Nicht über die Ziellinie gebracht

Stimmen zum Spiel

Die Enttäuschung bei Gálvez und Co. ist nach der Niederlage groß, dennoch kann auf die Leistung aufgebaut werden. (Foto: nordphoto).
Profis
Samstag, 02.04.2016 // 22:36 Uhr

Von Dominik Kupilas, Yannik Cischinsky und Michael Freinhofer

Der Einsatz stimmte, die Kampfbereitschaft war vorbildlich. Doch am Ende stand der SV Werder trotz starker Leistung beim designierten Vizemeister Dortmund mit leeren Händen da. „Weil es uns nicht gelungen ist, die Führung länger zu halten“, hatte der gut aufgelegte Torhüter Felix Wiedwald unmittelbar nach Abpfiff eine passende Erklärung parat. „Ich kann heute keine Kritik anbringen, außer der Tatsache, dass man so ein Spiel irgendwie zu Ende bringen muss, wenn man in der 75. Minute in Führung geht. Es ärgert mich, dass sich die Mannschaft nicht belohnt hat“, stimmte Thomas Eichin mit ein.

WERDER.DE hat sich nach der Partie im Signal Iduna Park umgehört und fasst im Folgenden die Aussagen der Grün-Weißen zusammen.

Zlatko Junuzovic traf zur 2:1-Führung, die leider nicht zum Sieg reichte. (Foto: nordphoto).

Zum Spielverlauf:

Jannik Vestergaard: „Es ist schon sehr bitter, wenn man bis zehn Minuten vor Schluss führt und noch verliert. Wir wussten, dass wir viel verteidigen und lange Wege gehen müssen um die Räume eng zu halten. In der ersten Halbzeit haben wir kein Tor zugelassen, nach der Pause waren wir dann teilweise zu offen. Dortmund hat die Löcher eiskalt ausgenutzt."

Clemens Fritz: „Wir sind heute mutig aufgetreten, haben leidenschaftlich gekämpft und sind an unsere Grenzen gegangen. Alle sind die Aufgabe heute positiv angegangen. Wir waren so dicht davor, etwas Zählbares mitzunehmen. Nach der Führung hat Dortmund allerdings seine ganze Qualität gezeigt und ist bärenstark angerannt. Am Ende ist es natürlich trotzdem bitter, wenn man in Dortmund zwei Tore schießt und nichts mitnimmt. Die Enttäuschung ist groß.“

Viktor Skripnik: „Wir wissen, gegen wen wir gespielt haben und welche Qualität der Gegner hat. Aber am Ende ist das eine Niederlage, die uns sehr ärgert. Wir haben die Räume eng gemacht, gleichzeitig aber nicht vergessen, auch etwas nach vorne zu machen. Leider haben wir nach der Führung die Gegentore zu schnell bekommen. Sonst war das eine tolle Partie. Wir haben eine gute Moral gezeigt und insbesondere der zweite Durchgang war super für alle Zuschauer.“

Felix Wiedwald: „Das war ein sehr gutes Spiel von uns. Wir haben viel investiert, haben es den Dortmundern schwer gemacht und konnten hier bestehen. Wenn wir nicht im Abstiegskampf stecken würden, sondern irgendwo im Mittelfeld, dann könnten wir uns auf die Schulter klopfen dafür, dass es ein super Bundesliga-Spiel war. Aber im Endeffekt haben wir keine Punkte mitgenommen. In der Situation, in der wir sind, darf uns das nicht passieren. Wir müssen die positiven Dinge mitnehmen – wir standen hinten stabil, haben schnell umgeschaltet und unsere Standards funktionieren wieder. Das macht mir Mut für die entscheidenden nächsten Wochen.“

Wir dürfen uns keinesfalls auf dieser Leistung ausruhen
Zlatko Junuzovic

Zlatko Junuzovic: „Natürlich sind wir enttäuscht. Wir spielen gegen den Rückstand und drehen die Partie. Das Tor zum 2:1-Führungstreffer war natürlich ein befreiender Moment. Wir hatten das Gefühl, dass wir etwas holen können. Lob auch an den Unparteiischen, der die Aktion vor dem Führungstreffer an Levin Öztunali weiterlaufen lassen hat. Doch die Druckerzeugung von Dortmund war zum Ende hin sehr groß. Sie sind sehr ballsicher und bewegen sich super viel. Das lautstarke Publikum ist eine zusätzliche Stärke.“

