"Immer davon geträumt" - Debüt von Zander und Hilßner

Der Moment in der 56. Minute: Luca Zander und Marcel Hilßner werden eingewechselt (Foto: WERDER.DE).
Profis
Montag, 28.09.2015 // 17:00 Uhr

Wenn sich Florian Kohfeldt von der Ersatzbank erhebt, ein Trikot in der Hand, dann sind die Blicke aller Auswechselspieler auf ihn gerichtet. Eine Einwechslung steht bevor, der Co-Trainer beordert einen Spieler zu sich: Trikot überstreifen, letzte Instruktionen und dann rauf auf den Rasen. Am Samstag hielt Kohfeldt gleich zwei Leibchen nach oben, die Rückennummern 19 und 33 prangten darauf. Ziffern, die für zwei Grün-Weiße einen ganz besonderen Moment ihrer noch jungen Karriere bedeuteten. Denn: Kurz darauf kamen Luca Zander und Marcel Hilßner zu ihren Bundesliga-Debüts.

„Der Augenblick, als ich zur Bank gerufen wurde, war sehr unwirklich. Vor der Einwechslung habe ich versucht alles aufzusaugen, danach alles ausgeblendet und mich total fokussiert", erinnert sich Zander, einer des Debüt-Duos. Seit neun Jahren trägt der Rechtsverteidiger das Werder-Trikot, im Frühjahr 2014 unterschrieb er einen Vertrag an der Weser, der in einen Profi-Kontrakt überging. Sein Herz schlägt schon immer grün-weiß. „Ich habe schon im Alter von fünf, sechs Jahren in der Ostkurve gestanden und immer davon geträumt, eines Tages im Weser-Stadion zu spielen", erklärt er.

Skripnik: "Kein Wunschkonzert, sondern harte Arbeit"

Zahlreiche Verletzungen warfen den 20-Jährigen immer wieder zurück, doch Skripnik vertraute Zander und warf ihn gemeinsam mit Hilßner am Wochenende in einer schwierigen Phase des Spiels „ins kalte Wasser", wie der Cheftrainer es formuliert. "Es ist was anderes von der Bundesliga zu träumen, als dann in sie einzutauchen. Irgendwann müssen die jungen Spieler diese Luft schnuppern. Das ist eine wichtige Erfahrung und jetzt wissen die beiden, dass die Bundesliga kein Wunschkonzert ist, sondern harte Arbeit", führt Skripnik aus. Am Ende unterlag Werder mit 0:3, jubeln konnten Zander und Hilßner nach dem Spiel nicht. „Es ist schade, dass die Partie so gelaufen ist, aber dieser Einsatz soll erst der Anfang gewesen sein und spornt mich an, weiter Gas zu geben", so Zander.

Während der Verteidiger seit dem Winter 2013/14 zum Kreis der Bundesliga-Profis gehört und lange auf das Debüt hin gefiebert hat, kam Mitspieler Hilßner einigermaßen unverhofft zu seiner Premiere im Fußball-Oberhaus. Für das Spiel der U 23 war er bereits nach Erfurt gereist, doch da Aron Jóhannsson verletzungsbedingt ausfiel, rückte er kurzfristig nach. Die Freude über die ersten Bundesliga-Minuten bleibt davon unberührt. „Das Gefühl im Stadion aufzulaufen ist einfach unbeschreiblich gewesen. Das Ergebnis war natürlich nicht so wie wir uns das vorgestellt haben, aber nichts desto trotz ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen", schwärmte der gebürtige Leipziger, der ebenfalls schon viele Jahre die Raute auf dem Trikot trägt.

Hilßner: "Das war wirklich Wahnsinn!"

Seit seinem 15. Lebensjahr durchlief Hilßner sämtliche Juniorenteams des SV Werder, aktuell ist der offensive Mittelfeldakteur Führungsspieler im Drittliga-Team der Grün-Weißen. „In der Bundesliga aufzulaufen ist das, wofür ich mein ganzes Leben gearbeitet habe und dann auch noch vor heimischer Kulisse. Das war wirklich Wahnsinn", erinnert sich der offensive Mittelfeldspieler an den vergangenen Samstag. „Ich hoffe natürlich das noch viele weitere folgen werden in der Zukunft, dafür werde ich alles geben." Und so werden die Blicke von Zander und Hilßner noch oft auf Florian Kohfeldt gerichtet sein, sollte dieser sich wieder ein Trikot schnappen und sich von der Bank erheben.

Von Yannik Cischinsky