Pizarro belohnt sich für harte Arbeit

Claudio Pizarro kann nach seinem ersten Saisontor und dem Auswärtssieg wieder strahlen (Foto: nph).
Profis
Sonntag, 08.11.2015 // 22:44 Uhr

Einen Moment lang war Claudio Pizarro geschockt. „Das sind schlechte Nachrichten", sagte der Peruaner. Doch dann kehrte das Lächeln auf das Gesicht des Stürmers zurück, schließlich hatte er gerade sein 177. Bundesliga-Tor erzielt und den SV Werder mit dem sehenswerten 1:0 auf die Siegerstraße gebracht.

Einen Moment lang war Claudio Pizarro geschockt. „Das sind schlechte Nachrichten", sagte der Peruaner. Doch dann kehrte das Lächeln auf das Gesicht des Stürmers zurück, schließlich hatte er gerade sein 177. Bundesliga-Tor erzielt und den SV Werder mit dem sehenswerten 1:0 auf die Siegerstraße gebracht. Was den 37-Jährigen nach dem 2:1-Auswärtssieg trotzdem kurz stocken ließ, dazu am Ende mehr.

Zunächst einmal durfte der Matchwinner ausgiebig über seinen Treffer jubeln - und den Journalisten in der Mixed Zone des Augsburger Stadions erklären, welche große Bedeutung er für ihn habe. „Das war ein enorm wichtiger Treffer für mich. In den letzten Wochen hatte ich einige Probleme mit meiner Fitness, aber ich habe daran hart gearbeitet. Das Tor heute war der Lohn dafür", sagte ein strahlender Pizarro.

Keine einfachen Wochen

Mit großer Euphorie und ebenso großen Erwartungen war er im August an die Weser zurückgekehrt. Seine dritte „Amtszeit" begann der erfolgreichste ausländische Torschütze der Bundesliga-Geschichte verheißungsvoll mit einem Assist beim Hoffenheim-Sieg. Doch in der Folge fehlte das befreiende erste Tor nach der Rückkehr. „Das waren keine einfachen Wochen für mich", gestand der gefragte Protagonist.

Den Flankenball von Santiago Garcia nach 58 Minuten so traumwandlerisch sicher zu verwandeln, das erinnerte wieder an den alten Pizarro. So einfach wie es aussah war es allerdings nicht. Selbst der erfahrene Routinier musste kurz kräftig durchschnaufen als das Leder im Netz zappelte: „Das Tor war noch viel viel schwieriger zu erzielen als sonst, weil ich einfach kein Selbstvertrauen hatte." Lediglich auf den Flankengeber konnte er sich verlassen. „Aus dem Training weiß ich, dass ich einfach loslaufen muss, wenn Santi den Ball am Fuß hat. Die Hereingabe war perfekt. Wir haben viel trainiert. Jetzt hat es endlich im Spiel geklappt. Das freut mich sehr."

Von Augsburg nach Peru

Zeit zum Genießen hat Pizarro nicht. Im Gegenteil: Morgen früh geht es von München aus nach Peru zum Länderspiel - womit auch seine Schocksekunde nach Schlusspfiff erklärt wäre. Denn die Lufthansa streikt bekanntlich zu Wochenbeginn und für einen Moment sah sich der sonst so abgeklärte und gut gelaunte Südamerikaner schon in München hängen. „Ich fliege mit einer anderen Airline", erinnerte er sich nur Sekunden später. Das Grinsen war zurück und der Sonntagabend dann doch noch rundum gelungen.


Aus Augsburg berichtet Yannik Cischinsky