Skripnik: "Jeder hat die Situation begriffen"

Gemeinsam gekämpft, gemeinsam gejubelt (Foto: nph).
Profis
Sonntag, 24.01.2016 // 21:29 Uhr

Aus Gelsenkirchen berichten Dominik Kupilas und Yannik Cischinsky

Zehn Minuten waren noch zu spielen, da hatte einer der beiden Männer des Spiels eine der vielleicht symptomatischsten Szenen des Spiels. Claudio Pizarro traf nicht etwa, er rettete auch nicht in größter Not oder holte einen entscheidenden Standard raus. Er holte sich die gelbe Karte ab, in einem Zweikampf - relativ weit vor dem eigenen Tor. Und dennoch hatte die Aktion für Viktor Skripnik Symbolcharakter. „Claudio hat sich eine gelbe Karte geholt, weil er einfach keinen Zweikampf verlieren wollte. Er hat gekämpft. Das zeigt, dass absolut jeder Einzelne die Situation begriffen hat", so der Cheftrainer.

Nach dem frühen 0:1 war es die Moral, die Leidenschaft und der Kampfeswillen, der Werder auf die Siegerstraße führte. „Wir können stolz sein, so zurückgekommen zu sein. Man hat heute gesehen, welch große Moral im Team steckt. Wir haben uns in der Wintervorbereitung uns noch einmal eingeschworen. Der Trainer hat uns heute gesagt, dass wir jeden schlagen können, wenn wir mutig sind. Das haben wir in der zweiten Halbzeit gezeigt. Wir haben eine unheimliche Leidenschaft gezeigt und unglaublich wichtige Punkte eingefahren", freute sich der zweite Matchwinner des Abends, Clemens Fritz.

WERDER.DE hat sich unter den Akteuren des 3:1-Sieges umgehört und fasst die wichtigsten Stimmen des Abends zusammen.

Zum Spielverlauf:

Clemens Fritz: „Die Anfangsphase haben wir verschlafen. Wir haben etwas gebraucht um ins Spiel zu finden und uns die ersten zehn Minuten mit dem frühen Gegentor natürlich völlig anders vorgestellt. Aber wir haben zurück ins Spiel gefunden, immer wieder attackiert und uns auch gute Chancen erarbeitet. Wir haben mutig nach vorne gespielt und uns dafür belohnt."

Papy Djilobodji zeigte bei seinem ersten Auftritt im Werder-Dress eine starke Leistung (Foto: nph).

Thomas Eichin: „Wir haben anfangs schon Glück gehabt, nicht höher in Rückstand geraten zu sein. Da haben wir das Zentrum nicht zu bekommen und den Schalkern im Mittelfeld zu viel Raum gelassen. In der zweiten Halbzeit haben wir uns dann aber sehr gesteigert und am Ende verdient gewonnen."

Anthony Ujah: „Schalke hätte das Spiel schon nach 20 Minuten beenden können. Es war äußerst glücklich, dass wir mit 1:1 in die Pause gegangen sind. Wir haben die Unterbrechung genutzt und viel gesprochen. Wir haben uns vorgenommen, weiter nach vorne zu spielen, offensiv und mutig zu agieren. Schließlich haben wir uns mit zwei schönen Toren dafür belohnt."

Viktor Skripnik: „Die drei Punkte gefallen uns gut und sind wichtig im Hinblick auf die Tabellensituation. Aber am Anfang haben wir ängstlich gespielt, da war Schalke klar besser. Da haben sie sehr dominant gespielt und hätten den Sack schon zu machen können. Da hatten wir Glück. Danach haben wir jeden Zweikampf gesucht, sind an unsere Grenzen gegangen und haben um unser Überleben gekämpft. Der Sieg ist gut, aber wir müssen weiter akribisch arbeiten."

