Ujahs Wirkungstreffer bringt 1:1 bei Hertha BSC

Erster Punktgewinn: Hertha und Werder trennten sich am 2. Spieltag mit 1:1 (Foto: nordphoto).
Profis
Freitag, 21.08.2015 // 22:31 Uhr

Von Maximilian Hendel

Erster Punkt in der neuen Saison. Trotz eines frühen Rückstandes trennten sich Werder Bremen und Hertha BSC vor 56.376 Zuschauern im Berliner Olympiastadion mit 1:1 (1:1)-Unentschieden. Bereits in der sechsten Minute hatte Valentin Stocker die anfänglich stürmischen Gastgeber in Führung gebracht. Mitte der ersten Halbzeit besorgte Werders Angreifer Anthony Ujah im Anschluss an Ulisses Garcias Flanke den Ausgleich (26.). Auch im zweiten Durchgang besaßen die Berliner zunächst gute Chancen, wohingegen Werder später noch zwei Mal Pech mit Aluminiumtreffern hatte.

Aufstellung und Formation: Kein Tag wie jeder andere für Maximilian Eggestein. Im Auswärtsspiel bei Hertha BSC durfte der 18-Jährige hinter den Spitzen sein Bundesliga-Startelfdebüt für die Grün-Weißen feiern. Er ersetzte zunächst den aufgrund einer Gesäßmuskelzerrung noch leicht angeschlagenen Fin Bartels. Von Eggesteins Zuarbeiten sollte unter anderem auch Neuzugang Aron Jóhannsson (für Levin Öztunali) profitieren, der im Angriff neben Anthony Ujah ebenfalls erstmals beginnen durfte.

Der Ausgleichstreffer bringt Werder mächtig Auftrieb

Assani Lukimya gewinnt den Zweikampf gegen Herthas Torschütze Valentin Stocker (Foto: nph.).

Die Höhepunkte:

6. Min.: Tor, 1:0 für Hertha BSC, Valentin Stocker. Der denkbar ungünstigste Start. Ein von Gebre Selassie gewonnener Kopfball im eigenen Strafraum landet bei Herthas Hegeler, dessen Dropkick aus 17 Metern von Lukimya unglücklich auf Stockers Füße abgefälscht wird, der die Kugel wiederum handlungsschnell aus 13 Metern unter den Querbalken drischt.

15. Min.: Berlins Flügelspieler Haraguchi setzt die Grün-Weißen über ihre linke Defensivseite nicht zum ersten Mal gehörig unter Druck. Im letzten Moment köpft Gebre Selassie eine scharfe Eingabe des Japaners aus der Gefahrenzone.

26. Min.: Tooooooor, 1:1-Ausgleich, Anthony Ujah. Bislang gelang Werder offensiv noch nicht viel, dafür jetzt mit der ersten guten Aktion umso mehr. Ujah legt zum ungestört aufgerückten Ulisses Garcia nach außen, der nutzt Zeit und Raum für eine gefühl- wie effetvolle Flanke an den langen Pfosten, wo dem aus dem Hinterhalt kraftvoll einlaufenden Nigerianer weder im Luftduell noch im energischen Nachsetzen beizukommen ist; Ujah belohnt seinen Kraftakt, indem er den Ball über die Linie spitzelt.

40. Min.: Einstweilen sind keine weiteren Gefahrensituationen in beiden Strafräumen zu verzeichnen, aber den Grün-Weißen hat ihr Ausgleich mächtig Auftrieb gegeben. Hertha verfügt zwar über Ballbesitzhoheit, was konsequent dagegen arbeitende, zweikampfstarke Bremer aber nicht zum Nachteil gereicht.

45. + 1 Min.: Halbzeit. Hertha BSC kam zu Anfang stark auf, Werder zeigte rechtzeitig eine Reaktion. Der Zwischenstand geht daher in Ordnung.

Hertha kommt besser aus der Pause, spätes Aluminiumpech für Werder

Startelfdebütant Maxi Eggestein im Versuch, Vladimir Darida an der Eingabe zu hindern (Foto: nph.).

51. Min.: Gleich die erste Berliner Großchance nach Wiederbeginn. Kalou bindet zwei Bremer an der Strafraumgrenze, legt mit der Hacke auf Torschütze Stocker, der quer zum Tor zieht, ehe sich Lukimya in dessen folgenden Abschluss wirft, der erst dadurch eine ganz fiese Flugkurve annimmt und nur Zentimeter am rechten Pfosten vorbeizischt.

55. Min.: Wieder Glück für Werder. Herthas Rechtsverteidiger Pekarik kommt zur Grundlinie, legt in den Rückraum, wo abermals Stocker frei auftaucht, aber die Ballannahme verstolpert und so die mögliche Tausendprozentige aus sechs Metern verpasst.

66. Min.: Wiedwald ist zur Stelle und vereitelt Herthas schon dritte sehr gute Gelegenheit nach Wiederbeginn. Haraguchi hatte zuvor für Pekarik den Raum über die rechte Angriffsseite geöffnet, bevor dieser an Werders Schlussmann scheiterte.

68. Min.: Traumpass des gerade eingewechselten Bartels durch die Zentrale auf Ujah, der Kraft nicht überwinden kann, währenddessen zudem zu Unrecht auf Abseits entschieden wurde.

72. Min.: Ujah gewinnt nach langem Ball das Kopfballduell, Junuzovic kommt zur Gelegenheit, kann Keeper Kraft aber nicht in Verlegenheit bringen.

80. Min.: Nur das Aluminium verhindert Werders Führungstreffer. Kraft versucht, Junuzovic' lange Freistoßeingabe wegzufausten - sein Innenverteidiger Langkamp kommt ihm mit dem Hinterkopf dazwischen, doch der Ball trudelt auf den Querbalken.

82. Min.: NEEEEIN! Wieder PFOSTEN! Junuzovic bringt eine Ecke an den Elfmeterpunkt, wo Vestergaard schon in der Luft steht und einen blitzsauberen Kopfball ansetzt, der unglücklicherweise nur am rechten Pfosten landet.

90. + 2 Min. Schlusspfiff in Berlin. Vestergaards Kopfball war die letzte gute Möglichkeit der Partie.

Fazit: Vom frühen Führungstreffer beflügelt, sorgte Hertha BSC über die Anfangsphase der Partie hinaus für Druck, während die Grün-Weißen einige Zeit zur Orientierung brauchten. Anthony Ujahs etwas plötzlicher Wirkungstreffer setzte den Gastgebern, die bis dato sehr viel im Griff hatten, merklich zu. Folglich wurde Werder offensiv mutiger und erstickte defensiv Berliner Angriffsaktionen bereits im Keim. Insbesondere leisteten dabei Fritz und Bargfrede im Mittelfeld Kärrnerarbeit. Eine ähnliche Szenerie hielt die zweite Hälfte bereit, in der Hertha drei richtig gute Gelegenheiten ausließ, während Werder abermals im Endspurt stark aufkam. Zwei Aluminiumtreffer (80., 82.) verhinderten jedoch späte Bremer Glücksgefühle.

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