Eichin: "Von allem fünf Prozent zu wenig"

Stimmen zum Spiel

Applaus für die Unterstützung: Clemens Fritz und Co. bedanken sich bei den mitgereisten Fans (Foto: nordphoto).
Profis
Freitag, 05.02.2016 // 23:35 Uhr

aus dem Borussia-Park berichten Dominik Kupilas und Steffen Wunderlich

Die Leistung schwach, das Ergebnis deutlich, die Enttäuschung riesig. Nach zwei guten Partien zum Rückrunden-Auftakt kassierte Werder im Borussia-Park die erste Pflichtspiel-Niederlage des Jahres 2016 und ärgerte sich am meisten über sich selbst. „Das war heute von allem fünf Prozent zu wenig. Ich hatte nicht das Gefühl, dass jeder alles gegeben hat", so Geschäftsführer Thomas Eichin nach der Partie deutlich. „Wir stecken mitten im Abstiegskampf, da haben wir die Pflicht, unser Tor besser zu verteidigen. Wir müssen immer über unsere Grenzen gehen, das war heute nicht der Fall", machte auch Kapitän Clemens Fritz seinem Ärger Luft.

WERDER.DE hat sich nach der Partie im Borussia-Park umgehört und fasst die enttäuschten Stimmen der Grün-Weißen im Folgenden zusammen.

Leon Guwara bekam lobende Worte für sein Bundesliga-Debüt (Foto: nordphoto).

Zum Spiel:

Viktor Skripnik: „Es ist ein verdienter Sieg für Gladbach. Wir haben ab der ersten Minute gemerkt, dass Gladbach unbedingt etwas gutmachen wollte. Uns hat hingegen einiges gefehlt. Die Konzentration und die Arbeit gegen den Ball waren heute nicht gut. Jetzt schütteln wir uns, wir haben am Dienstag die nächste wichtige Partie."

Thomas Eichin: „Das war von allem fünf Prozent zu wenig. Ich hatte heute nicht das Gefühl, dass jeder alles gegeben hat. Dann gibt es eben in Gladbach auch fünf Stück. Vielleicht haben hier einige geglaubt, dass nach den letzten zwei Spielen es einfach so geht, aber wir haben gesehen, dass man 100 Prozent braucht, um zu bestehen. Wir haben die Borussia nicht in den Griff bekommen."

Anthony Ujah: Wir haben viele Fehler gemacht und zu oft die Bälle verloren. Dafür wurden wir hart bestraft. Ich weiß, dass wir es viel besser können. Unsere Mannschaft hat Charakter, wir schauen vorwärts und werden es wieder besser machen.

Zlatko Junuzovic: „Wir haben die Gladbacher viel zu einfach ins Spiel kommen lassen, haben viele Räume geboten und einfache Gegentore bekommen. Nach dem 1:3 hatten wir eine gute Chance noch einmal zurück ins Spiel zu kommen. Da hatten wir die Aggressivität, die wir uns von Anfang an vorgenommen haben. Dieses eine Spiel haben wir verbockt, aber wir müssen trotzdem die positiven Aspekte aus den ersten beiden Rückrundenspielen im Kopf behalten."

Clemens Fritz: „Wir waren heute nicht aggressiv in den Zweikämpfen und haben die Gladbacher nur begleitet, nicht attackiert. Das müssen wir uns heute vorwerfen lassen. Im Abstiegskampf ist es unsere Pflicht, das wir unser Tor verteidigen. Heute haben wir uns gefühlt vier Tore selbst reingelegt. So kannst du gegen Gladbach nichts holen. Wir bekommen viel zu viele Gegentore, da gibt es nichts schönzureden."

Enttäuschte Mienen:Papy Djilobodji und Co. mussten sich Gladbach geschlagen geben (Foto: nordphoto).

Zum Bundesliga-Debüt von Leon Guwara:

Viktor Skripnik: „Hut ab für dieses Bundesliga-Debüt. Leon war heute einer der besten bei uns. Er hat mutig nach vorne gespielt. Natürlich waren auch noch Fehler drin, aber das gehört dazu."

Clemens Fritz: „Leon hat das gut gemacht. Er war nicht übernervös, hatte einige gute Aktionen. Aber natürlich hätten wir uns alle einen besseren Einstand für ihn gewünscht."

Thomas Eichin: „Leon hat ein gutes Spiel gemacht. Für das erste Bundesliga-Spiel war das vollkommen in Ordnung."

Rouven Schröder: „Er ist selbstbewusst aufgetreten, hat sich nicht einschüchtern lassen und Fußball gespielt. Das war sehr positiv. Aber jetzt geht es darum, den Platz weiter zu verteidigen."

Zu den nächsten Aufgaben:

Clemens Fritz: „Das ist heute sicher ein kleiner Rückschritt für uns, aber das Ergebnis wirft uns nicht um. Wir müssen uns im Training den Biss zurückerarbeiten und dann im Spiel umsetzen. Wir wissen, dass wir in jedem Spiel über unsere Grenzen hinausgehen müssen. Von den vier Punkten aus den ersten beiden Spielen können wir uns noch nichts kaufen."

Zlatko Junuzovic: „Wir müssen jetzt nach vorne schauen. Der Pokal ist ein anderer Wettbewerb, da müssen wir an den Grundtugenden arbeiten um dann gegen Hoffenheim mit Selbstvertrauen auftreten zu können. Das ist ein extrem wichtiges Spiel für uns. Insgesamt müssen wir wieder mehr investieren und kompakter auftreten."