"Eine unterirdische Leistung"

Die Grün-Weißen mussten gegen die Wölfe eine bittere Niederlage einstecken (Foto: nph).
Profis
Samstag, 21.11.2015 // 18:51 Uhr

Den Nachmittag in der Wolfsburger Volkswagen Arena hätten die Werderaner am liebsten direkt aus dem Gedächtnis gestrichen. Doch um die deutliche Niederlage gegen den VfL Wolfsburg kurz nach dem Abpfiff abzuhaken, lief in den vorangegangenen 90 Minuten zu viel falsch. Enttäuscht und frustriert über die eigene Leistung stand Eichin, Bargfrede und Co. der Sinn nicht nach langen Gesprächen. 

„Das 0:6 tut richtig weh", gestand Cheftrainer Viktor Skripnik kurz und prägnant. „Innerlich bin ich richtig wütend, aber ich muss aufpassen, dass ich jetzt nichts sage, dass ich morgen bereue", ließ Geschäftsführer Thomas Eichin in sein Seelenleben blicken.

Welche Erklärung die Werderaner für den Auftritt in der Autostadt hatten, fasst WERDER.DE im Folgenden zusammen.

Zum Spiel:

Viktor Skripnik: „Die Enttäuschung ist riesig. Das war eine unterirdische Leistung von uns. Wir haben heute keinen guten Tag erwischt und die Wolfsburger waren extrem stark. Es hätten auch noch mehr als sechs Gegentore werden können, wenn Felix Wiedwald nicht so oft gut gehalten hätte. Wir müssen aber auch jetzt die Nerven bewahren und weiter an uns glauben."

Philipp Bargfrede: „Die Niederlage war auch in der Höhe absolut verdient. Das war ein ganz schwaches Spiel von uns. Wir haben überhaupt nicht das gezeigt, was uns in den letzten Wochen stark gemacht hat. Es hat einfach an allem gefehlt: Bereitschaft, Kompaktheit, Überzeugung."

Thomas Eichin: „Das war heute keine normale Klatsche. Ich muss in meinem Schockzustand aufpassen, dass ich nichts Falsches sage. Diese Leistung ist unerklärlich, ich finde keine richtigen Worte dafür und habe auch keine Erklärung. Das war hinten nichts, in der Mitte nichts und vorne auch nichts. Aber wir werden das genau analysieren, gut überlegen, was zu tun ist und auf die Mannschaft einwirken." 

Fin Bartels: „Die Enttäuschung in der Kabine war sehr groß. Das war ein kollektives Versagen für das ich keine Erklärung habe. Wir wissen alle, was wir verbockt haben. Mir fehlen die Worte. Das müssen wir jetzt erst mal schlucken. Nach dem 0:2 war es richtig schwer. Wir müssen das Spiel intensiv aufarbeiten. So etwas darf nicht noch einmal passieren. Es muss jetzt aber keiner draufhauen. Wir wissen selbst, dass es heute nicht gut war."

Felix Wiedwald: „Es ist erschreckend, wie wir das Spiel aus der Hand gegeben haben. Ich habe in meiner Karriere noch nie zuvor sechs Gegentore bekommen, das ist sehr ernüchternd. Die letzten Auswärtsauftritte von uns waren in Ordnung, deshalb ist die heutige Leistung so schwer zu erklären. Die ganze Mannschaft hat kollektiv verloren."

Zlatko Junuzovic: "Das ist ein bitterer Abend für uns. Es war sehr schwierig zu verteidigen. Unsere Aktionen waren überhaupt nicht zwingend, wir haben nur reagiert. Wolfsburg hat sich dann in einen Rausch gespielt. Wir haben heute richtig auf die Fresse bekommen. Jedes Tor hat wehgetan."

Zu den erhöhten Sicherheits-Maßnahmen:

Viktor Skripnik: „Das war für uns ein ganz normaler Spieltag. In meinem Land ist schon lange so eine Situation, das ist leider nichts Neues für mich. Es ist traurig, dass jetzt auch in Deutschland eine solche Situation herrscht."

Philipp Bargfrede: „Das nimmt einen natürlich mit, aber wir haben versucht, uns vollständig auf das Spiel zu fokussieren."

Fin Bartels: „Wir haben uns vorbereitet, wie auf jedes andere Spiel. Ich hatte keinen Zweifel daran, dass wir heute spielen werden. In der Schweigeminute gehen einem dann aber schon noch ein, zwei Gedanken durch den Kopf."

Zum anstehenden Nordderby gegen den HSV:

Viktor Skripnik: „Wir müssen uns heute bei den Fans entschuldigen. Nächste Woche werden wir ein anderes Werder Bremen sehen."

Fin Bartels: „Wir müssen das Spiel aufarbeiten und den Kopf hochnehmen. Wir müssen im Derby da anknüpfen, wo wir vor dem heutigen Spiel aufgehört haben. Das ist ein besonderes Spiel, da wird es eine Trotzreaktion von uns geben. Wir brauchen Charakter. Es geht gegen Hamburg wieder bei Null los." "

Felix Wiedwald: „Das wird ein ganz anderes Spiel. Wir spielen im eigenen Stadion, werden 100 Prozent geben, um die Partie siegreich zu gesalten."

Philipp Bargfrede: „Wir müssen ganz schnell den Schalter umlegen und gegen den HSV komplett anders auftreten." 

Zlatko Junuzovic: "Gegen den HSV müssen wir ein anderes Gesicht zeigen. Im Nordderby können wir vieles wieder gutmachen."

Aus Wolfsburg berichten Dominik Kupilas und Svend-Philipp Kallmayer