Beliebt bei Bartels

Flügelspieler will Serie gegen Bayer fortführen

Vorfreude auf Bayer: An die letzten Duelle mit der "Werkself" hat Bartels gute Erinnerungen (Foto: nordphoto).
Profis
Dienstag, 11.10.2016 // 18:25 Uhr

Von Yannik Cischinsky

In der ereignisreichsten Woche der noch jungen Saison war Fin Bartels zum Zuschauen verdammt. Adduktorenprobleme zwangen ihn zu einer Pause als Werder in Gladbach verlor, Alexander Nouri übernahm und zwei Hochspannungsspiele im Weser-Stadion folgten. „Mit der Verletzung war die ganze Situation natürlich doppelt schwer. Auf der Tribüne leidet man mehr als auf dem Platz und ein Trainerwechsel ist immer unschön, weil wir als Spieler dafür letztendlich mitverantwortlich sind“, blickt Bartels im Gespräch mit WERDER.DE zurück. So richtig beginnen kann die Spielzeit für den 29-Jährigen deshalb erst jetzt.

Gegen Darmstadt gab er sein Comeback nach drei Spielen Pause, obwohl er nur rund eine Woche pausieren musste – es war diese eine Woche. Natürlich war Bartels immer bei der Mannschaft, nur auf dem Feld helfen konnte er den Teamkollegen nicht. „Ich hoffe, dass wir jetzt als Mannschaft alles auf den rechten Weg bringen und ich persönlich endlich richtig in die Saison starten kann“, sagt Bartels. 

Nach holprigem Start - persönlich und mit dem Team - will Fin Bartels jetzt durchstarten (Foto: nordphoto).

Den nächsten Schritt will er im Heimspiel gegen Leverkusen gehen. Die Elf von Roger Schmidt lag Werder zuletzt - und vor allem Bartels. Drei der letzten vier Pflichtspiele gewann der SVW. Im Februar und März siegte Werder innerhalb von 23 Tagen sowohl im DFB-Pokal-Viertelfinale (3:1) als auch in der Liga (4:1) gegen die „Werkself“. 

Die persönliche Bayer-Bilanz von Bartels ist noch besser. In vier Duellen mit Leverkusen im Werder-Dress gelangen ihm zwei Treffer und drei Assists, nie verließ er den Rasen als Verlierer. Bartels der Bayer-Schreck? Da muss der bodenständige Kieler schmunzeln. „Auf jeden Fall lag mir Bayer in den letzten Jahren scheinbar. Mit diesem positiven Gefühl gehe ich das Spiel am Samstag an und hätte nichts dagegen, wenn das so weitergeht.“ Möglicherweise kommt ihm die offensive Spielweise von Bayer zugute. Wenn Schmidts Pressingmaschinerie ins Leere läuft und sich die Räume öffnen, könnte der schnelle Bartels oft zur Stelle sein.

Durch die Momente, die wir gemeinsam durchgestanden haben, ist eine besondere Atmosphäre entstanden.
Fin Bartels

Viereinhalb Treffer fielen in diesen torreichen Begegnungen zuletzt im Schnitt. Auch am Samstag rechnet Bartels wieder mit einem offensiven, temporeichen Duell gegen einen Gegner mit „Weltklasse-Kader“. Leverkusen spiele einen „attraktiven Tempo-Fußball mit hohem Pressing, bei dem selbst eine Mannschaft wie Dortmund unter die Räder kommen kann. Das ist gefährlich. Wir müssen eigene Fehler unter Druck vermeiden und im Umschaltspiel unsere Chance wittern, um selbst die Räume zu nutzen und mal mit Tempo zum Erfolg kommen. Das wird ein interessantes Spiel“, sagt Bartels.

Zuletzt zweimal siegreich gegen Bayer: Die WERDER.TV-Highlights aus dem Pokalspiel.

Dass die Begegnung im Weser-Stadion stattfindet und nach dann drei Wochen Pause endlich wieder ein Heimspiel ansteht, kann in seinen Augen nur als Vorteil interpretiert werden. 16 der letzten 18 Punkte holte Werder vor heimischer Kulisse. Kein Zufall für Bartels. Das Gefühl ins Stadion einzulaufen hat sich auch für ihn in den letzten Jahren verändert. „Durch die Momente, die wir gemeinsam durchgestanden haben, ist eine besondere Atmosphäre entstanden. Das war ein enormer Faktor letztes Jahr. Es ist ja nichts Neues, dass Fußball im Kopf entschieden wird. Wenn alle pfeifen, macht man sich selbst verrückt und das gelingt nichts. Wenn aber die Unterstützung da ist, traut man sich die Aktion auch zweites, drittes oder viertes Mal zu. Dieser Rückhalt ist zu spüren. Der gibt uns die nötige Kraft.“

Und so möchte Bartels am Samstag um Viertel nach Acht am liebsten breit grinsend den Weg vorbei an der Ostkurve in Richtung Spielertunnel antreten. „Auch gegen Leverkusen ist ein Heimsieg das Ziel. Das Team lag uns in den letzten Jahren und mit diesem Optimismus gehen wir auch das Spiel an“, formuliert er die Marschroute. Im besten Fall hat am Samstagabend dann auch für Bartels die neue Saison endgültig begonnen.