Mit Mut, Kampfgeist und Leidenschaft

Zwei Torschützen und ein Vorbereiter auf einem Bild: Anthony Ujah, Claudio Pizarro und Florian Grillitsch jubeln (Foto: nph).
Profis
Dienstag, 15.12.2015 // 23:23 Uhr

In den Sekunden vor dem Abpfiff war die Spannung greifbar - an der Trainerbank, auf dem Spielfeld und auch den Rängen. Dann explodierten alle, die es mit den Grün-Weißen halten. Was für ein Spiel! Was für ein Sieg! Was für eine Erleichterung! "Ich habe nur ein Wort für das heutige Spiel: unglaublich", jubelte Torschütze Ujah nach dem Schlusspfiff. "Der Einzug in die nächste Runde ist sehr wichtig für alle: Fans, Trainerteam und Mannschaft. Die Leute in Bremen haben das gebraucht. Jetzt dürfen alle Fans weiter von Berlin träumen", fasste Claudio Pizarro kurz darauf zusammen.

Kapitän Clemens Fritz hatte direkt im Anschluss an das spektakuläre 4:3 eine Erklärung für den Erfolg parat: "Wir haben heute mit Mut, Kampfgeist und Leidenschaft gespielt. Jeder wollte gewinnen, das hat man vor allem in der Schlussphase gesehen, als wir uns in jeden Ball geschmissen haben"

WERDER.DE hat sich nach dem Viertelfinal-Einzug unter die Spieler gemischt und fasst die Stimmen des erfolgreichen Pokalabends zusammen.

Geschäftsführer Thomas Eichin zeigte sich zufrieden mit der Leistung der Grün-Weißen (Foto: nph).

Zum Spiel:

Viktor Skripnik: „Wir sind sehr glücklich. Wir waren heute das effektivere Team, haben mit sehr viel Leidenschaft gespielt und sind über unsere Grenzen gegangen. Es war ein sehr schwieriges Spiel, aber wir haben es geschafft, gegen eine Top-Mannschaft in einem sehr attraktiven Wettbewerb zu gewinnen. Das ist angenehm, aber auch kein Wunder, denn das war ein Spiel zwischen zwei Bundeligisten und wir wussten, dass wir eine Chance haben. Jetzt müssen wir das auch in der Bundesliga zeigen. Ich hoffe dieser Sieg gibt Selbstvertrauen."

Claudio Pizarro: „Das war heute ein sehr gutes Spiel. Wir sind hierher gekommen und wollten unbedingt weiterkommen. Das Gegentor war schwierig für uns, aber wir haben eine gute Reaktion gezeigt. Die ganze Mannschaft hat zusammengehalten, das macht mich stolz."

Clemens Fritz: „Nach dem 0:1 mussten wir uns kurz fangen, weil wir davor auch einige Chancen hatten. Aber der Ausgleich kurz nach der Pause war sehr wichtig. Da haben wir gemerkt, dass heute was geht. Am Ende haben wir uns für unseren Mut belohnt."

Anthony Ujah: „Wir wussten, dass jede Mannschaft im Pokal eine Chance hat und die haben wir heute ergriffen. In der ersten Halbzeit haben wir viel Druck gemacht, aber kein Tor erzielt. Dass wir in Gladbach vier Tore in einer Halbzeit erzielt haben, macht mich sehr stolz. Das war eine super Leistung von uns, das Weiterkommen ist sehr schön für uns alle."

Es war ein enger, torreicher Pokalfight, den sich Werder und Gladbach lieferten (Foto: nph).

Janek Sternberg: „Man hat gesehen, dass wir von der ersten Minute an dran waren. Jeder ist die Wege gegangen, die wehtun und hat sich für den anderen aufgeopfert. Das war der Schlüssel zum Sieg."

Thomas Eichin: „Die ganze Mannschaft hat heute kollektiv eine gute Leistung abgeliefert. Wir waren mutig, aggressiv und vor allem über die Außen nach vorne immer gefährlich. Da haben wir uns gute Chancen erarbeitet. Dafür muss ich den Jungs ein Kompliment aussprechen. Ich denke, unter dem Strich der Sieg geht in Ordnung."

Jannik Vestergaard: „Wir sind mit dem Ziel hergekommen, eine Runde weiterzukommen. Die Aufgabe in Gladbach war sehr schwierig, aber wir waren von Beginn an sehr gut im Spiel, jeder hat für jeden gekämpft und wir haben nach dem Rückstand Charakter gezeigt. Dieses Erfolgserlebnis haben wir alle gebraucht. Jetzt wissen wir wieder, dass wir in der Lage sind, solche Leistungen abzurufen. Gefeiert wird aber erst am Samstag, wenn wir hoffentlich in Frankfurt gewinnen konnten. Dafür müssen wir aber wieder so eine Leistung abrufen."

Zum Tor von Sternberg:

Janek Sternberg: „Wenn ich meine Gefühle in Worte fassen könnte, wäre das schön. Ich bin so glücklich, ein Tor gemacht zu haben - und das auch noch im Pokal. Einfach ein super Gefühl. An die Situation kann ich mich eigentlich gar nicht mehr erinnern. Ich sehe nur, wie der Ball in den Rückraum kommt und ziehe ab. Im nächsten Moment sehe ich, wie der Ball unten einschlägt und renne einfach los."

Clemens Fritz führte die Mannschaft als Kapitän zum Sieg, musste aber ausgewechselt werden (Foto: nph).

Zur Auswechslung von Fritz:

Clemens Fritz: „Ich habe relativ früh in der ersten Halbzeit einen Schlag auf den Oberschenkel bekommen und direkt gemerkt, dass mich das behindert. In der Halbzeit haben wir es behandelt und bandagiert, aber es ging nicht mehr. Wir warten mal den morgigen Tag ab, aber ich habe noch Hoffnung für das Wochenende."

Zum Sturmduo Pizarro/Ujah:

Anthony Ujah: „Wenn wir beide zusammenspielen und einen guten Tag haben, dann ist es schwer für jeden Gegner. Heute haben wir gegen ein Top-Team gezeigt, dass wir zusammenspielen können. Ich bin sehr glücklich, dass Claudio ein Tor gemacht hat. Er wird uns in der Rückrunde noch oft helfen, wenn er die ganze Vorbereitung absolviert hat."

Zum Abschluss der Hinrunde in Frankfurt:

Thomas Eichin: "Es ist in Ordnung, das wir den Sieg heute kurz feiern, aber dann wartet ein ganz schweres Spiel auf uns. Wir brauchen dringend noch Punkte, um etwas ruhiger in die Winterpause gehen zu können."

Anthony Ujah: "Die Fans und alle im Verein können diesen Sieg ausgelassen feiern, aber wir denken an Samstag. Die Bundesliga ist wichtiger. Wir wollen unbedingt von der Relegation wegkommen. Dafür brauchen wir zum Abschluss ein Erfolgserlebnis."

Jannik Vestergaard: "Wir müssen die vielen positive Dinge aus dem heutigen Spiel mitnehmen. So ein Sieg gibt Selbstvertrauen. Aber die Bundesliga ist für uns der wichtigere Wettbewerb, wir wollen am Samstag unbedingt gewinnen."

Aus Mönchengladbach berichten Dominik Kupilas und Yannik Cischinsky