Bauer bereit: trotz und dank Olympia

Etwas müde, aber voll motiviert: Hinter Robert Bauer liegt Olympia, vor ihm eine neue Aufgabe (Foto: nordphoto).
Profis
Mittwoch, 24.08.2016 // 16:37 Uhr

Von Yannik Cischinsky

Seinen Augen sind die Anstrengungen der letzten Tage anzusehen. Ein bisschen müde sehen sie aus. Von Rio de Janeiro, wo Werders Neuzugang Robert Bauer am Samstagabend noch das olympische Finale miterlebte, ging es über Frankfurt nach Bremen. Hier erfolgte am Dienstag die sportärztliche Untersuchung sowie der Leistungstest, am Mittwochmittag wurde er dann offiziell den Bremer Journalisten vorgestellt. Vor Bauer liegt eine „neue Herausforderung“, hinter ihm „unglaubliche Erfahrungen“.

Neben der Silbermedaille bringt Werders neuer Defensivmann einen veränderten Blickwinkel aus Brasilien mit in die Hansestadt. „Ich finde es toll, dass bei Olympia ganz andere Sportarten im Fokus stehen. Es hat Spaß gemacht, mit Athleten über ihre Sportarten zu sprechen und zu sehen, mit welcher Leidenschaft sie diese betreiben“, berichtete Bauer, beeindruckt von den Erlebnissen im olympischen Dorf am Zuckerhut. Gemeinsam mit den Ex-Werderanern Nils Petersen und Davie Selke sowie SVW-Keeper Eric Oelschlägel steigerte sich die deutsche Olympia-Auswahl von Partie zu Partie. Den Höhepunkt bildeten auch für Bauer die Tage im olympischen Dorf samt Finalteilnahme im legendären Maracana.

Erstes Training: In den Einheiten steht Robert Bauer unter Beobachtung des Trainerteams (Foto: nph).

Quasi als Kehrseite der Medaille gestaltete sich die Bundesliga-Vorbereitung, die Bauer im Trikot seines Ex-Klubs FC Ingolstadt begann, für den 21-Jährigen nicht gerade einfach. Bei Olympia bekam Bauer nur im Gruppenspiel gegen die Fidschi-Inseln 45 Minuten Spielpraxis. Fit und gut vorbereitet fühlt er sich dennoch. „Jeder ist Profi genug und für sich selbst verantwortlich“, sagte Bauer, der mit den Athletik-Coaches intensiv im läuferischen Bereich arbeitete. „Ich bin bereit für Freitag.“

Ob es bereits im Eröffnungsspiel gegen Bayern (ab 20.15 Uhr im Live-Ticker auf WERDER.DE) zu einem Einsatz reicht, ließ Cheftrainer Viktor Skripnik allerdings ebenso offen wie die Position, auf der der Neuzugang zum Einsatz kommen könnte. Bauer fühlt sich auf beiden Außenverteidiger-Positionen wohl, kann aber auch im defensiven Mittelfeld oder auf der rechten Außenbahn spielen. „Es liegen noch Einheiten vor uns. Wir müssen die Daten und das Feedback der Fitnesstrainer abwarten. Hauptsache der Wille ist da“, so Skripnik. Und die Lust auf Bundesliga-Fußball im Werder-Trikot ist groß, auch das war Bauers Augen am Mittwochmittag anzusehen.