Nouri: "Handeln ist besser als hoffen"

In jeder Einheit voll dabei: Alexander Nouri und sein Co-Trainer Florian Bruns (Foto: nordphoto).
Profis
Freitag, 21.10.2016 // 16:46 Uhr

Von David Steinkuhl

Sieben Punkte aus sieben Bundesligaspielen stehen für Werder zu Buche. Eine Ausbeute, die bei nüchterner Betrachtung eigentlich für keinerlei Jubelsprünge sorgen dürfte. Wenn man aber bedenkt, dass alle sieben Zähler aus den Ergebnissen der letzten drei Spiele rühren, dann lässt sich verstehen, warum Alexander Nouri auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen RB Leipzig "mit Freude eine gewisse Euphorie im Umfeld registriert". Gewisse Euphorie sei nicht schlecht, so der Chefcoach, so bekomme man "einfach Selbstvertrauen in das eigene Spiel."

Es ist eine Art Aufbruchstimmung zu spüren. Man merkt, dass das Selbstvertrauen zurück ist in den Köpfen aller Grün-Weißen, auch als Nouri auf den kommenden Gegner zu sprechen kommt. Die Frage, ob mit den formstarken Leipzigern die bislang gefährlichste Mannschaft seit der Übernahme durch den 37-Jährigen auf die Grün-Weißen zukäme, wiegelt er ab, lieber redet er über seine eigene Mannschaft. "Entscheidend ist, was wir auf dem Platz machen. Wir haben unter der Woche an unterschiedlichen Blöcken gearbeitet und eigene Prizipien erschaffen," so Nouri. "In der Entwicklung des eigenen Spiels bürgt sich unser größtes Potential," fügt er hinzu.

Werders Trainer gibt sich bodenständig und bremst die aufkommende Euphorie (Foto: nordphoto).

Dass sich in dieser "Entwicklung des eigenen Spiels" schon einiges getan hat seit Alexander Nouri zusammen mit seinen beiden Co-Trainern das Training der Werder-Profis leitet, sah man schon in den letzten Auftritten. Insbesondere im Spiel gegen Bayer Leverkusen war Nouris Handschrift zu erkennen. Eine gesunde Mischung aus aggressivem Pressing und defensiver Ordnung machten dem Gegner das Leben schwer. Trotzdem weiß Nouri die aktuellen Lobeshymnen auf seine Spielweise und die damit verbundenen ersten Erfolge noch zu bremsen: "Wir befinden uns am Anfang eines Prozesses. Jedes positive Ergebnis wird uns sicher helfen, aber natürlich wird auch mal der ein oder andere Rückschlag kommen." Und er verweist abschließend darauf, dass jeder seiner Spieler genau wisse, dass man immer noch Geduld brauche.

Was am Ende des von Nouri angesprochenen Prozesses dann herauskommt, lässt sich nur schwer beurteilen, vielversprechend sind die ersten Ergebnisse allemal. Einen weiteren Blick in die Zukunft lässt sich der Fußball-Lehrer nicht entlocken, nur auf das Spiel am Sonntag kommt er noch einmal zurück. "Wir tun gut daran weiter Gas zu geben und in Leipzig alles rauszuhauen, was geht", so Nouri. Denn: "Handeln ist besser als hoffen".