Jahresrückblick Teil I: Mit Schwung aus dem Winter

Wichtige Unterschrift: Zlatko Junuzovic unterschrieb im Februar seine Vertragsverlängerung bis 2018 (Foto: WERDER.DE).
Profis
Samstag, 26.12.2015 // 09:57 Uhr

Vertragsverlängerungen, Neuverpflichtungen und eine Siegesserie - das erste Quartal des Jahres brachte einige denkwürdige Momente mit sich. Grund genug, um noch einmal auf Januar, Februar und März zurückzublicken.

Was im grün-weißen Kosmos während der ersten drei Monate des Jahres von Bedeutung war, fassen wir im ersten von vier Teilen des großen WERDER.DE-Jahresrückblicks 2015 zusammen. In den verschiedenen Rubriken gibt es immer auch zahlreiche weiterführende Links - viel Spaß beim Stöbern!

Hashtag des Quartals: #JunobleibtBremer

Geht er oder bleibt er? Eine Frage, die alle Fans des SV Werder über Wochen beschäftigte. Das Ende der Vertragsverhandlungen zwischen Werder und Zlatko Junuzovic ist mittlerweile hinlänglich bekannt: Junuzovic blieb Bremer (Zum Artikel). Im Netz hatte sich der Hashtag #JunobleibtBremer etabliert. Unzählige Tweets, Bilder, Posts und Kommentare zeigten, welchen Stellenwert der Freistoßspezialist innehat.

Rund hundert Fans machten sich sogar auf, um beim ersten Laktattest nach der Winterpause ihrem Idol einen Verbleib an der Weser schmackhaft zu machen. Neben zahlreichen Junuzovic-Masken hatten sie Banner mit #JunobleibtBremer gebastelt, bekannte Werder-Lieder umgedichtet und die Texte dazu mitgebracht. Es war also keine Frage, dass auch die Vertragsverlängerung der Identifikationsfigur bis 2018 zu allererst in den sozialen Medien verkündet werden musste. Blöd nur, dass die Begeisterung des Österreichers so groß war, dass er die Verkündung wenige Minuten früher als beschlossen als Post absetzte. Ein kleines Malheur, dass die Werder-Fans im anschließenden digitalen Jubelsturm zwar nicht weiter stören sollte, aber hinter den Kulissen kurzzeitig für schwitzige Hände sorgte.

Instragram-Bild des Quartals: Blumen für eine Legende

Er war einer der ganz großen Werderaner: Arnold „Pico" Schütz. Das Instagram-Bild des Quartals zeigt deshalb den Besuch von Werder-Präsident Dr. Hubertus Hess-Grunewald bei Schütz, der am 19. Januar seinen 80. Geburtstag feierte. Hess-Grunewald überreichte im Namen von ganz Werder Bremen einen Blumenstrauß und Glückwunsche. Im April dieses Jahres verstarb der Ehrenspielführer und Meister von 1965 in seiner Heimatstadt Bremen. Zu seinen Ehren gab es eine Gedenkminute im Weser-Stadion, bei der die Zuschauer für sein Lebenswerk klatschten anstatt in Trauer zu schweigen - ganz wie es der große "Pico" es sich gewünscht hätte.

Geschichten des Quartals: "Weserguard" und Totenstille

Neben Junuzovics Unterschrift durften Werders Anhänger zu Jahresbeginn auch die Ankunft eines Neuzugangs feiern. Jannik Vestergaard wechselte aus Hoffenheim an die Weser. Auch er unterzeichnete einen Vertrag bis 2018 und entwickelte sich nach wenigen Spielminuten zu einer festen Größe im Abwehrzentrum. Eine Entwicklung, die Thomas Eichin bereits bei der Vorstellung vorhersagte: „Wir sind uns einig, dass Jannik die perfekte Mischung aus Erfahrung und Entwicklungspotenzial mitbringt, auf die wir für die Zukunft bauen können." Von den Fans, die der baumlange Däne schon damals aus dem Mannschaftsbus der Hoffenheimer heraus bewunderte, bekam er den denglischen Spitznamen „Weserguard" verpasst. Werder und Vestergaard - das passte auf Anhieb.

Wenige Tage vor Vestergaards Ankunft war Werder unterdessen zu Gast in Hannover. Der Test gegen den Rivalen aus der niedersächsischen Landeshauptstadt fand dabei unter Ausschluss der Öffentlichkeit in der menschenleeren HDI-Arena statt. Für alle Beteiligten war es ein skurriles und zugleich einmaliges Erlebnis. Während die Fans den 3:2-Erfolg (Zum Spielbericht) live bei WERDER.TV verfolgten, rieselte im Stadion der Schnee. Abgesehen von den Kommandos der 22 Akteure und von der Seitenlinie blieb es fast schon totenstill. „Es war der Wahnsinn zu merken, wie viel und was alles während eines Spiel geredet wird", stutzte Junuzovic. „Es hat sich ein wenig angefühlt, wie bei 'Jugend trainiert für Olympia', scherzte Clemens Fritz (Stimmen zum Test). Sicher waren sich aber alle: ziemlich langweilig, so ganz ohne Fans!

Spiel des Quartals: Sechs Folgen einer Super-Serie

Schubladen sind dazu da, um außerhalb von ihnen zu denken. Deshalb brechen wir gleich im ersten Teil mit der Rubrik „Spiel des Quartals" und präsentieren stattdessen eine ganze Siegesserie, die noch dazu im alten Jahr begann. Mutig. Der 2:1-Sieg gegen Borussia Dortmund war der Startschuss zur eminent wichtigen Serie von insgesamt fünf Bundesliga-Erfolgen hintereinander: Dortmund (2:1), Berlin (2:0), Hoffenheim (2:1), Leverkusen (2:1) und Augsburg (3:2) dienten Werder beim Klettern aus dem Tabellenkeller als Sprungbretter. Am Ende ermöglichte dieser gelungene Rückrundenstart sogar den Kampf um Europa, bei dem Werder erst durch eine Niederlage am letzten Spieltag die Europa League-Plätze knapp verpasste.

Zahl des Quartals: 2.492

2.492 - so viele Kilometer liegen zwischen Bremen und Belek. Bereits zum 13. Mal bereiteten sich die Grün-Weißen an der türkischen Riviera auf den Rückrundenstart vor. Neben schweißtreibenden Trainingseinheiten und Erholungsphasen im neu-eröffneten Regnum Carya, das im Jahresverlauf beispielsweise US-Präsident Barack Obama als Gast begrüßen durfte, standen auch drei Testspiele auf dem Programm. Dreimal ging Werder als Sieger vom Platz. Kurios: Die Testspiele gegen Cottbus und Al-Fujairah fanden am selben Tag unmittelbar hintereinander statt.

Während das Werder-Aufgebot zweimal komplett durchgetauscht wurde, mussten die Fans an diesem Nachmittag Durchhaltevermögen beweisen. Bei dem kühlen, windigen und nasskalten Wetter nicht immer einfach. Eines Morgens hingen beispielsweise Eiszapfen vom Dach des Teamhotels. Die Akteure ließen sich davon aber nicht beirren und machten nach einem heftigen Regenguss die Not zur Tugend. Kurzerhand sprang das gesamte Team in eine riesengroße Pfütze am Rand des Trainingsplatzes. Ein unvergessliches Erlebnis.

Von Yannik Cischinsky