Leere Hände trotz großem Einsatz

Profis
Samstag, 31.10.2015 // 19:51 Uhr

Engagiert aufgetreten - und doch mit leeren Händen den Platz verlassen! Der SV Werder hätte die "Englische Woche" gegen den Tabellenzweiten der Bundesliga krönen können, doch unter dem Strich stand eine ...

Engagiert aufgetreten, viel reingeworfen - und doch mit leeren Händen den Platz verlassen! Der SV Werder hätte die "Englische Woche" gegen den Tabellenzweiten der Bundesliga krönen können, doch unter dem Strich stand eine 1:3-Niederlage zu Buche. „Die Gegentore sind zu einfach gefallen. Das darf uns nicht passieren. Schade, denn wir haben nicht schlecht gespielt", ärgerte sich Theodor Gebre Selassie.

Vor allem das Gegentor kurz vor der Halbzeit stellte sich als "Knackpunkt" heraus, wie die Grün-Weißen nach Spielende analysierten. "Dadurch hat uns im zweiten Durchgang der Mut und die letzte Konsequenz gefehlt. Wir hatten einfach ein wenig Angst, höher zu verlieren anstatt weiter aggressiv mitzuspielen", sagte Thomas Eichin.

Die Stimmen der Akteure aus der Mixed Zone fasst WERDER.DE zusammen.

Zum Spielverlauf:

Jannik Vestergaard: „Es ist schade, wenn man das Gefühl hat, alles gegeben zu haben, am Ende aber trotzdem mit leeren Händen dasteht. Wir müssen einfach akzeptieren, dass der Gegner besser war als wir. Spiele gegen Dortmund sind nicht die, in denen wir Punkte holen müssen. Deshalb nehmen wir einige positive Dinge, vor allem die gute Teamleistung aus dieser Partie mit."

Felix Wiedwald: „Wir standen sehr gut, haben aber unglückliche Gegentreffer kassiert. Es ist schwer, gegen ein Team wie Dortmund alle Chancen zu verhindern. Am Ende müssen wir froh sein, dass es nur 1:3 ausgegangen ist."

Thomas Eichin: „Wir hatten ein taktisch sehr gut ausgearbeitetes Konzept, das auch gut umgesetzt wurde. In der ersten Halbzeit haben wir mutig dagegen gehalten, Dortmund weitestgehend neutralisiert und uns mit dem Ausgleich belohnt. Leider hat durch das 1:2 kurz vor der Pause im zweiten Durchgang der Mut, die letzte Konsequenz und auch die körperliche Power nach dem Pokalspiel gefehlt. Dortmund war dann stärker, ballsicherer und hat am Ende verdient gewonnen."

Florian Grillitsch: „Im ersten Durchgang haben wir kompakt agiert und unsere Chance genutzt. Das 1:2 ist eine Unachtsamkeit, die uns nicht passieren darf. Wir hatten uns in der Pause für die zweite Halbzeit noch mal viel vorgenommen, aber rückblickend muss man sagen, dass das Gegentor der Knackpunkt war."

Viktor Skripnik: „Heute haben Kleinigkeiten und am Ende auch die Frische gefehlt. Die ‚Englische Woche‘ mussten wir erst mal verkraften. Das hat man am Ende gemerkt. Obwohl wir lange gut standen, konnte sich Dortmund fünf, sechs große Chancen erspielen."

Clemens Fritz: „Niederlagen tun immer weh und ärgern uns auch. Wir waren heute unheimlich bemüht, haben viel reingeworfen. Das frühe Gegentor stand natürlich nicht auf unserem Plan, aber danach sind wir mutiger geworden und haben die Dortmunder hier und da vor Probleme gestellt. Den Ausgleich hatten wir uns zu diesem Zeitpunkt verdient."

Zum zwischenzeitlichen Ausgleich:

Florian Grillitsch: „Ich habe Fin auf außen gesehen und laut geschrien. Leider hat mich Hummels beim Schuss noch erwischt und ich konnte nicht den nötigen Druck auf den Ball bringen. Zum Glück war Tony da und macht das Ding rein."

Viktor Skripnik: „Das Tor hat uns gefallen, wir haben uns sehr drüber gefreut. Das war kein Zufall, sondern alles genauso gewollt. Leider hat es uns am Ende keine Punkte gebracht."

Anthony Ujah: „Es ist für einen Stürmer immer gut, wenn er trifft. Aber das Tor hat uns heute leider keine Punkte eingebracht."

Zum zweiten Gegentor:

Anthony Ujah: „Wir haben heute nicht schlecht gespielt, aber die Qualität von Dortmund hat den Unterschied ausgemacht. Das zweite Gegentor hat uns nicht gut getan, mit dem Ausgleich wäre es in der zweiten Halbzeit ein anderes Spiel geworden."

Jannik Vestergaard: „Dieser Treffer so kurz vor der Pause ist extrem ärgerlich. Den Freistoß führt Dortmund schnell aus, deshalb passt bei uns für einen Augenblick die Zuordnung nicht. Solche Tore muss man gegen eine solche Mannschaft verhindern."

Clemens Fritz: „Das 1:2 ist richtig bitter, da haben wir geschlafen. Handlungsschnelligkeit ist eine Qualität und davon hat der BVB eine ganze Menge."

Zur Auswirkung der Niederlage:

Clemens Fritz: „Dortmund ist eine Mannschaft, mit der wir uns gerne messen, die aber nicht unser Maßstab sein kann. Deshalb gehen wir positiv in die nächsten Wochen. Wir sind auf einem guten Weg. Den müssen wir weitergehen und den Kopf dabei oben behalten. Aber wir wissen auch, dass wir immer hundert Prozent geben müssen."

Thomas Eichin: „Unter dem Strich stehen trotz der guten Taktik null Punkte aus dem Bayern- und dem Dortmund-Spiel. Wir nehmen die positiven Dinge mit, müssen jetzt aber einen oder drei Punkte aus Augsburg mitnehmen. Bei unserer aktuellen Form ist das möglich."

Felix Wiedwald: „Diese Niederlage wird uns nicht zurückwerfen. Wir haben zwei Spiele gewonnen und gegen Dortmund kann man nicht von einem Muss-Sieg sprechen. Ich denke, wir wissen dieses Ergebnis einzuordnen."

Aus dem Weser-Stadion berichten Dominik Kupilas und Yannik Cischinsky