Jahresrückblick Teil II: Rückkehr des Rückhalts

Torhüter Felix Wiedwald unterschrieb im Mai wieder beim SVW und wurde im Jahreserlauf ein sicherer Rückhalt (Foto: nph).
Profis
Montag, 28.12.2015 // 12:55 Uhr

Wie schon im ersten Quartal wurden auch in dem Monaten April bis Juni zahlreiche personelle Weichen für die Zukunft gestellt. Von einem "vermeintlichen Aprilscherz" bis hin zur Rückkehr eines echten Werderaners gab es viel zu vermelden. Auf dem Platz durften sich die Grün-Weißen für einen legendären Nordderby-Sieg und einen emotionalen Erfolg bei der Rückkehr von Thomas Schaaf als Frankfurt-Coach feiern lassen.

Im zweiten Teil des Jahresrückblicks blickt WERDER.DE noch einmal auf ein ereignisreiches zweites Quartal. Unter anderem geht der Blick dabei auch bis ins Jahr 1965 zurück. Inwiefern? Das lesen Sie im Folgenden.

Hashtag des Quartals: #ichhättbock

Junuzovic und Ujah präsentieren die City-Cards mit #ichhättbock (Foto: WERDER.DE)

Bundesliga-Partien im Weser-Stadion sind etwas Einzigartiges. Spiele gegen Bayern, Dortmund und Co. im Speziellen. Und das Nordderby gegen den Hamburger SV sowieso.
Deshalb haben die Werder-Profis in kurzen Videoclips mit dem Hashtag #ichhättBock im Verlauf des letzten Jahres ihre Vorfreude unter anderem auf das Nordderby, aber auch auf einige andere Spiele, zum Ausdruck gebracht. Mal standen die Spieler im leeren Weser-Stadion und träumten von der tollen grün-weißen Kulisse (Zum Video), mal präparierten sie eigenhändig den Rasen und die Tore für die anstehende Partie (Zum Video) und mal starrte sie auf den DFB-Pokal in der Sehnsucht, diesem bald selbst ein Stückchen näher zu sein (Zum Video). Die lustigen Filmchen mit Bartels, Ujah, Wiedwald und Co. veröffentlichte der SV Werder auf YouTube und in seinen Social-Media-Kanälen.

Instagram-Bild des Quartals: Derbysieger-Selfie

So jubeln Derbysieger! (Foto: WERDER.DE).

Ein Augenblick, den man nie wieder vergisst. Als solchen kann man den Derbysieg gegen den Hamburger SV am 19. April des ablaufenden Jahres ganz sicher beschreiben. Der Erfolg über den Rivalen aus Hamburg bedeutete für den SV Werder zugleich den 500. Bundesliga-Heimsieg. Was unmittelbar nach dem Schlusspfiff durch Schiedsrichter Stark geschah, wird zusätzlich dafür sorgen, dass dieser Tag unvergessen bleibt.

Sebastian Prödl, der den SV Werder im Sommer in Richtung Watford FC verließ, nahm den historischen 1:0-Erfolg (Zum Spielbericht) zum Anlass, um ein Erinnerungsfoto zu initiieren. Handlungsschnell bat der österreichische Innenverteidiger Werders-Teammanager, Tim Barten, ein Jubelfoto der gesamten Mannschaft vor der prallgefüllten Ostkurve zu machen. Das einmalige Motiv hat auf der offiziellen Facebook-Seite der Grün-Weißen für eine große Begeisterung gesorgt: Insgesamt über 1,1 Millionen Leute wurden damit erreicht. Auf Instagram war es eins der am meisten geklickten Werder-Bilder aller Zeiten.

Geschichten des Quartals: der mit dem Bock tanzte

Abdrehen für das Bad in der Menge: Anthony Ujah erzielte zehn Pflichtspieltore für Werder (Foto: nph).

"Nein, diese Meldung ist kein Aprilscherz." Wie oft genau die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Callcenters am 1. April diese Frage beantworten mussten, ist nicht überliefert. Sicher ist jedoch, sie mussten sie verdammt oft beantworten. Um Punkt 11.18 Uhr am 01.04.2015 wurde auf WERDER.DE die Pressemitteilung veröffentlicht, die den Wechsel von Davie Selke zu RB Leipzig im Sommer verkündete (zur Meldung) - und die die Enttäuschung vieler Fans über den Abgang eines vielversprechenden Talents nach sich zog. Es ist bis heute eine der meistgelesenen News auf WERDER.DE dieses Jahres. „Davie ist ein wichtiger Bestandteil unserer Mannschaft und wird bis zum Schluss alles dafür tun, damit wir unser gemeinsames Ziel erreichen werden", stellte Thomas Eichin klar. Und so kam es. Selke gehörte weiterhin zur Startelf und erzielte für Werder im letzten Saisondrittel noch drei wichtige Treffer.

