"Wird Zeit, dass Hertha Punkte lässt"

Aufsteigende Formkurve: Fin Bartels trug mit drei Torbeteiligungen zu den Punktgewinnen bei (Foto: nordphoto).
Profis
Mittwoch, 07.12.2016 // 17:07 Uhr

Von Yannik Cischinsky

Das sieht nach einer undankbaren Aufgabe aus. Alle sechs Spiele hat Werders kommender Gegner zu Hause gewonnen, die Hertha hat einen echten Lauf. Selbstbewusst grüßt der Hauptstadtklub von Tabellenplatz drei. Nach dem leichten Auftrieb aus den letzten beiden Partien könnte es für die Grün-Weißen wahrlich leichtere Gegner geben. Doch hinter diesen Statistiken will sich Fin Bartels nicht verstecken. „Es wird höchste Zeit, dass die Hertha Punkte lässt. Wir fahren da ganz klar hin, um etwas mitzunehmen“, sagt der 29-Jährige gegenüber WERDER.DE.

Mit zwei Toren und einem Assists aus den letzten beiden Bundesligabegegnungen ist Bartels Werders Mann der Stunde. Seine Offensivakzente hatten maßgeblichen Anteil an den Punkten acht bis elf, seine ansteigende Formkurve steht sinnbildlich für die gesamte Mannschaft. „Wir haben eine Phase hinter uns, in der es einfach nicht rund lief“, sagt Bartels. Hinten habe man zu viel zugelassen, vorne zu viele Chancen ausgelassen. „Wir müssen unsere Qualität noch viel besser aufs Feld bringen“, bleibt er selbstkritisch.

Teamplayer Fin Bartels hofft darauf, dass das Selbstbewusstsein zurück ist (Foto: nordphoto).

Nach überstandenen Adduktorenproblemen musste Bartels um seinen Stammplatz kämpfen. Fünfmal wurde er eingewechselt, nur einmal spielte er von Beginn an. Bis zum Nordderby, in dem Bartels auftrumpfte. „Keiner sitzt gerne auf der Bank, aber es geht darum, als Team bestmöglich aufgestellt zu sein und Erfolg zu haben. Wenn andere Spieler vorne sind, muss man einfach versuchen seine Einsatzminuten zu nutzen und sich für die Mannschaft reinhauen“, gibt sich der Teamplayer gewohnt zurückhaltend.

Die Rückkehr zur Startformation verleiht dem Flügelspieler dennoch spürbar mehr Selbstvertrauen. Eine breite Brust fordert Bartels vom gesamten Team. „An den Berlinern kann man sehen, was man als Team mit Selbstvertrauen erreichen kann. Spiele werden dann oft zum Selbstläufer“, findet Bartels und führt den Last-Minute-Sieg der Hauptstädter in Wolfsburg als Beispiel an. „Diese Phasen muss man sich erarbeiten, da müssen wir wieder hinkommen. Wir wollen ein gesundes Selbstvertrauen ausstrahlen und mit Leichtigkeit an die Aufgaben gehen. Mit vier Punkten im Rücken ist das schon einfacher, als wenn man totalen Druck hat“, so Bartels. Ein Erfolg gegen die "alte Dame" wäre ein weiterer Schritt auf dem Weg dorthin zurück.