"Mein Wille bringt mich zurück"

Comeback steht bevor

Der Spaß ist zurück im Trainingsalltag des Philipp Bargfrede (Foto: nordphoto).
Profis
Donnerstag, 10.11.2016 // 08:45 Uhr

Von David Steinkuhl

Das letzte Spiel, das Philipp Bargfrede im Werder-Trikot bestritt, war das Gastspiel beim FC Schalke 04. Endstand 3:1 – allerdings aus Werder-Sicht. Klar hätte Bargfrede auch am vergangenen Sonntag gerne schon gegen die Königsblauen gespielt. Ein Einsatz beim Spiel auf Schalke, dessen Ausgang bekanntermaßen der exakt umgekehrte von Bargfredes letztem Werder-Spiel im Januar war, wäre jedoch noch zu früh gekommen. Einen Tag später aber kehrte der 27-Jährige zurück ins Mannschaftstraining und absolvierte Teile der Einheit mit seinen Teamkollegen. Am Freitag im Testspiel gegen den VfL Osnabrück steht für Bargfrede aller Voraussicht nach dann auch endlich wieder ein Einsatz unter Wettkampfbedingungen an. „Wir warten jetzt nochmal die beiden Trainingstage ab, aber ich denke schon, dass ich dabei sein werde“, blickt „Bargi“ gegenüber WERDER.DE in Bezug auf sein anstehendes Comeback am Freitagabend voraus.

Für Bargfrede wäre es nicht das erste Comeback. Immer wieder hatte der Mittelfeldabräumer in der Vergangenheit mit Verletzungen zu kämpfen, arbeitete sich immer wieder zurück in die Stammelf der Grün-Weißen. Aber was genau ist es eigentlich, das Philipp Bargfrede immer wieder antreibt weiterzumachen? Nach seinen sieben Operationen am Knie sind Rehas nichts Neues für den Mittelfeldspieler, einfach sind diese Zeiten aber auch für ihn nicht. „Rehatraining macht natürlich nicht immer Spaß, vor allem die Tatsache, immer alleine zu sein, ist nicht so einfach“, gibt Bargfrede zu. Er versuche immer positiv zu denken und wisse dabei, wofür er all diese Dinge tue, sagt er und ergänzt: „Es ist mein Wille, der mich immer wieder dahin bringt, wo ich vorher war.“ 

Sein letztes Spiel absolvierte Philipp Bargfrede im Januar bei Schalke 04 (Foto: nordphoto).

Begriffe wie "Anlaufzeit" und "Spielrhythmus" sind für Bargfrede nicht neu, doch auch im Hinblick darauf hat er schon bewiesen, dass er keine lange Eingewöhnung braucht. „Das Grundgerüst baut man sich eben in der Reha auf. Wenn dort vernünftig gearbeitet wird, dann fällt es mir persönlich nicht besonders schwer auch auf dem Platz sofort wieder meine Bestleistung abrufen zu können“, verrät der gebürtige Niedersachse.

Damit sich Philipp Bargfrede in Topverfassung präsentieren kann, muss aber vor allem eines stimmen – sein Knie muss halten. Durch die vielen Eingriffe am Meniskus sind weitere Komplikationen mit dem Bänderapparat im Knie leider nie auszuschließen, weiß der 27-Jährige. Angst oder Zurückhaltung verspürt der treue Werderaner deswegen aber nicht. Er dürfe einfach gar keine Angst haben, das wäre alles andere als gut, räumt er selbst ein. „Wenn mir in Zweikämpfen oder anderen Spielsituationen irgendwelche Befürchtungen durch den Kopf schwirren würden, dann könnte ich nicht mehr so spielen, wie ich gerne möchte.“

Es ist aber nicht nur Bargfrede alleine, der seine Rückkehr kaum erwarten kann, auch die Mitspieler sowie Trainer Alexander Nouri freuen sich, dass neben den beiden wiedergenesenen Offensivaktueuren Max Kruse und Claudio Pizarro, mit dem Sechser nun auch ein „aggressiver Balleroberer und sehr guter Fußballer“ (Nouri) für den Defensivbereich wieder in den eigenen Reihen steht. „Jeder weiß, welchen Wert Philipp für diesen Verein hat. Wir freuen uns über jede Minute, die er jetzt wieder mit uns auf dem Trainingsplatz stehen kann“, so Werders Cheftrainer am Mittwochmittag. Eine Freude, die sich hoffentlich so bald wie möglich dann auch endlich wieder vom Trainingsplatz ins Stadion übertragen lässt.