"Glücklich ohne Ende"

Die Spieler des SV Werder jubeln und bedanken sich bei den Fans für die tolle Unterstützung (Foto: nph).
Profis
Sonntag, 13.09.2015 // 18:49 Uhr

Was war das für eine furiose Schlussphase in Sinsheim. Bis zur 90. Minute hatte es zwischen Werder und Hoffenheim noch 1:1-Unentschieden gestanden, ehe den Grün-Weißen durch eine Co-Produktion von Vorbereiter Claudio Pizarro und Vollstrecker Anthony Ujah doch noch der Lucky Punch gelang. Der Jubel kannte da keine Grenzen mehr, erst recht nicht nach dem 3:1-Endstand durch Zlatko Junuzovic in der Nachspielzeit.

WERDER.DE hörte sich in der Mixed Zone der Wirsol Rhein-Neckar-Arena um wie die Akteure diese furiosen Minuten erlebt haben.


Zum Spielverlauf:

Viktor Skripnik: "Wir müssen uns nicht kleiner machen, als wir sind. Wir haben heute sehr diszipliniert gespielt, an uns geglaubt und gegen eine starke Mannschaft mit viel Qualität gewonnen. Nach der Pause haben sie eine Reaktion gezeigt und hatten nach dem Ausgleich eine starke Phase. Aber wir haben für diese drei Punkte gekämpft. Bei so einer Mannschaft zu gewinnen, macht uns stolz. Wir sind glücklich ohne Ende."

Jannik Vestergaard: "Dieser Sieg freut uns sehr. In der zweiten Halbzeit standen wir schon unter Druck, aber wir haben sehr gut dagegen gehalten, wir wollten den Punkt auf gar keinen Fall wieder hergeben. Das wir jetzt mit drei Punkten nach Bremen fahren, ist umso schöner und zeigt, dass wir Moral und eine gute Fitness haben."

Anthony Ujah: "Wir haben das heute vor allem in der ersten Halbzeit sehr gut gemacht. Der Ausgleich war nicht gut für uns, aber wir haben nicht aufgegeben und bis zum Ende gekämpft. Natürlich war der Sieg etwas glücklich, ich habe kurz vor dem Abpfiff auch gedacht, dass es unentschieden endet. Aber dann war ich einmal in guter Position und habe es zum Glück richtig gemacht."

Zlatko Junuzovic: "Wir haben heute als Team sehr gut agiert. Alle haben 100 Prozent gegeben und dann sind wir sehr schwer zu schlagen. Die Führung kurz vor der Pause war verdient, da haben wir Hoffenheim überhaupt nicht ins Spiel kommen lassen. Das war nach der Halbzeit leider anders, da war es sehr schwierig für uns. Aber dann wurden wir für den Mut belohnt, dass der Trainer offensiv gewechselt hat und damit ein Zeichen gegeben hat. Diese drei Punkte sind sehr wichtig für uns, Hut ab vor der Mannschaftsleistung." 

 

Zur Einwechslung von Pizarro:

Thomas Eichin: "Wenn Claudio ins Spiel kommt, merkt man sofort, dass er eine gewisse Präsenz ausstrahlt. Deswegen haben wir ihn verplfichtet."  

Jannik Vestergaard: "Es ist bei jeder Einwechslung das Ziel, das nochmal ein Ruck durch das Team geht. Aber vielleicht ist es bei einem Spieler wie Claudio, der unfassbar viel erreicht hat und sehr wichtig ist für Werder, nochmal etwas mehr. Bei den Fans hat man eine Euphorie gespürt und bei uns hat die Einwechslung auch noch ein paar Prozent freigesetzt."

Anthony Ujah: "Ich bin mir sicher, dass Claudio uns weiterhelfen wird, aber das es so schnell geht, hätte ich nicht gedacht. Ich freue mich, dass er bei uns ist." 

Viktor Skripnik: "Ich habe die Einwechslungen auch so vorgenommen, weil wir die Hoffnung hatten, damit etwas zu bewegen. Deshalb haben wir auch zwei offensive Spieler für zwei Defensive gebracht. Wir haben Claudio genau für diese Situationen verpflichtet und nicht nur, um seine Trikots zu verkaufen. Er hat einen emotionalen Impuls rübergebracht. Aber wir wollen nicht nur drei Tage von ihm profitieren, sondern die ganze Saison."

Fin Bartels: "Claudio ist eine Wucht da vorne. Er macht die Bälle unglaublich gut fest und im Strafraum ist er schwer zu verteidigen. Und Tony weiß natürlich auch wo das Tor steht, macht das Ding überlegt rein."

Zlatko Junuzovic: "Mit dem Wechsel ist der Trainer ins Risiko gegangen. Für uns war das ein Zeichen, dass wir weiter nach vorne spielen wollen. Zum Glück haben wir uns am Ende für den Mut belohnt." 

Vestergaards Rückkehr an die alte Wirkungsstätte:

Jannik Vestergaard: "Ich bin schon mit mehr Gefühlen hergefahren, als meine Mitspieler. Aber der Sieg tut nicht nur wegen meiner Hoffenheimer-Vergangenheit gut - auswärts nach der Länderspielpause drei Punkte zu holen, ist gut für das Selbstvertrauen."

Aus Sinsheim berichtet Dominik Kupilas