Ein Premieren-Tor zur Euro

Ungarns Goldtorschütze im Porträt

László Kleinheisler: Der kleine Held der Ungarn will bei der EM-Endrunde die Großen ärgern. (Foto: nordphoto).
László Kleinheisler
Samstag, 11.06.2016 // 11:45 Uhr

Von Michael Freinhofer

Seit Freitagabend ist die Europameisterschaft 2016 in Frankreich in vollem Gange. Es ist das größte Fußballturnier des Sommers. Und drei Werderaner sind mittendrin, wenn 24 Nationen um die Krone des europäischen Fußballs kämpfen. WERDER.DE porträtiert die grün-weißen EM-Fahrer - heute: László Kleinheisler.

Seit Mittwochnachmittag ist László Kleinheisler mit der ungarischen Nationalmannschaft in Frankreich. Quartier bezogen wurde in Tourrettes bei Cannes. Kleinsheisler hat einen maßgeblichen Anteil daran, dass die ungarische Auswahl in Frankreich dabei ist - und das erstmals seit 44 Jahren wieder. Gleich bei seinem Länderspiel-Debüt ebnete der grün-weiße Mittelfeldspieler den Magyaren den Weg zur EM-Endrunde.

Auf den Spuren von Ferenc Puskás

Der in der nordungarischen Industriestadt Kazincbarcika geborene, wendige Mittelfeldspieler erlernte beim Nachwuchs von Videoton FC das Einmaleins des Fußballs. Seinen bis dato größten sportlichen Erfolg feierte Kleinheisler allerdings wenig später bei Puskás Akadémia FC, dem Ausbildungsverein von Videoton. Mit dem Verein, der nach Ferenc Puskás, der größten Fußballlegende Ungarns benannt ist, stieg der 1,73 Meter große Mittelfeldspieler in die erste ungarische Liga auf. Zum Einsatz kam Kleinheisler in der Nemzeti Bajnokság dann aber erst wieder für Videoton FC, die ihn nach dem einjährigen Ausbildungs-Interemezzo wieder zurückholten.

Ein Debüt nach Maß

Ende Juli 2013, im allerersten Meisterschaftsspiel feierte er gegen Szombathely sein Debüt in Ungarns erster Liga - und erzielte prompt sein Premieren-Tor für den zweimaligen ungarischen Meister. Ein Einstand nach Maß für den damals erst 19-Jährigen. In seiner Premieren-Saison bei Videoton brachte er es am Ende auf 19 Einsätze, trug sich insgesamt vier Mal in die Torschützenliste ein und konnte drei weitere Treffer auflegen - eine Bilanz, die Eindruck machte. In der zweiten Saison bei dem in Székesfehérvár ansässigen Verein kam Kleinheisler in der Hinrunde nur zu elf Einsätzen und blieb ohne Torerfolg. Für die Rückrunde wurde der offensive Mittelfeld-Akteur erneut an den Puskás FC ausgeliehen - ein erneuter Doppelpass zwischen den beiden Klubs.

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Die Nationalmannschaft und das Tor zur Euro

Die insgesamt 42 Erstliga-Einsätze für Puskás und Videoton rückten ihn auch ins Blickfeld der A-Nationalmannschaft. Nach neun Spielen und zwei Toren für die U 21-Auswahl seines Landes debütierte der 22-Jährige ausgerechnet in dem wichtigsten Spiel seit vielen Jahren für die ungarische A-Nationalmannschaft. Die Magyaren mussten als Gruppendritter hinter Nordirland und Rumänien ins EM-Play-off gegen Norwegen ran. Der deutsche Trainer der Ungarn - Bernd Storck nominierte den robusten Mittelfeldspieler für die entscheidenden beiden Partien – es sollte sich als goldrichtige Entscheidung herausstellen. Denn László Kleinheisler war es, der am 12.11.2015 zum vielumjubelten Held seines Landes wurde. Der Rotschopf, von vielen auch als ungarischer Scholes bezeichnet, durfte im Hinspiel in Oslo von Beginn an auflaufen und erzielte ausgerechnet bei seinem Länderspiel-Debüt den wichtigen 1:0-Siegtreffer. Das Tor zur Europameisterschaft. 

Im Rückspiel, das nur drei Tage später anstand, zählte der technisch starke Teamspieler erneut zur Startelf und löste durch den 2:1-Heimsieg im Rückspiel endgültig das Ticket für das Turnier in Frankreich. Dieser Sieg über die Skandinavier bedeutet für die Ungarn die erste Teilnahme an einer EM-Endrunde seit 1972. Dort starten die Ungarn am 14.06.2016 um 18 Uhr in Bordeaux in das Turnier. Der erste Gruppengegner ist dann Österreich. Denkbar, dass László Kleinheisler auch bei seinem Endrunden-Debüt wieder einen Start nach Maß hinlegt und seine Ungarn zum ersten EM-Sieg seit 44 Jahren schießt.