Derby-Rückblick Teil III: "Heiß, brisant, extrem wichtig"

Viktor Skripnik ist seit 20 Jahren bei Werder und trifft seit 20 Jahren immer wieder auf den HSV (Archivfoto: nph).
Profis
Freitag, 27.11.2015 // 13:42 Uhr

Eine Region im Ausnahmezustand. Grund: „Ein ganz besonderes Duell". Ob auf den Straßen der Bremer Innenstadt, in den sozialen Netzwerken oder beim Smalltalk im Büro - das anstehende Nordderby ist ...

Eine Region im Ausnahmezustand. Der Grund: ein ganz besonderes Duell. Ob auf den Straßen der Bremer Innenstadt, in den sozialen Netzwerken oder beim Smalltalk im Büro - das anstehende Nordderby ist das vorherrschende Thema in der Hansestadt und umzu. Doch was sagen die Protagonisten dieser Geschichte? Cheftrainer Viktor Skripnik hat schon zahlreiche Duelle zwischen Werder und dem HSV miterlebt, als Spieler, Jugendtrainer und zuletzt in der Bundesliga. Doch "du kannst dir Filme vergangener Zeiten anschauen und in Nostalgie schwelgen, aber am Ende des Tages zählen nur die Realität und die Gegenwart. Fußball kannst du nicht programmieren. Wir müssen ein starkes Gesicht zeigen - für uns und für die Fans", sagt der Ukrainer vor dem 103. Nordderby.

WERDER.DE hat für den dritten Teil der Serie mit sieben Protagonisten des anstehenden Derbys gesprochen und sie nach ihren persönlichen Erfahrungen rund um das ewige norddeutsche Duell gefragt.

Der Dauerbrenner: Torsten Frings

Bilanz gegen den HSV (als Spieler des SVW): 25 Spiele, 10 Siege, 7 Unentschieden, 8 Niederlagen und 1 Tor

Torsten Frings kann heute auf knapp 20 Jahre Nordderby-Vergangenheit zurückblicken. Bereits 1997 bestritt der heutige Co-Trainer der Grün-Weißen sein erstes Match gegen den HSV. „Wir wissen alle, dass zwischen dem HSV und Werder eine große sportliche Rivalität herrscht", so Frings. Mit der Zeit hat der Coach auch die Bedeutung dieses Ereignisses für die Region erkannt: „Das ist ein sehr wichtiges Spiel, für unsere Fans, den Verein und für die Stadt. Dieser Bedeutung ist sich jeder Spieler bewusst", erklärt Frings, der als Derby-Dauerbrenner mit Sicherheit keine Schwierigkeiten haben wird, seine Jungs für diesen Klassiker der Bundesliga zu motivieren.

Das Urgestein: Viktor Skripnik

Bilanz gegen den HSV (als Spieler des SVW): 9 Spiele, 3 Siege, 2 Unentschieden und 1 Tor

"Bei diesem Duell geht es um Prestige", weiß der heutige Cheftrainer des SV Werder und führt fort: „Ich bin seit 20 Jahren bei Werder und spiele seit 20 Jahren gegen den HSV. Jeder Sieg ist der Wahnsinn. Egal ob mit den Profis oder mit der U 16 um 11 Uhr. Selbst die Kleinen wissen, worum es bei diesen Duellen geht. Es geht um alles." Auch an die denkwürdigsten Partien seiner aktiven Laufbahn erinnert sich Skripnik gern zurück: „2001 haben wir 4:0 in Hamburg gewonnen. Das war damals ein super Erlebnis. Aber die Krönung meiner Spiele gegen den HSV war das 6:0 auf dem Weg zur Meisterschaft 2004. Es war meine letzte Saison als Spieler, die Mannschaft schenkte mir einen Elfmeter und wir wurden am Ende der Saison Meister. Ein unvergessliches Spiel und eine grandiose Saisonleistung."

