"Die Lage ist sehr bedrohlich"

Stimmen zum Spiel

Fassungslosigkeit bei Felix Wiedwald und Santi Garcia nach der 1:2-Niederlage gegen Augsburg (Foto: nordphoto).
Profis
Samstag, 09.04.2016 // 19:30 Uhr

Von Dominik Kupilas, Yannik Cischinsky und Michael Freinhofer

Pfiffe von den Rängen, hängende Köpfe auf dem Rasen, Ratlosigkeit in den Katakomben. Die 1:2-Niederlage gegen den direkten Konkurrenten aus Augsburg war ein Wirkungstreffer. „Das tut weh. Uns hat in den entscheidenden Situationen die geforderte Geilheit gefehlt. Wenn wir es nicht schaffen, zu Null zu spielen, ist es schwer“, sprach Kapitän Clemens Fritz nach der enttäuschenden Partie Klartext. „Das Spiel dürfen wir niemals mit null Punkten abgeben. Mir fehlen die richtigen Worte, ich bin in einer Art Schockzustand, es herrscht eine große Leere in uns allen“, gestand Geschäftsführer Sport, Thomas Eichin. 

WERDER.DE hat die Reaktionen der enttäuschten Grün-Weißen im Folgenden zusammengefasst!

Zum Spielverlauf:

Florian Grillitschs erster Bundesliga-Treffer reichte nicht zum Sieg gegen den FCA (Foto: nordphoto).

Clemens Fritz: „Wir müssen das zweite Tor machen oder die Führung endlich mal nach Hause bringen, stattdessen kassieren wir das 1:1 aus dem Nichts. Das darf uns einfach nicht passieren. Im Abstiegskampf muss man auch mal mit Mann und Maus verteidigen. Wir haben zu viele leichte Fehler gemacht und die entscheidenden Zweikämpfe verloren. Was mich aber am meisten ärgert ist, dass wir zu leicht Standards in Strafraumnähe produziert haben. Da müssen wir wacher sein, zumal wir das vorher explizit angesprochen haben.“

Viktor Skripnik: „Nach dem 1:1 hatten wir genug Zeit, das Spiel wieder umzubiegen, aber wir haben nur lange Bälle gespielt. Da hat mir die Reaktion der Mannschaft gefehlt. Wir waren zu hektisch und man hat gemerkt, dass vor allem die jungen Spieler Angst hatten, Fehler zu machen. Wir haben uns versteckt, waren nicht aktiv und haben uns nicht gegenseitig unterstützt. Ich habe nicht gesehen, dass wir uns mit letzter Kraft in jeden Ball geschmissen haben.“

Die Mannschaft sitzt in einer Art Schockzustand in der Kabine
Thomas Eichin

Thomas Eichin: „Die erste Halbzeit war nicht leblos, aber uns hat heute vorne und hinten die letzte Konsequenz gefehlt. Die beiden Gegentore bekommen wir wieder aus völlig bescheuerten Situationen. Das ist in unserer Lage tödlich, das darf uns nicht passieren.“

Zur Situation:

Clemens Fritz: „Der Frust ist sehr groß. Es ist schwierig, die richtigen Worte zu finden. Wir stehen auf dem Relegationsplatz, die Abstiegsgefahr ist real. Es ist eine bedrohliche Lage, da brauchen wir nicht drum herum reden. Aber wir müssen uns wieder aufbauen, diese Niederlage abschütteln und wieder mutig in das nächste Heimspiel gehen. Die Saison geht bis zum letzten Spieltag, das dürfen wir nicht vergessen.“

Große Frustration nach dem Schlusspfiff bei Clemens Fritz (Foto: nordphoto).

Thomas Eichin: „Wir werden heute und morgen Gespräche führen und entscheiden, mit welcher Marschroute wir in die letzten Spiele gehen. Wir müssen das Gefühl haben, dass Trainerteam, Geschäftsführung und Mannschaft als Einheit in die kommenden Wochen gehen. Es gilt die richtigen Maßnahmen zu treffen und nicht in Aktionismus zu verfallen und Entscheidungen zu treffen, die wir in drei Tagen wieder bereuen.“

Viktor Skripnik: „Unsere Situation ist durch diese Niederlage natürlich nicht besser geworden. Aber wir werden jetzt nicht aufhören, sondern weiter an uns glauben. Ich sehe Hoffnung, ich sehe Qualität in der Mannschaft. Ich werde mich nicht alleine entlassen. Das Handtuch zu werfen fünf Spieltage vor Schluss, das ist nicht mein Charakter. Wir werden kämpfen bis zum Ende.“

Zum mentalen Zustand des Teams:

Thomas Eichin: „Die Mannschaft sitzt im Schockzustand in der Kabine. So einen Zustand habe ich noch nie erlebt. Diese Niederlage hat uns mental enorm in den Keller gestoßen. Es gilt, die Jungs mit den richtigen Gesprächen wieder aufzubauen.“

Clemens Fritz: „Fußball ist eine Kopfsache, das braucht man heute nicht mehr hervorheben. Natürlich sind wir nach dem Ausgleich ins Grübeln gekommen. Wenn man Woche für Woche mindestens zwei Gegentreffer kassiert, braucht man sich auch nicht wundern, dass Gegentore einen verunsichern.“  

Zu den Pfiffen der Fans:

Thomas Eichin: „Die Fans haben uns bis zur 92. Minute unterstützt und erst nach dem Abpfiff gepfiffen. Das ist auch richtig so. Sie haben alles Recht der Welt, ihren Unmut zu äußern. Wie sollen sie sich sonst ausdrücken. Ich bin mir sicher, dass sie uns nicht im Stich lassen.“

Clemens Fritz: „Die Frustration der Fans ist verständlich. Wir sind jetzt gefordert.“