Offene Worte

Versucht mit dem Rückhalt des Teams Stück für Stück zurück zur Normalität zu gelangen: Sambou Yatabaré (Foto: nordphoto).
Profis
Mittwoch, 09.03.2016 // 17:07 Uhr

Von Steffen Wunderlich

Die Nachricht aus Mali war ein harter Schlag für Sambou Yatabaré. Plötzlich und unerwartet war vergangene Woche sein Vater verstorben. Am Morgen vor dem Auswärtsspiel in Leverkusen erfuhr Werders Neuzugang von dem schmerzenden Verlust in der Familie. Der Verein ermöglichte dem malischen Nationalspieler daraufhin in seine Heimat zu reisen. Yatabaré machte stieg umgehend ins Flugzeug nach Mali. Seit Anfang der Woche ist Yatabaré nun zurück in Bremen – und spricht mit offenen Worten über die vergangenen Tage. 

Der Besuch bei der Familie wirkt noch nach, das ist ihm anzumerken. „Es ist keine leichte Situation für mich und meine Geschwister. Es ist schmerzhaft sich vor Augen zu führen, dass unser Vater jetzt nicht mehr lebt“, gewährte er Einblick in seine Gefühlswelt. „Aber ich habe sehr viele Geschwister. Wir und meine Mutter sind eine große Einheit. Wir helfen uns gegenseitig damit umzugehen und unterstützen uns.“

Wir versuchen als Mannschaft wie eine zweite Familie zu sein.
Jannik Vestergaard

Und auch seine noch relativ neuen Teamkollegen kümmerten sich um den 27-Jährigen. „Die Mannschaft war in diesen Tagen sehr wichtig für mich. Die Jungs haben toll reagiert und sofort gefragt, was sie machen können, um mir so gut es geht zu helfen“, erklärte der Malier. Für Jannik Vestergaard und Co. ist es selbstverständlich, auch in solchen Situationen zur Seite zu stehen. „Viele von uns sind über sehr lange Zeit von ihrer Familie getrennt oder sehen sie nicht oft. Deshalb versuchen wir als Mannschaft wie eine zweite Familie zu sein“, so der Däne.

Ablenken kann sich Yatabaré mit seiner Lieblingsbeschäftigung, mit Fußball. Während des Trainings kommt er auf andere Gedanken. „Wenn ich auf dem Feld stehe, konzentriere ich mich auf Fußball und denke an nichts anderes mehr. Das tut mir sehr gut. Deshalb genieße ich diese Momente“, so der Mittelfeldspieler. Abseits des Platzes fällt es ihm dagegen verständlicherweise schwer, die Gedanken beiseite zu schieben. Auch vor den Kameras und Journalisten darüber zu reden, ist nicht einfach. Eines möchte er aber dann doch sagen: „Ich danke allen, auch den Trainern, dass sie mir in dieser schwierigen Situation helfen“.

 

Yatabarés erste Wochen bei Werder

Der Moment seiner Verletzung ging im Nebelhorn des Weser-Stadions und dem lauthalsen Jubel der rund 40.000 Werder-Fans unter. Am drittletzten Spieltag war etwa eine halbe Stunde gespielt, Werder duellierte sich mit dem direkten Konkurrenten, dem VfB Stuttgart. Winterneuzugang Sambou Yatabaré tankte sich auf rechts durch, flankte den Ball in den Strafraum, den Stuttgarts Baba ins eigene Tor...

05.07.2016

Sambou Yatabaré wird dem SV Werder im Saison-Endspurt nicht mehr zur Verfügung stehen. Der malische Nationalspieler hat beim 6:2-Heimerfolg gegen den VfB Stuttgart einen Muskelbündelriss im rechten Oberschenkel erlitten. Das ergab eine MRT-Untersuchung am späten Dienstagnachmittag. 

04.05.2016

+++ Premieren- und Jubiläumstor zugleich: Es war ein ziemlich großer Schritt, den Sambou Yatabaré am Samstag machen musste, um den Schuss von Zlatko Junuzovic noch über die Linie zu drücken. Es war sein erstes Bundesligator und außerdem Werders 1.800 Heimtreffer in der Liga. „Das war sicherlich das schwierigste Tor meiner Karriere“, scherzte der Malier nach dem Spiel über seinen Treffer. Doch auch...

18.04.2016

Sambou Yatabaré und Santiago García sind zurück. Das Duo stand in der Trainingseinheit am Dienstagvormittag erstmals wieder mit den Teamkollegen auf dem Platz. Während García in den vergangenen Tagen ein dosiertes Programm absolvierte, hatte der malische Mittelfeldakteur bereits seit dem Spiel in München mit muskulären Problemen zu kämpfen. 

29.03.2016

+++Pumpen zu zweit: Trotz des trainingsfreien Montags herrschte in den Katakomben des Weser-Stadions Arbeitsstimmung. Santiago García und Sambou Yatabaré trainierten individuell im Kraftraum. Yatabaré, der gegen Mainz mit muskulären Problemen ausfiel und die Teilnahme an der Länderspielreise mit der malischen Nationalmannschaft absagen musste, arbeitet somit weiterhin fleißig an seinem Comeback....

21.03.2016

Werders Cheftrainer Viktor Skripnik wirkte bei der abschließenden Einheit am Freitagnachmittag zufrieden. Nach der Rückkehr von gleich vier Stammkräften im Vergleich zum Bayern-Spiel hatte der Coach deutlich mehr Optionen für die Kaderzusammenstellung. Einen weiteren Ausfall neben Milos Veljkovic, der wegen eines Zehenbruchs nicht zur Verfügung steht, muss der gebürtige Ukrainer dennoch...

18.03.2016

Werders Cheftrainer Viktor Skripnik hatte auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Mainz am Donnerstagmittag eine gute Nachricht für alle Grün-Weißen parat. Mit guter Laune verkündete der gebürtige Ukrainer: „Papy Djilobodji und Claudio Pizarro haben heute Vormittag schon individuell trainiert. Sie haben den Test bestanden und werden beim Mannschaftstraining am Nachmittag dabei sein.“ ...

17.03.2016

+++ Lob für Yatabaré: Nach seinem ersten Spiel über 90 Minuten für den SV Werder heimste Sambou Yatabaré viel Lob vom Cheftrainer ein. „Yata war gut drauf. Er ist über zwölf Kilometer gelaufen und hat viel gekämpft. Er marschiert ohne Ende. Gleichzeitig ist er ein ruhiger Spieler, der keine Angst gehabt hat, sich zu zeigen. Das ist wichtig für uns“, befand Viktor Skripnik. Doch der gebürtige...

14.03.2016