Vestergaards Hunger auf Einsatzzeiten

Jannik Vestergaard kehrte am Donnerstagnachmittag zurück ins Mannschaftstraining der Grün-Weißen (Foto: nph).
Profis
Donnerstag, 19.11.2015 // 17:34 Uhr

Prinzipiell gäbe es für Jannik Vestergaard gerade jede Menge Grund zu strahlen. Pflichtspieldebüt für Dänemarks Nationalelf und gleich das erste Tor erzielt - was für ein Debüt! "In meinem Heimat-Stadion in Kopenhagen, vor den Augen meiner Familie das Tor zu schießen war schon etwas Besonderes", so der 23-Jährige im Gespräch mit WERDER.DE. Und dennoch: "Ich war noch nie so unglücklich über ein Tor was ich geschossen habe."

Grund dafür ist, dass das 2:2-Unentschieden im Rückspiel gegen Schweden Dänemark nicht reichte, um sich für die Europameisterschaft 2016 in Frankreich zu qualifizieren. „Am Ende sind wir vielleicht etwas unglücklich ausgeschieden", erklärt Vestergaard. „Zlatan hat den Unterschied gemacht." Superstar Ibrahimovic erzielte im Hinspiel (1:2) einen und im Rückspiel beide Treffer für die Schweden.  

Vestergaard: "Freue mich riesig auf Samstag"

Als Folge der verpassten Qualifikation trat überraschend Nationaltrainer Morten Olsen nach 16 Jahren von seinem Amt zurück. Auf Vestergaard und seine Landsmänner wartet nach dem Ende dieser Ära eine neue Herausforderung, die Werders Innenverteidiger gleich mit neuen Zielen angeht. „Wir wollen jetzt die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2018 erfolgreich bestreiten. Wir haben viel Zeit und einen neuen Trainer - ich freue mich darauf", so der Abwehrspieler ehrgeizig.

Doch zunächst steht für den Dänen wieder der Liga-Alltag an. Bereits am Samstag trifft er mit den Grün-Weißen auf Champions-League-Teilnehmer VfL Wolfsburg. Auf die Frage, was er aus der Länderspielpause mit in die Bundesliga nehmen könne, antwortet er unmissverständlich: „In erster Linie den Hunger auf Spielzeit." Vestergaard kam in den beiden Duellen der dänischen Auswahl nur sechs Minuten zum Einsatz. Jetzt ist er heiß auf mehr. „Ich freue mich riesig auf Samstag. Wir gehen mit breiter Brust in die Partie. Wir wollen gewinnen. Ich hoffe auf einen Erfolg", so der Däne gegenüber WERDER.DE.

Bei aller Vorfreude weiß der 23-Jährige den amtierenden DFB-Pokalsieger einzuordnen. „Wolfsburg hat eine starke Mannschaft. Da kommt einiges auf uns zu. Ein Punkt wäre sicherlich in Ordnung." Völlig chancenlos auf einen Überraschungssieg sieht er seine Mannschaft nicht. „Wir waren auswärts zuletzt gut drauf. Wir wollen die drei Punkte unbedingt." Und dann hätte der Däne vollends Grund zu strahlen.

Von Steffen Wunderlich