Thomas Eichin: „Wir haben uns besser verkauft als gegen die Bayern. Grundsätzlich bin ich mit unserem Auftreten heute zufrieden, auch wenn man es zu Spielende konsequenter zu Ende gespielt hätte werden müssen. Darüber ärgere ich mich. So reisen wir mit null Punkten nach Hause. Wir haben die Dortmundern ärgern können und sie mit unseren beiden Toren wütend gemacht. Leider sind sie uns aber Lichtjahre voraus. Bei den Standardsituationen müssen wir einfach konsequenter sein. Wir hätten noch aggressiver in die Zweikämpfe gehen müssen und auf etwas Glück hoffen können, dass wir auch mal einen Punkt mitnehmen.“

Zu den Gegentoren:

Felix Wiedwald: „Wir sind die Mannschaft mit den meisten Standardgegentoren und das 2:3 resultierte wieder aus einer Ecke. Es ist sehr ärgerlich, dass wir so viele Gegentreffer aus so einfachen Situationen kassieren.“

Viktor Skripnik: Trotz der Niederlage ist der Cheftrainer mit der Moral in der zweiten Hälfte zufrieden (Foto: nordphoto).

Zur Situation in der Liga:

Clemens Fritz: „Druck haben wir schon die ganze Zeit und wir wissen, dass wir bis zum letzten Spieltag kämpfen müssen. In der Rückrunde haben wir immer wieder unter Beweis gestellt, dass wir einen großen Teamgeist besitzen. Ich denke, wir haben Dortmund heute alles abverlangt und gezeigt, was in uns steckt. Ich bin überzeugt, dass wir mit solchen Leistungen wie heute die Klasse halten.“

Jannik Vestergaard: „Wir müssen uns auf das fokussieren, was wir aus dem heutigen Spiel mitnehmen können. Wenn wir dieses Niveau in den letzten Spielen abrufen und weiterhin geschlossen auftreten, werden wir nicht viele Partien verlieren.“

Felix Wiedwald: „Die Konkurrenz hat zum Glück keine Punkte geholt, aber wir haben es deshalb auch versäumt, uns etwas abzusetzen. Die entscheidenden Wochen mit vielen Heimspielen haben wir jetzt vor uns.“

Viktor Skripnik: „Jetzt kommen die Gegner, die mit uns auf Augenhöhe sind, gegen die wir unbedingt gewinnen müssen. Da müssen wir auch so eine Leistung bringen und so eine Moral zeigen, wie heute. Wir dürfen nicht nur den Kopf schütteln, sondern müssen weiter an uns glauben und nach vorne schauen.“

Zlatko Junuzovic: „Schlussendlich haben wir das heute gut gemacht und sind gewappnet für die nächsten Aufgaben. Wenn wir so im Heimspiel gegen Augsburg und auch die nächsten sechs Spiele auflaufen, mache ihr mir keine Sorgen. Wir dürfen uns allerdings keinesfalls auf dieser Leistung ausruhen.“

Zur Fünferkette:

Jannik Vestergaard: „Für das heutige Spiel war die Dreier- bzw. Fünferkette sehr passend. Ich habe mich dabei sehr wohl gefühlt. Ich denke, wir haben gegen Weltklassespieler gut verteidigt und ihnen das Leben schwer gemacht. Ich weiß nicht genau, was das Trainerteam vorhat, aber ich könnte mir diese taktische Option auch für die Zukunft vorstellen.“

Zum Tor von Alejandro Gálvez:

Jannik Vestergaard: „Das war ein schönes Tor von ihm und für ihn eine große Erleichterung. Er hat heute gezeigt, dass er für das Team da ist und arbeitet.“

Zlatko Junuzovic: „Er hat mir gut gefallen, war aggressiv und es sonst sehr gut gemacht. Schön, dass er sich mit dem Tor belohnen konnte.“

 

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