Der verlorene Sohn

40Der Wechsel von Felix Wiedwald zu Werder war unterdessen so etwas wie die Rückkehr eines verlorenen Sohnes. Viele Jahre hatte der gebürtige Thedinghauser in der Jugend des SVW gespielt ehe er über Duisburg nach Frankfurt abwanderte. Im Sommer kehrte er zu seinem „Herzensverein" zurück. Die Weichen dafür wurden rechtzeitig gestellt, Ende Mai unterschrieb er einen Zwei-Jahres-Vertrag (Zur Meldung). "Es ist ein super Gefühl, wieder hier in Bremen zu sein. Werder ist mein Verein", schwärmte Wiedwald, der seinem Verein gleich mit starken Paraden wichtige Zähler rettete.

Und noch ein Transfer, der im Mai vollzogen wurde, sorgte im weiteren Jahresverlauf für viele positive Schlagzeilen: Anthony Ujah sollte ab Sommer für Werder auflaufen. Innerhalb kürzester Zeit aklimatisierte sich der nigerianische Nationalspieler, der kurz vor Bekanntgabe des Transfers (Zur Meldung) noch durch seinen Tanz mit dem Geißbock Hennes in aller Munde gelandet war. Schon in der Vorbereitung traf Ujah nach Belieben, im Pokal und in der Liga ging es nahtlos weiter. Zehn Pflichtspieltore erzielte "Tony" (sieben in der Liga, drei im Pokal). Er schwang sich damit gleich in seiner ersten Halbserie zu Werders wichtigstem Torjäger auf.

Spiel des Quartals: Schaafs 1. Mal als Nicht-Werderaner

Zurück an alter Wirkungsstätte: Thomas Schaaf trat mit Frankfurt gegen Werder an (Foto: nph).

Er war einer der prägendsten Trainer der Vereinsgeschichte: Thomas Schaaf. Nach 41 Jahren Vereinszugehörigkeit, davon 14 Jahre als Cheftrainer der Bundesliga-Mannschaft inklusive zahlreicher Titelgewinne, kehrte er am 2. Mai erstmals als Coach einer gegnerischen Mannschaft ins Weser-Stadion zurück. "Bremen wird immer ein intensiver Teil meines Lebens bleiben, denn ich habe hier lange gelebt und viel erlebt", sagte Schaaf im Vorfeld gegenüber WERDER.DE (Zum Interview).

Mit großem Applaus wurde „TS" schließlich von den Fans empfangen. Wie schon bei den Abschiedsspielen von Frings und Ailton oder während der Choreografie beim ersten Heimspiel ohne Schaaf 2013, drückten die grün-weißen Anhänger auch dieses Mal ihre große Dankbarkeit für drei Pokalsiege und eine Meisterschaft lautstark aus. „Man hat gespürt, dass bei den Fans heute eine besondere Stimmung geherrscht hat", erklärte Clemens Fritz und auch Viktor Skripnik konsultierte: "Ich habe mich richtig gefreut, ihn zu sehen." Der 1:0-Sieg für Werder (Zum Spielbericht) geriet dabei fast zur Nebensache, dabei ließ der knappe Erfolg durch den Kopfballtreffer von Davie Selke das Team noch einmal an die europäischen Plätze heranrücken.

Zahl des Quartals: 1965

Unter anderem Hans Schulz, Ehrenpräsident Klaus-Dieter Fischer und Max Lorenz eröffeneten die 65er-Ausstelung (Foto: nph).

Im Mai dieses Jahres feierte man an der Weser ein rundes und geschichtsträchtiges Jubiläum. Vor genau 50 Jahren reckten die Werderaner zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte die Meisterschale in die Höhe. Ganz Bremen war damals aus dem Häuschen. Anlässlich der mehrtägigen Feierlichkeiten rund um das Jubiläum gab es auch eine Sonderausstellung im WUSEUM, die mit einzigartigen Bildern, Video-Schnipseln und Exponaten an die Helden von damals erinnerte (Zur Meldung).

Von "Eisenfuß" Horst-Dieter Höttges über Max Lorenz bis hin zu Gerhard Zebrowski, sie alle wurden beim bereits erläuterten Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt Anfang Mai gebührend gefeiert. In zahlreichen Interviews mit WERDER.TV ließen sie die Gründungszeit des deutschen Fußball-Oberhauses noch einmal rekapitulieren (Stimmen zur Meisterschaft).

Von Dominik Kupilas und Yannik Cischinsky