Ganz wichtiges Ausrufezeichen: 3:2-Erfolg über Wolfsburg!

Pure Erleichterung: Theodor Gebre Selassie (l.) und Fin Bartels nach dem 2:1 (Foto: nordphoto).
Profis
Samstag, 16.04.2016 // 17:32 Uhr

von Maximilian Hendel

Was für ein wichtiges

Ausrufezeichen der Grün-Weißen! Vor gut 41.000 Zuschauern im Weser-Stadion

erzwang Werder Bremen dank einer richtig starken Leistung einen 3:2

(1:1)-Heimsieg am 30. Spieltag über Champions-League-Viertelfinalist VfL

Wolfsburg. Angetrieben von einem fantastischen Publikum bestimmte Werder von

der ersten Minute an eine Partie, die trotzdem bis zum Schluss spannend blieb.

Claudio Pizarros Elfmetertor (32.) konterte Josuha Guilavogui per Kopf nach

einer Ecke (36.). Nach Wiederanpfiff erhöhten dann Fin Bartels und Sambou

Yatabaré (64./83.), ehe Bas Dost noch einmal verkürzen konnte (87.). Die Bremer

brachten den verdienten Sieg jedoch über die Zeit.

Aufstellung und Formation: Vom System her unverändert vertraute Cheftrainer Viktor Skripnik auch gegen die Niedersachsen der bewährten 4-1-4-1-Formation. Personell dagegen änderte er die Startaufstellung auf zwei Positionen. Der zuletzt schmerzlich vermisste Claudio Pizarro meldete sich im Angriffszentrum rechtzeitig zurück. Für ihn blieb Anthony Ujah zunächst auf der Bank. Zudem durfte Sambou Yatabaré anstelle von Levin Öztunali auf der rechten Außenposition im Mittelfeld beginnen.

Unachtsamkeit verhindert Pausenführung in einem Klassespiel

Führung und Rekordtor: Claudio Pizarro verwandelt vom Punkt (Foto: nordphoto).

Die Höhepunkte:

11. Min.: Die ersten zehn Minuten sind um. Noch waren keine wirksamen Torannäherungen zu verzeichnen, aber allen voran die heimischen Grün-Weißen bieten von Anpfiff an massives Engagement auf.

19. Min.: Auch die erste große Chance im Spiel gebührt den Hausherren. Florian Grillitschs energischer Ballgewinn nahe des VfL-Strafraums kommt Fin Bartels zu Gute, der gedankenschnell wiederum Grillitsch durch die Gasse bedient, der frei vor Diego Benaglio im allerletzten Moment bedrängt wird und so keinen zielgerichteten Abschluss ermöglicht.

29. Min.: DER FÜHRUNG SO NAH! Yatabaré, ein echter Aktivposten über die rechte Seite, verlagert das Spiel aus vollem Tempo heraus an den langen Pfosten, dort versetzt Bartels gekonnt Gegenspieler Vieirinha und dreht den Ball ans gegenüberliegende Aluminium – den Nachschuss setzt Pizarro etwas überrascht und in leichter Rücklage über den Querbalken.

31. Min.: Elfmeter für Werder! Bartels wird in den Raum geschickt, kommt aus spitzem Winkel nicht an Benaglio vorbei – den Abpraller aber sichert sich Junuzovic, der umgehend von Vieirinha von den Beinen geholt wird.

32. Min.: TOOOOOOOOOOOOOR! 1:0 für Werder, Claudio Pizarro. Orrrrr, war das punktgenau! Pizarro verlädt Benaglio, doch sein flach links geschobener Ball nimmt noch die Verlängerung über den Innenpfosten. Egal, das Ding ist drin!

36. Min.: TOR, 1:1, Josuha Guilavogui. Ist das bitter. Eine Unachtsamkeit kostet Werder die Führung. Dost verlängert eine Ecke von Vieirinha und am langen Pfosten darf Guilavogui problemlos einköpfen.

37. Min.: Keine Spur von Schock bei den Grün-Weißen. Rechtsverteidiger Gebre Selassie ist gleich wieder im gegnerischen Strafraum, legt den Ball in den Rückraum, von wo aus Bartels frei, aber leider zu unplatziert Benaglio anschießt.

