Nach dem Tiefschlag als Team gefordert

Stimmen zum Spiel

Redebedarf nach Abpfiff zwischen Fans und Mannschaft (Foto: nordphoto).
Profis
Samstag, 23.04.2016 // 00:21 Uhr

Von Dominik Kupilas und Yannik Cischinsky

Nach dem Schlusspfiff hatten die Fans Redebedarf. Verständlicherweise war der Unmut über die zweite Derbyniederlage groß. Vor dem Gästebereich im Innenraum des Volksparkstadions stellten sich Clemens Fritz, Papy Djilobodji und Co. den grün-weißen Anhängern. „Ich bin keiner, der sich nicht stellt und bin für einen guten Austausch mit den Fans, die uns immer unterstützen. Es ist klar, dass die Fans sauer sind. Es ist wichtig, dass es sachlich bleibt“, erklärte Fritz den Dialog mit den Fans. 

Auch vor den Medien mussten die Werderaner nach dem bitteren 1:2 Rede und Antwort stehen. „Ich bin komplett ernüchtert und enttäuscht. Das war ein Tiefschlag. Wenn der Abpfiff ertönt, du auf die Anzeigetafel blickst, schwirren dir natürlich negative Gedanken durch den Kopf“, sagte Fin Bartels. Doch der 29-Jährige wusste dank starker zweiter Halbzeit schon wieder Positives aus dem Spiel zu ziehen. „Wir müssen uns vor Augen führen, dass wir uns heute wieder viele Torchancen erarbeitet haben und viel geleistet haben. Wir haben nicht wie ein Absteiger gespielt. Da dürfen nicht nur die Fehler suchen. Nach Augsburg sind wir wieder aufgestanden und wir werden auch dieses Mal wieder aufsteigen. Wir kriegen das hin.“

WERDER.DE hat sich unter die grün-weißen Akteure gemischt und fasst die wichtigsten Aussagen rund um das Nordderby zusammen.

Florian Grillitsch hatte die Riesenmöglichkeit zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleichstreffer (Foto: nordphoto).

Zum Spielverlauf:

Clemens Fritz: „Ich bin sauer und enttäuscht. Wir müssen uns den Vorwurf gefallen lassen, dass wir die erste halbe Stunde überhaupt nicht im Spiel waren. Da haben wir den Hamburgern viel zu einfache Chancen ermöglicht, waren nicht konsequent in den Zweikämpfen und haben schlecht umgeschaltet. Danach waren wir gut drin, haben eine gute zweite Halbzeit gezeigt. Da haben wir uns den Hintern aufgerissen und gezeigt, dass wir das 0:2 unbedingt noch drehen wollten. Hinten raus hat das Glück gefehlt. Aber Fakt ist, dass heute deutlich mehr möglich war.“

Viktor Skripnik: „Natürlich sind wir sehr enttäuscht über die Niederlage. Wir wollten unseren Fans unbedingt Punkte schenken. Das war heute ein Derby, in dem alles drin war. Beide Mannschaften wollten gewinnen. Bei uns waren der Kopf und die Beine zu Beginn nicht so frisch. Da haben wir leider zwei Gegentore kassiert. Danach hat die Mannschaft eine gute Reaktion gezeigt, viele Chancen herausgespielt. Dass wir diese nicht nutzen können, ist in dieser Saison unsere Krankheit. Aber wir müssen trotz der Niederlage zuversichtlich bleiben. Wenn die Mannschaft in den nächsten drei Spielen mit so einer Leidenschaft und mit dem Teamgeist spielt, dann können wir die Gegner schlagen.“ 

Marco Bode: „Die Mannschaft hätte heute einen Punkt verdient gehabt. Es war heute kein Einstellungsproblem, am Anfang hat nach der 'Englischen Woche' die Frische gefehlt. In der zweiten Halbzeit waren wir dann die bessere Mannschaft, hatten viele Chancen. Selbst in der letzten Sekunde hätten wir noch den Ausgleich erzielen können. Das war heute ein wichtiges Spiel, die Punkte sind leider weg.“