Der Siegreiche: Philipp Bargfrede

Bilanz gegen den HSV (als Spieler des SVW): 8 Spiele, 6 Siege, 1 Unentschieden und 1 Niederlage

Unter den aktiven Profis ist Philipp Bargfrede nach Clemens Fritz derjenige mit den meisten Einsätzen gegen den HSV. Der defensive Mittelfeldspieler der aktuellen Mannschaft des SVW kann zudem auf eine beachtliche Bilanz zurückblicken. Bei acht absolvierten Partien ging Bargfrede sechsmal als Sieger vom Platz. Und obwohl "Bargi" das Nordderby schon mehrmals miterlebt hat, wächst die Spannung und die Vorfreude mit jedem Tag an: „Es ist immer etwas ganz besonderes. Wir wissen alle, wie wichtig das Derby ist. Vor diesem Duell kann man viele Phrasen raushauen und es wird viel geredet und berichtet. Am Ende zählt, was am Samstag auf dem Platz passiert."

Der Auswärtige: Theodor Gebre Selassie

Bilanz gegen den HSV (als Spieler des SVW): 6 Spiele, 4 Siege und 2 Niederlagen

Mittlerweile ist Theodor Gebre Selassie in seiner vierten Saison bei Werder. Und auch der Tscheche hat überwiegend positive Erfahrungen im „ewigen Duell" sammeln können. Bei vier von sechs Spielen hatten Gebre Selassie und seine Kollegen die Nase vorn. Der Rechtsverteidiger gibt zu: „Bei meinem ersten Nordderby habe ich zwar mitbekommen, dass dieses Spiel ein besonderes sein soll, aber mittlerweile bin ich schon länger hier und merke immer mehr, dass dieses Spiel extrem wichtig ist - für uns, die Fans und die Region. Überall merkt man, dass dieses Spiel näher rückt. Ob an den Menschen in der Stadt oder in den Diskussionen über die sozialen Netzwerke."

Der Junge aus dem Werder-Land: Felix Wiedwald

Bilanz: Für Felix Wiedwald ist es das erste Nordderby in der Bundesliga

Heiß, heißer, Nordderby! "Derbys sind immer heiß", sagt Felix Wiedwald, der in seiner Jugend schon für den SV Werder spielte und im vergangenen Sommer wieder an der Weser anheuerte. „Diese Spiele will man immer gewinnen und wir wollen immer vor dem HSV stehen. Das fing schon in der Jugend an, dass diese Spiele immer extrem brisant waren. Am Samstag können wir mit einem Sieg das vergangene Wochenende vergessen machen."

Der Nachwuchsmann: Luca-Milan Zander

Bilanz gegen den HSV (als Spieler des SVW): 2 Spiele in der Regionalliga Nord, 2 Siege

Auch Luca Zander kennt die besondere Stimmung vor den Duellen mit dem HSV aus seiner Juniorenzeit beim SVW. Hier fuhr er zwei Siege aus zwei Spielen ein. Am Wochenende erwartet der Rechtsverteidiger eine Extra-Portion Unterstützung: „Ich habe extrem viele Freunde, die am Samstag in der Ostkurve stehen und Vollgas geben. Da wird man jedes Jahr aufs Neue euphorisiert und hat einfach Bock auf das Spiel", weiß der 20-Jährige um die verstärkte Unterstützung bei diesen Spielen.

Der Nordderby-Neuling: Anthony Ujah

Bilanz: Für Anthony Ujah ist es das erste Nordderby

Noch keine Berührungspunkte mit diesem Duell hat Nordderby-Neuling Anthony Ujah: „Es gibt bei uns seit Tagen nur noch dieses Thema. Ich bin inzwischen schon seit vier Jahren in Deutschland und habe natürlich schon mitbekommen, wie speziell dieses Derby ist. Es ist das Spiel des Jahres für uns, eine extrem wichtige Partie für die Mannschaft, die Fans und für die ganze Stadt. Die Stimmung ist riesig und ich freue mich auf Samstag. Es ist mein erstes Nordderby, ich möchte unbedingt gewinnen."

Von Svend-Philipp Kallmayer

 

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