Claudio Pizarro: „Das war ein sehr, sehr wichtiger Sieg. Wir haben heute alle zusammen bis zum Ende gekämpft und als Mannschaft gut gespielt. Am Anfang waren wir nicht im Spiel, nach dem 0:1 hatten wir viel Glück. Aber dann haben wir gut reagiert. Das Tor von Clemens vor der Pause war sehr wichtig für uns. Nach der Halbzeit hatten wir das Spiel dann unter Kontrolle und haben gefährlich gekontert. Wir sind alle sehr zufrieden nach diesem Sieg."

Zur Einstellung:

Thomas Eichin: „Wir brauchen gar nicht so viel über die Situation nachdenken oder Angst vor dem Abstiegskampf haben. Die Mannschaft hat heute gezeigt, dass sie sich trotz des Rückstands davon nicht beeindrucken lässt und selbstbewusst alles reinhaut."

Philipp Bargfrede musste nach 40 Minuten verletzungsbedingt ausgewechselt werden (Foto: nph).

Clemens Fritz: "Wir haben in der Vorbereitung intensiv gearbeitet und uns noch einmal eingeschworen. Schalke ist nicht gerade der leichteste Gegner zum Rückrundenauftakt. Deshalb bin ich besonders glücklich, dass wir heute gewonnen haben. Natürlich würden wir gerne wieder so eine Serie hinlegen wie zum Start der letzten Rückrunde. Aber dafür muss man hart arbeiten. Es zählt nur die eine Aufgabe: Klassenerhalt."

Jannik Vestergaard: "Wir haben heute eine sehr schwierige Aufgabe gelöst, weil wir uns auf die Dinge konzentriert haben, die uns ausmachen. Da waren keine wilden Sachen dabei. Diese Leistung und diese Einstellung müssen wir jede Woche auf den Platz bringen. Dann brauchen wir nicht auf die anderen zu schauen."

Zum Einstand von Papy Djilobodji:

Viktor Skripnik: „Er hat uns vor dem Spiel gesagt, dass er fit ist und das hat er auf dem Platz bestätigt. Er kann Fußballspielen, das hat jeder gesehen. Er steht nicht ohne Grund bei Chelsea unter Vertrag. Aber wir freuen uns, dass er die Rückrunde bei uns spielt."

Clemens Fritz: „Er hat das hervorragend gemacht. Er hat sofort Verantwortung übernommen und viel gesprochen."

Thomas Eichin: „Papy hat sich sofort gut integriert und gespielt. Er war mit Jannik Vestergaard heute hinten ein Garant dafür, dass wir gewonnen haben. Er ist ein Führungsspieler, der schon viele Ligaspiele auf dem Buckel hatte und weiß, wie er mit der Situation umzugehen hat. Man hat gesehen, dass er sich nicht in die Hose macht. Von daher kann man ihm für die heutige Leistung nur ein Kompliment aussprechen, dennoch brauchen wir keine Hurra-Schreie anstimmen."

Claudio Pizarro: "Papy hat einen sehr guten ersten Eindruck hinterlassen. Er hat das sehr solide gespielt."

Zur Auswechslung von Bargfrede:

Thomas Eichin: „Es sieht nach einer Knieverletzung aus, aber wir warten ab, was die Ärzte sagen. Es macht keinen Sinn, zu spekulieren." Zur Bedeutung des Auftakt-Dreiers: Thomas Eichin: „Natürlich gibt es nichts besseres um in ein Jahr zu starten als mit drei Punkte. Aber dieser Sieg ist nichts wert, wenn wir gegen Hertha zuhause direkt wieder verlieren."

Anthony Ujah: „Wir haben wichtige Punkte eingefahren. Aber mit Hertha wartet ein schwerer Gegner. Sie sind sehr gut organisiert und kämpfen als Team. Von ihrer Position in der Tabelle lassen wir uns nicht beeindrucken, denn in der Bundesliga ist jeder Gegner ein schwerer. Wir wollen Konstanz in unsere Spiele bekommen. Darum geht es und deswegen ist das Hertha-Spiel wieder ein ganz wichtiges Spiel."

 

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