Felix Wiedwald: „Wir haben das Derby in der ersten Halbzeit nicht angenommen und dadurch verloren. Vielleicht haben wir uns zu viel vorgenommen. Das war eine schwache Leistung. Nach der Halbzeit haben wir die Beine in die Hand genommen. Da hat Hamburg gezittert. Schade, dass wir uns nicht mit einem Tor belohnt haben.“

Thomas Eichin: „Es war klar, dass der HSV extrem aggressiv beginnt. Uns haben ein paar Prozente gefehlt. In solchen Spielen musst du möglichst lange die Null halten, dann hätten wir mit der Zeit auch zu unserer Organisation, zu unserem Spiel gefunden. Das ist uns leider nicht gelungen, der HSV hat die eigenen Chancen eiskalt genutzt. Die zweite Halbzeit war umso besser, da war das Momentum auf unserer Seite. Wir haben einen Riesen-Fight geliefert und uns viele Torchancen erarbeitet. Schade, dass wir uns nicht belohnt haben. Hier musst du mindestens ein Unentschieden holen.“

Fin Bartels: „Der erste Durchgang war nicht das, was wir zuletzt gezeigt haben. Angesichts der zweiten Halbzeit dürfen wir hier auf keinen Fall als Verlierer vom Platz gehen. Die Hamburger standen mächtig unter Druck, hätten bei einem Ausgleich vielleicht sogar noch mehr geschwommen. So stehen wir mit leeren Händen da.“

Wir dürfen uns nicht runterziehen lassen, müssen weiter positiv bleiben und intensiv arbeiten.
Clemens Fritz

Zum verschossenen Elfmeter:

Thomas Eichin: „Er ist ein wichtiger Spieler, aber kein Heilsbringer. Das haben wir immer wieder betont. Nur weil er häufig trifft, ist das keine Garantie, dass er immer trifft.“

Felix Wiedwald: „Wir machen ihm keinen Vorwurf. Er übernimmt immer wieder die Verantwortung und hat schon viele Elfmeter geschossen. Es ist normal, dass er auch mal verschießt. Natürlich ist es bitter, dass das ausgerechnet heute passiert.“

Clemens Fritz: „Claudio hat die letzten fünf, sechs Elfmeter alle reingemacht und uns schon oft Punkte gerettet. Ich mache ihm keinen Vorwurf. Aber natürlich ist es schade, dass er heute nicht getroffen hat.“

Der Treffer von Anthony Ujah reichte am Ende nicht aus (Foto: nordphoto).

Zu den letzten drei Spielen:

Felix Wiedwald: „Wir sind als Mannschaft gefordert. Wir haben jetzt erstmal zehn Tage Pause, dann warten noch zwei Spiele zuhause gegen direkte Konkurrenten. Wenn wir die gewinnen, haben wir es selbst in der Hand und nichts mit der Relegation zu tun.“

Thomas Eichin: „Wir hatten die Chance, uns Luft zu verschaffen und einen direkten Konkurrenten noch tiefer mit hinein zu ziehen. Die Brisanz ist durch die Niederlage nicht größer. Noch sind neun Punkte zu vergeben, davon brauchen wir möglichst viele. Sorgen müssen wir uns nur machen, dass wir solche Spiele nicht gewinnen, nicht effektiv genug sind. Es reicht nicht, immer nur gut zu spielen.“

Clemens Fritz: „Wir hätten unsere Ausgangsposition heute verbessern können, das ist nicht gelungen. Wir müssen uns stabilisieren, das Spiel geht nicht nur über 60 Minuten. Und wenn man immer zwei Gegentore kassiert, dann wird es natürlich sehr schwer. Aber wir dürfen uns nicht runterziehen lassen, müssen weiter positiv bleiben und intensiv arbeiten.“

Zu den anderen Partien am 31. Spieltag:

Thomas Eichin: „Natürlich schauen wir uns alle anderen Spiele an. Sicher werden auch Konkurrenten von uns punkten, aber der Abstiegskampf wird nicht heute entschieden, sondern am 34. Spieltag.“

Fin Bartels: „Das wird eine lange Woche, in der wir schauen müssen, was die anderen machen und nichts beeinflussen können.“

Felix Wiedwald: „Ich verfolge alle Spiele. Ich finde es wichtig zu sehen, wie die Gegner spielen.“ 

 

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