Mit der Stadt im Rücken ins Endspiel

Kurz-Interview mit Jannik Vestergaard

Jannik Vestergaard bedankt sich nach dem Spiel bei den mitgereisten Werder-Fans (Foto: nordphoto).
Jannik Vestergaard
Samstag, 07.05.2016 // 21:20 Uhr

Notiert von Dominik Kupilas

Jannik Vestergaard kennt die Extrem-Situation Abstiegskampf. In der Saison 2012/13 musste er mit seinem damaligen Verein 1899 Hoffenheim am letzten Spieltag bei Borussia Dortmund antreten - durch einen 2:1-Sieg retteten sich Vestergaard und Co. in die Relegation. Mit dem SV Werder steht am kommenden Samstag erneut ein Finale um den Klassenerhalt an. Nach dem Spiel beim 1. FC Köln stellte sich der Innenverteidiger den Fragen der Journalisten, blickte auf die vorausgegangenen 90 Minuten und die entscheidende Partie gegen Eintracht Frankfurt.

Jannik Vestergaard, am Ende nehmt ihr aus Köln einen Punkt mit, rutscht aber auf den Relegationsplatz ab. Wie fällt dein Fazit aus?

Jannik Vestergaard: „Es war ein intensives Spiel, wir haben hart kämpfen müssen. Natürlich hätten wir gerne gewonnen, aber jetzt haben wir nächste Woche ein Endspiel im eigenen Stadion.“

Du sprichst das "Abstiegs-Endspiel" an: Was macht dich zuversichtlich, dass ihr das Spiel gewinnen werdet?

Jannik Vestergaard: „Wir konnten uns lange darauf einstellen, dass es auf den letzten Spieltag ankommen wird. Und es ändert sich für uns nicht viel, denn selbst wenn uns ein Unentschieden gereicht hätte, hätten wir auf Sieg gespielt. Wenn wir die ersten 30 Minuten des Derbys ausklammern, haben wir zuletzt fünf ordentliche Spiele gezeigt, dabei die letzten beiden Heimspiele gewonnen. Darauf konzentrieren wir uns. Mit unseren Fans im Rücken bin ich total überzeugt davon, dass wir es nächste Woche schaffen. Wir müssen Frankfurt von Anfang an so unter Druck setzen, wie uns das gegen Stuttgart gelungen ist.“

Jannik Vestergaard im Luftduell mit Anthony Modeste (Foto: nordphoto).

Welche Rolle spielt es, dass ihr ausgerechnet vor diesem entscheidenden Spiel das erste Mal ohne Gegentor geblieben seid?

Jannik Vestergaard: „Das ist sehr positiv, weil wir das bislang nicht geschafft haben. Dafür haben in Köln alle hart gearbeitet und Wiede hat einige gute Paraden gehabt. Es ist gut, einen Punkt mitzunehmen ohne ein Tor erzielt zu haben.“

Ein Tor habt ihr ja sogar erzielt, Schiedsrichter Dr. Zwayer hat den Treffer aus der 26. Minute allerdings abgepfiffen. Wie hast du die Situation wahrgenommen, du warst ja mittendrin?

Jannik Vestergaard: „Ich kann nicht sagen, was ich falsch gemacht haben soll. Ich bewege mich fast gar nicht, der eigene Mitspieler springt dem Torhüter in den Rücken. Natürlich ist es sehr frustrierend, wenn man in unserer Situation ein solches Tor aberkannt bekommt. Wenn man ein Tor nicht gibt, muss sich der Schiedsrichter ganz sicher sein. Das war bei der Szene sicher nicht der Fall. Aber so ist das jetzt.“

Du hast mit deinem Ex-Verein Hoffenheim schon einmal eine ähnliche Situation erlebt. Damals ging es am letzten Spieltag beim Auswärtsspiel in Dortmund um Klassenerhalt oder Abstieg. Kannst du diese Erfahrung jetzt für dich nutzen?

Jannik Vestergaard: „Ich kann aus Erfahrung sagen, dass es umso geiler ist, entscheidende Spiele zu gewinnen. Wir werden in dieser Woche auf so ein Gefühl nach Schlusspfiff hinarbeiten.“

Eine letzte Frage: Insbesondere bei den letzten beiden Heimspielen standen die Fans wahrhaftig wie eine Wand hinter euch. Wie wichtig ist diese Unterstützung am nächsten Samstag?

Jannik Vestergaard: „Diese Unterstützung gibt uns extrem viel Kraft. Die ganze Stadt steht hinter uns und ich denke, dass im Stadion die Hölle los sein wird. Wir haben nur ein Ziel: Wir wollen den Fans und der Stadt mit einem Sieg und dem Klassenerhalt alles zurückzahlen. Wir freuen uns auf die Stimmung.“