Skripnik zieht positives Fazit

Die Anspannung steigt

Viktor Skripnik hat mit dem Team die Richtung eingeschlagen, die zum Klassenerhalt führen soll (Foto: nph).
Profis
Samstag, 16.01.2016 // 08:11 Uhr

Aus Belek berichten Dominik Kupilas und Yannik Cischinsky

Der SV Werder hat das Trainingslager im türkischen Belek beendet. Neun intensive Trainingstage und fünf Testspiele liegen hinter Vestergaard, Pizarro und Co. Am Samstagmorgen um 7.45 Uhr Ortszeit ging es für den grün-weißen Tross mit dem Flug XQ-218 von Antalya zurück nach Bremen. „Wir sind zufrieden mit dem Trainingslager hier. Die Bedingungen waren super und jeder konnte sehen, wie intensiv wir gearbeitet haben. Die Auswertung der Leistungstests war gut und die Testspielergebnisse auch positiv. Unzufrieden sind wir mit den Verletzungen von Philipp Bargfrede und Janek Sternberg", so das Fazit von Cheftrainer Viktor Skripnik.

WERDER.DE war beim Bilanzgespräch mit Viktor Skripnik dabei und hat die Aussagen des Cheftrainers notiert. Viktor Skripnik über...

... das angekündigte Karriereende von Clemens Fritz:

"Das ist natürlich sehr schade. Eine Legende beendet seine Karriere. Er kam zu mir und war etwas traurig. Er war sehr ehrlich und ich habe sofort gemerkt, dass er sehr lange überlegt hat. Ich respektiere seine Entscheidung und wünsche ihm auch für die Zeit nach der aktiven Karriere alles Gute. Ich bin überzeugt, dass er auch danach eine große Persönlichkeit werden kann. Das wünsche ich ihm. Ich freue mich auf die nächsten Monate mit ihm und darüber, dass er nach seiner Auszeit in Bremen und bei Werder bleibt."

Gespräch zwischen Cheftrainer und Kapitän: Viktor Skripnik und Clemens Fritz (Foto: nph).

... die Testspiele an der türkischen Riviera:

"Wir haben sehr intensive Trainingseinheiten absolviert und uns nicht explizit auf diese Partien vorbereitet. Das Ziel war es, dass jeder Spieler an seine Grenzen geht und alle die Chance hatten, sich zu positionieren und zu zeigen, dass sie ein Kandidat für die erste Elf sind. Insgesamt bin ich zufrieden mit den Spielen. Alle sind ans Maximum gegangen, Man hat aber auch gesehen, dass wir noch einige Defizite haben. Wir müssen frischer sein und besser gegen den Ball arbeiten."

... die Gastspieler:

"Die beiden haben einen guten Eindruck hinterlassen. Sie waren sehr bemüht. Bei Jordan Morris hat man im Spiel gegen Inter Baku die intensive Belastung der Trainingseinheiten gemerkt. Dann noch 90 Minuten auf diesem Niveau zu spielen, das ist ungewöhnlich für ihn. Bei Laszlo Kleinheisler konnte man sehen, dass er viel Qualität hat. Er war heute sehr fleißig, aber man merkt ihm an, dass er keine richtige Vorbereitung hatte. Wir werden uns jetzt ganz in Ruhe unterhalten und dann eine Entscheidung treffen."

... die jungen Spieler, die in Belek dabei waren:

"Wir sind zufrieden, wie sich die jungen Spieler präsentiert haben. Bei Leon Guwara und Giorgi Papunashvili haben wir die Zeit genutzt, um sie besser kennenzulernen. Mit Leon sind wir zufrieden, wir haben ihn zehn Tage intensiv beobachtet und er hat gezeigt, dass er Fußballspielen kann. Natürlich ist er nicht fehlerfrei, aber er ist ein junger Spieler und da gehört das dazu. Wir erwarten nicht, dass er sofort glänzt. Und auch bei "Papu" werden wir weiterhin genau hinschauen. Heute hat zudem Jesper Verlaat das erste Mal bei uns gespielt. Wir wollen junge Spieler im Profikader installieren. Das machen wir ohne Angst vor Ergebnissen. Wann soll man die Spieler sonst richtig kennenlernen, wenn nicht hier. Dass Florian Grillitsch und Maximilian Eggestein Leute sind, die unser Spiel in Zukunft attraktiver gestalten können und wichtig für uns sein werden, wissen wir ohnehin schon."

Die Testspieler, wie Laszlo Kleinheisler, standen in Belek unter besonderer Beobachtung des Trainerteams (Foto: nph).

... die Verletzungen von Philipp Bargfrede und Janek Sternberg:

"Die Verletzungen sind sehr bitter für uns. Janek Sternberg wird uns mehrere Wochen fehlen, aber bei Philipp Bargfrede habe ich die Hoffnung, dass es noch für das Schalke-Spiel reicht. Der Spezialist in Hannover hat festgestellt, dass es nicht so schlimm ist. Das hat mich beruhigt. Eine Pause ist für ihn die beste Medizin. Er reist jetzt noch nach München zu einem weiteren Spezialisten und lässt sich dort behandeln. Dann sehen wir weiter."

... die anstehende Rückrunde:

"Die Anspannung steigt von Tag zu Tag. Ich kann nicht sagen, was nach dem 34. Spieltag sein wird, aber die Fans können sich darauf verlassen, dass wir Vollgas geben werden und alles dafür tun, die Klasse zu halten. Zurück zur Heimstärke zu finden, kann ein wichtiges Element für die Rückrunde sein, aber auch auswärts müssen wir weiter kämpfen und punkten. Zudem muss die Qualität unserer Standards wieder besser werden. Da wollen wir ebenfalls zu alter Stärke zurückfinden. Wir werden weiter an vielen Dingen arbeiten und viele kleine Spielformen trainieren, bei denen es ums schnelle Umschalten und Zweikämpfe geht. "

... das Comeback von Zlatko Junuzovic:

"Er hat heute als Kapitän gegen seine Ex-Mannschaft gespielt und ein sehr gutes Spiel gemacht. Natürlich ist er nach der Pause irgendwann in ein kleines Loch gefallen, aber er hat keinen Zweikampf gescheut und auch die Standardsituationen waren heute schon wieder gut."

... den weiteren Vorbereitungs-Fahrplan:

"Wir haben jetzt noch zehn Tage, um uns eingehend auf Schalke vorzubereiten. Am Montag um 15 Uhr treffen wir uns zum Training wieder, aber jeder Spieler muss über das Wochenende Läufe absolvieren. Alle sind professionell und jeder weiß, wo es lang geht, deshalb wissen wir, dass wir uns darauf verlassen können. Da muss kein Trainer dabeistehen und zuschauen. Ab Montag fokussieren wir uns dann voll auf den Rückrunden-Start. Am Mittwoch werden wir im Weser-Stadion unter Ausschluss der Öffentlichkeit Elf-gegen-Elf spielen, da bilden wir dann vielleicht schon unsere Startformation. Ansonsten werden wir ganz intensiv an unseren Standardsituationen arbeiten."