"Man kommt nicht mehr drumherum"

Vestergaard über Social-Media-Nutzung

Eben noch ein letztes Updates teilen: Jannik Vestergaard bedient aus Überzeugung die Social-Media-Kanäle (Foto: nordphoto)
Profis
Sonntag, 22.05.2016 // 12:38 Uhr

Über 9.000 Twitter-Follower, fast 21.000 Anhänger auf Instagram. Jannik Vestergaard gehört zu den aktivsten Social Media-Nutzern in den Reihen der Grün-Weißen. Ob über Werder, die Nationalmannschaft oder das private Leben - fast täglich können Vestergaard-Fans in den sozialen Medien etwas Neues über den Innenverteidiger erfahren. „Man kommt heutzutage gar nicht mehr drumherum, sich im Internet den Fans zu präsentieren“, erklärt der Verteidiger. 

Und Vestergaard macht es gerne. Mal postet er Bilder von sich zu Hause gemütlich auf der Couch liegend, mal Bilder vom Training mit den Grün-Weißen oder der dänischen Auswahl. Er schafft Nähe zu seinen Fans. Doch so positiv diese Nähe vor allem für Fans auch ist, sie ist nicht uneingeschränkt positiv. „Über das Internet bekommst du ungefiltert mit, welche Meinung jemand über dich hat. Auch wenn er vielleicht sogar 2.000 Kilometer weit weg wohnt. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen, dass viele Menschen eine Meinung über dich haben und diese auch kundtun, obwohl sie keine Möglichkeit hatten dich persönlich kennenzulernen“, gesteht Vestergaard. Eine große Umstellung, wie der sonst so resolute Innenverteidiger erklärt: „Das ist natürlich schon ein Gefühl, das ich erst kenne, seitdem ich in der Öffentlichkeit stehe. Aber das gehört dazu. Man muss als Fußball-Profi viel einstecken können - auf dem Platz und auch in den Social-Media-Kanälen.“

Dass Argument, dass man als Fußballprofi überdurchschnittlich viel Geld verdient, lehnt der 1,99-Meter Hüne als Rechtfertigung ab. „Das hört man dann häufig. Aber in dem Moment, in dem man Kommentare ließt, die deutlich unter der Gürtellinie sind, denkt man nicht daran, wie viel Geld man verdient oder dass man ein gutes Leben hat. Wenn jemand schreibt, du bist dumm oder hässlich, dann vergisst man das Positive, auch wenn da vorher zehn nette Kommentare standen. Viele denken nicht darüber nach, dass hinter dem Fußballer auch eine Person steht, die Gefühle hat“, so Vestergaard offen.

Der Däne erklärt, dass jeder seiner Kollegen mit solchen Situationen anders umgeht. Die einen vermeiden Facebook, Twitter und Co., andere gehen offensiv mit der Thematik um. „Es gibt Fußballer, die finden es lustig und gehen extra in solche Foren, um darüber zu lachen. Manche nehmen es persönlich und wollen gar nichts damit zu tun haben. Da muss jeder sehen, was für ihn der richtige Weg ist“, so Vestergaard.

Beschweren möchte sich Werders Nummer 7 aber nicht. Er weiß, dass er als Fußballer mit vergleichsweise wenig sehr viele Menschen glücklich machen kann. „So schlecht, wie man sich fühlt, wenn man verloren hat, so gut fühlt man sich, wenn man gewonnen hat und Menschen dadurch glücklich machen kann. Diese zahlreichen jubelnden Fans, diese glänzenden Augen – das ist schon ein ganz geiles Gefühl, dass nicht jeder erfahren darf“, erklärt der Däne.

Derzeit befindet sich der Innenverteidiger im Kreise der dänischen Nationalmannschaft bei einem Turnier in Japan. Es ist eine Frage der Zeit, bis er über Twitter oder Instagram einen Gruß an die Fans schickt.