktor Skripnik. Das weiß auch Grillitsch und dennoch blickt er nach seiner einmonatigen Verletzungspause wieder optimistisch nach vorne: „Ich bin noch nicht auf dem gleichen Stand, wie die anderen Spieler, aber ich fühle mich gut und versuche mich im Training anzubieten“, so der Mittelfeld-Akteur vor dem Bundesliga-Auftakt.

Über weite Strecken der Vorbereitung musste Skripnik auf den sechsfachen österreichischen U 21-Nationalspieler verzichten. Im Testspiel gegen den Regionalligisten VfB Lübeck zog sich der Mittelfeldspieler einen Muskelfaserriss im rechten vorderen Oberschenkel zu, zuvor fehlte er wegen einer Mittelohrentzündung. Erst beim Abschluss-Trainingslager in Herzlake konnte der 1,87 Meter große Werderaner teilweise wieder mit der Mannschaft trainieren, im Pokalspiel gegen Lotte folgte schließlich das ersehnte Comeback.

Grillitschs Rolle vergangene Saison: kämpfen im defensiven Mittelfeld (Foto: nordphoto).

Nach dem bitteren Ausscheiden aus dem DFB-Pokal wurde bei den Grün-Weißen genau analysiert, was falsch lief. "Wir haben so gut wie alles falsch gemacht", erklärte Grillitsch ohne Umschweife. Doch das Pokalspiel ist abgehakt, bereits am Freitagabend (ab 20.15 Uhr Live-Ticker auf WERDER.DE) wartet zum Saison-Auftakt der Rekordmeister Bayern München. „Der Fokus liegt nun auf der Bundesliga. Gegen die Bayern wollen wir ein anderes Gesicht zeigen“, so Grillitsch bei der Pressekonferenz. Angst, wie sie in Lotte zu spüren war, will das Team keine zeigen. 

In der turbulenten abgelaufenen Saison etablierte sich Grillitsch im defensiven Mittelfeld, nachdem er zuvor eher offensiver und auf den Außenbahnen zum Einsatz gekommen war. In seiner Durchbruch-Saison bei den Grün-Weißen kam er auf 25 Einsätze im deutschen Oberhaus, erzielte seinen ersten Pflichtspieltreffer in der Bundesliga und leistete drei Torvorlagen. Grillitsch ist in die Riege der Führungsspieler vorgerückt. „Florian hat eine starke Rückrunde gespielt. Er kann aus der Defensive hervorragend nach vorne agieren“, erklärte Skripnik, der noch abwarten muss, ob Zlatko Junuzovic aufgrund seiner im Pokalspiel erlittenen Verletzung für die Doppel-Sechs in Frage kommt.

Nach dem Ausfall von Max Kruse könnte Grillitsch zudem die Rolle des deutschen Nationalspielers übernehmen und ins offensive Mittelfeld vorrücken. Gegebenenfalls sogar schon im Hinblick auf das Bayern-Spiel. „Florian spielt eine große Rolle in unseren Überlegungen, Kruse zu ersetzen. Aber auch Fin Bartels, Maximilian Eggestein oder Sambou Yatabaré könnten diese Position einnehmen“ so Skripnik. Wer schlussendlich in der Allianz Arena auflaufen wird, entscheidet sich erst am Freitag: "Jeder brennt darauf zu spielen, das ist für den Trainer keine leichte Entscheidung." Ins Blickfeld des Trainers ist Florian Grillitsch dabei auf alle Fälle wieder gerückt.