44. Min.: Was für ein Pensum von Fin Bartels; wieder ist Werders Flügelflitzer über die linke Seite in den Sechszehner eingedrungen, sucht Pizarro per Querpass – Naldo spitzelt förmlich mit der großen Zehe dazwischen, wodurch der Ball um Zentimeter am rechten Pfosten vorbeikullert.

45. + Min.: Halbzeit im Weser-Stadion. Ein Klassespiel der Grün-Weißen, die nur durch eine Unachtsamkeit bei einem Standard hier nicht mit einem Vorsprung in die Pause gehen.

Werder belohnt sich für unfassbaren Aufwand

Überragend: Zlatko Junuzovic war an allen Bremer Toren maßgeblich beteiligt (Foto: nordphoto).

56. Min.: Auch in dieser Anfangsphase des zweiten Durchgangs lassen die Bremer nicht abreißen und dominieren. Keine Präzision bekam Grilltisch allerdings soeben in seine gute Schussmöglichkeit, die ihm Junuzovic mit einem Eckball in den Rückraum vorbereitete.

60. Min.: Fritz flankt butterweich aus dem Halbfeld, Junuzovic kommt ungestört zum Kopfball, den Benaglio aber sicher fängt.

64. Min.: TOOOOOOOOOOOOOOOR, 2:1 für Werder, Fin Bartels. Was für ein schönes, was für ein wichtiges Tor! Antreiber Junuzovic steckt zentral vor dem Wolfsburger Strafraum in die Lücke, dorthin schleicht sich Bartels und bleibt allein vor Benaglio eiskalt.

71. Min.: Nach einer hohen Eingabe von der rechten Seite fällt Dost der Ball vor die Füße - Wiedwald reagiert geistesgegenwärtig und lässt die Chance des Angreifers schon in ihrer Entstehung verpuffen.

75. Min.: Was für ein Freistoßhammer von Naldo aus der tiefen zweiten Reihe, aber Wiedwald ist in der richtigen Ecke und boxt den Ball zur Seite.

83. Min.: TOOOOOOOOOOOOOR, 3:1 für Werder, Sambou Yatabaré. Werder setzt noch einen drauf. Dank einer tollen Kombination, erneut maßgeblich inszeniert von Junuzovic, braucht Yatabaré am langen Pfosten nur den Fuß hinhalten. Was für ein wichtiger Zeitpunkt!

87. Min.: TOR, 2:3 für den VfL, Bas Dost. Wolfsburg verkürzt. Dost ist nach Rodriguez’ Flanke zu frei und köpft aus Nahdistanz ein.

90. + 3 Min.: Schluss im Weser-Stadion! Nur Kruse näherte sich aus 13 Metern noch einmal dem Bremer Tor. Drei ganz wichtige Punkte im Abstiegskampf sind unter Dach und Fach.


Fazit: 
Die Grün-Weißen machten vom Anpfiff an klar: Das muss hier unser Spiel sein! Körpersprache, Wille und Mut waren eindeutig und daraus entwickelte sich eine in allen Belangen überzeugende Leistung der Gastgeber. Insbesondere das von Fin Bartels und Sambou Yatabaré angeschlagene Tempo über die offensiven Außenpositionen, von wo aus die Bremer unaufhörlich Räume öffneten, konnten ihre Wolfsburger Gegenspieler nicht mitgehen. Auch den undankbaren Wermutstropfen von Guilavogui, das schon 21. Standardgegentor der Saison, steckte Werder weg und schaltete umgehend wieder in den Angriffsmodus. Mitte der zweiten Halbzeit belohnte Bartels’ herrlich herausgespieltes Tor das Team für den unfassbaren Aufwand mit der erneuten Führung. Zwar machte es Dost nach Yatabarés zwischenzeitlichem 3:1 noch einmal spannend, aber diesmal ließen sich die Bremer hier nichts mehr aus den Händen reißen.


Highlights und Stimmen zur Partie folgen im Laufe des Abends auf WERDER.TV und WERDER.DE