Eichin: "Wir müssen mutiger agieren"

Punkteteilung in Schwaben: Der SV Werder trennte sich am 15. Spieltag vom VfB Stuttgart 1:1-Unentschieden (Foto: nph).
Profis
Sonntag, 06.12.2015 // 19:28 Uhr

Es war wahrlich kein Feuerwerk, das Stuttgart und der SV Werder am Sonntagnachmittag vom Rasen der Mercedes-Benz Arena aus abfeuerten, doch am Ende packten sich die Grün-Weißen dank Anthony Ujahs Ausgleichstreffers einen Punkt ins Gepäck. "Den Zähler nehmen wir gerne mit", resümierte Werder-Coach Viktor Skripnik und auch Abwehrchef Jannik Verstergaard pflichtete dem Cheftrainer bei: "Wir sind gekommen, um drei Punkte zu holen, aber wenn man das Spiel gesehen hat, nehmen wir den Punkt gerne mit. Ich denke, wenn man die zweite Halbzeit sieht, geht das Unentschieden in Ordnung."

Für den Dänen war es "ein typisches Spiel zweier Mannschaften, die unten drin stehen. Natürlich wissen wir alle, dass die Fans das Wundervolle am Fußball sehen wollen, das Spektakel mit guten Leistungen auf beiden Seiten. Aber wir müssen auch sehen, wo wir stehen", so Vestergaard. Der Punktgewinn gäbe Selbstvertrauen nach zuletzt zwei Niederlagen. "Wir haben gesehen, dass wir als Team zurückkommen können. Das gibt uns Kraft."

WERDER.DE hat sich nach dem Spiel in der Mixed Zone der Mercedes-Benz Arena umgehört und die Stimmen der grün-weißen Akteure zusammengetragen.

Zum Spielverlauf:

Anthony Ujah: „Es war sehr schwer, in die erste Hälfte reinzukommen. Stuttgart hat die erste Halbzeit völlig kontrolliert. In der zweiten Halbzeit haben wir es besser gemacht und uns so einen Punkt verdient."

Thomas Eichin: „Unser Problem ist, dass die Jungs erst mutig spielen, wenn sie mit dem Rücken zur Wand stehen. Wir brauchen zu lange, um ins Spiel zu finden. In der ersten Halbzeit war der VfB klar besser, da haben viele Laufwege nicht gestimmt. In der zweiten waren wir dann deutlich stärker. Es ist ein verdienter Punkt. Trotzdem müssen wir an der ersten Halbzeit arbeiten und mutiger agieren."

Clemens Fritz: „Unsere ersten 45 Minuten waren schlecht. In der zweiten Hälfte waren wir aggressiver und haben den Punkt hochverdient mitgenommen. Uns fehlte ein wenig die Leichtigkeit, aber das ist normal, wenn man unten drin steht. Das Selbstvertrauen und die Leichtigkeit müssen wir uns wieder erarbeiten. Da hilft so eine zweite Halbzeit ganz gut weiter. Ich bin froh, dass wir das Tor noch gemacht haben. Wir werden jetzt die positiven Dinge mitnehmen und konzentriert arbeiten."

Levin Öztunali: „Schade, dass der Lattenkracher am Ende nicht reingegangen ist. Wir haben unter der Woche hart gearbeitet. Gut, dass wir uns zumindest mit einem Punkt dafür belohnen konnten." 

Viktor Skripnik: "Stuttgart wollte zuhause emotional auftreten, wir haben versucht aus der Ordnung heraus zu agieren, geduldig zu sein und kontrolliert zu spielen. Das ist manchmal gelungen, manchmal nicht. Unsere erste Hälfte war insgesamt zu ängstlich, aber ich bin zufrieden damit, dass wir zurückgekommen sind." 

Zu den Standards:

Thomas Eichin: „Wir wollten mit den neuen Standards für Verwirrung sorgen. Dafür muss der Ball aber vernünftig kommen, der erste Ball ist entscheidend. Wir werden es in den nächsten Spielen weiter so machen."  

Zum nicht gegebenen Elfmeter:

Anthony Ujah: „Für mich war das ein ganz klarer Elfmeter. Der Kontakt war da. Der Verteidiger hat sich sogar bei mir für das Foul entschuldigt. Ich habe nach der Aktion noch fünf Minuten gebraucht, bis alles wieder okay war. Für uns ist es unglücklich, aber Fehler gehören zum Fußball."

Levin Öztunali: „Man hat sofort gesehen, dass er Tony getroffen hat. Den Elfmeter muss man geben."

Viktor Skripnik: „Es hätte alles anders laufen können, wenn wir den Elfmeter bekommen hätten. Jeder hat gesehen, dass es einer war. Aber die Aktion ist vorbei, es bringt nichts, sich darüber aufzuregen. Fehler gehören zum Sport."

Thomas Eichin: „Der Schiedsrichter weiß selbst, dass das ein Elfmeter war, aber keiner macht ihm einen Vorwurf. Das sind alles Menschen auf dem Platz."

Zu den letzten Hinrundenspielen: 

Jannik Vestergaard: „Wir müssen ruhiger am Ball sein und offensiv zielstrebiger agieren. Gegen Köln wollen wir das Spiel dominieren und endlich wieder einen Heimsieg einfahren."

Thomas Eichin: "Wir haben gesagt, dass wir aus den letzten drei Spielen vor der Winterpause Punkte holen wollen. Damit haben wir heute begonnen. Gegen Köln wollen wir unseren Fans endlich wieder einen Heimsieg schenken."

Zu Junuzovics Verletzung:

Viktor Skripnik: „Ich glaube, es ist nichts Dramatisches. Juno hat Schmerzen, er wird morgen untersucht, dann sehen wir weiter."

Zlatko Junuzovic: "Die Schulter ist nicht ausgekugelt, aber wir müssen nachsehen, ob die Bänder beschädigt sind." 

Zu seiner ruhigen Art an der Seitenlinie:

Viktor Skripnik: „Anfangs bin ich ruhig, aber innerlich brennt es. Es hilft niemanden weiter, wenn ich schreie oder wie wild herumlaufe. Zum Schluss war ich aber doch emotional."

Aus Stuttgart berichten Yannik Cischinsky und Steffen Wunderlich