Spürbar gut getan

Gegen den BVB sind Werders Nationalspieler um wieder in der Liga gefordert (Foto: nordphoto).
Profis
Donnerstag, 31.03.2016 // 18:17 Uhr

Von Yannik Cischinsky

Die Nationalspieler sind zurück, Werder ist wieder komplett. Im Laufe des Mittwochabends und des Donnerstags kehrten Jannik Vestergaard, Zlatko Junuzovic und Co. in die Hansestadt zurück. Fast alle von ihnen mit einem positiven Erfolgserlebnis im Gepäck. „Die Länderspiele haben richtig Spaß gemacht. Ich war aufgrund der Verletzung in der letzten Länderspielpause ja länger nicht dabei, da hat das Tor gegen die Türkei zusätzlich gut getan. Zwar haben wir noch verloren, aber ich denke, ich kann viel Positives mitnehmen“, freute sich Österreichs Spielmacher Zlatko Junuzovic.

Jannik Vestergaard kam ebenfalls mit einem Lächeln zurück an die Weser. „Unabhängig von der Situation im Verein ist es immer schön, mal unterwegs zu sein, die eigene Sprache sprechen zu können und alte Kumpels wieder zu sehen. Noch dazu ist es eine Ehre, sein Land repräsentieren zu dürfen“, sagte der Däne am Donnerstag und fügte hinzu: „Ich konnte Motivation und Optimismus tanken. Jetzt freue ich mich richtig auf die Bundesliga und die kommenden Spiele.“

"Von diesen Duellen als kleiner Junge geträumt"

Für Österreich traf Zlatko Junuzovic am Dienstag, Samstag will er den BVB fordern (Foto: nordphoto).

Bereits am Samstag ist ein Großteil der neun grün-weißen Nationalspieler wieder gefordert. Während Junuzovic für den ÖFB in beiden Testbegegnungen zum Einsatz kam und nach der Rückkehr ein individuelles Programm absolvierte, konnten Jannik Vestergaard, Theodor Gebre Selassie, Florian Grillitsch und Levin Öztunali, aber auch die bereits Anfang der Woche zurückgekehrten Laszlo Kleinheisler, Ulisses García und Leon Guwara regulär mit dem Team trainieren. Bis zum Duell gegen den Tabellenzweiten BVB gilt es, alle Gereisten wieder fit zu bekommen. Schließlich erwartet den SVW mit Dortmund eine enorm heim- und formstarke „harte Nuss“, wie es Cheftrainer Viktor Skripnik formulierte.

„Duelle mit Mannschaften wie Dortmund sind Spiele auf sehr hohem Niveau. Davon hat man als kleiner Junge auf dem Bolzplatz geträumt“, so Vestergaard. „Dieser Traum verschwindet auch nicht, wenn man mal deutlich verloren hat“, ergänzte der Innenverteidiger mit Blick auf die bitteren Auswärtsniederlagen gegen Wolfsburg, Mönchengladbach und zuletzt München. „Daraus haben wir gelernt“, ist sich Junuzovic sicher. „Wir wollen ohne Angst spielen, mutig nach vorne agieren und dabei hinten kompakt stehen.“ Kurzum: „Wir wollen die Dortmunder richtig fordern und etwas Zählbares mitnehmen“, so der Österreicher. Wenn es nur um Schadensbegrenzung ginge, wie den Grün-Weißen nach dem Auftritt bei Bayern vorgeworfen wurde, dann habe man schon verloren, stimmte ihm Vestergaard zu. Er spricht von einer „breiten Brust“, mit der man auftreten werde.

Der Glaube an das Unmögliche

Beste Erinnerungen: Mit Hoffenheim siegte Jannik Vestergaard 2013 in Dortmund (Foto: nordphoto).

Seine ganz persönliche Motivation zieht Vestergaard aus einem Gastspiel bei der Borussia vor zweieinhalb Jahren. Mit Hoffenheim gewann er in einem „sehr emotionalen Spiel“ mit 2:1. „Wir lagen lange mit 0:1 hinten und hätten uns eigentlich nicht beschweren dürfen, wenn es nach 60 Minuten 0:4 gestanden hätte“, erinnert sich der Däne noch heute. Doch Vestergaard und Co. drehten die Partie, gewannen und sprangen am letzten Spieltag noch auf den rettenden Relegationsplatz – „obwohl wir eigentlich schon tot waren. Niemand hat mehr an uns geglaubt. Es sah ziemlich finster aus. Doch wir haben weiter dran geglaubt.“

Der Sieg habe ihm gezeigt, wie wichtig der Glaube an das Unmögliche sei. Denn: Auch Werder fährt am Samstag als klarer Underdog nach Dortmund. „Natürlich ist der BVB Favorit“, sagt Skripnik. Und dennoch ist bei ihm sowie bei den Rückkehrern die Vorfreude auf das Flutlichtspiel vor 80.000 Fans greifbar. „Wir wollen und können was mitnehmen, wenn wir an unsere Leistungsgrenze gehen“, so Junuzovic. Die Überzeugung bei dieser Aussage klingt durch. Es ist ihm, aber auch den anderen Nationalspielern anzumerken, dass die Länderspielpause spürbar gut tat.