Leichtfüßig in die Stammelf

Immer einen Schritt voraus: Leichtfüßigkeit und Reaktionsschnelligkeit sind Stärken von Florian Grillitsch (Foto: nph).
Profis
Freitag, 30.10.2015 // 11:05 Uhr

Eine kurze Annahme mit der Brust, die schnelle Drehung um den Gegenspieler und ein satter Linkschuss aufs lange Eck. Vor allem Aktionen wie diese aus der 73. Minute zeigen, warum Werder-Coach Viktor Skripnik beim Namen Florian Grillitsch ins Schwärmen gerät. „Er ist leichtfüßig am Ball, sieht die freien Räume und hat in engen Situationen schon die Lösung parat, ehe er den Ball bekommt. Dazu ist seine Technik fast perfekt", zählt der Cheftrainer nur einige Stärken des jungen grün-weißen Mittelfeldakteurs auf.

Und genau aus diesen Gründen setzte er beim 1:0-Pokalerfolg gegen den 1. FC Köln erneut auf Grillitsch in der Startformation - zum zweiten Mal in Folge. Insgesamt war es wettbewerbsübergreifend sogar schon das vierte Mal, dass der 20-Jährige zur ersten Elf gehörte, dabei debütierte er erst vor zweieinhalb Monaten in der Bundesliga. „Ich freue mich sehr über das Vertrauen des Trainers. Ich fühle mich in der Mannschaft wohl und freue mich über jede einzelne Minute, die ich auf höchstem Niveau spielen darf. Das spiegelt sich jetzt auch auf dem Platz wider", so Grillitsch nach dem Sieg im Pokal und seiner bis dato besten Leistung im Werder-Trikot.

"Werden noch viel Freude an ihm haben"

Thomas Eichin sieht in Grillitsch nicht nur ein "vielversprechendes Talent", sondern vor allem ein hervorragendes Beispiel für den häufig thematisierten Umgang mit Nachwuchsspielern bei Werder. „Er war in den beiden Trainingslagern sowie beim Pokalauftakt dabei, musste anschließend aber auch Kritik einstecken und hat sich über seine Einsatzzeiten zurückgekämpft", zeichnet der Geschäftsführer Sport Grillitschs bisherigen Weg noch einmal nach. Eichin sei froh, dass das Trainerteam in Spielen, in denen es „um die Wurst geht", den Mut habe, auf junge Spieler zu setzen.

Doch nicht nur die sportliche Leitung, auch die Mitspieler haben jede Menge warme Worte für den Youngster übrig. „Sein Sprung ins Team überrascht uns nicht", sagt beispielsweise Jannik Vestergaard. „Er hat im Training und bei seinen ersten Einsätzen oft genug bewiesen, welch großartigen Qualitäten er mitbringt. Ich bin mir sicher, dass wir noch viel Freude an ihm haben werden", so der Innenverteidiger über den österreichischen Junioren-Nationalspieler.

Am Mittwochabend verhinderte einzig und allein Timo Horn, dass "Grillo", wie ihn die Teamkollegen nennen, einen rundum perfekten Abend erlebte. Kölns Keeper fischte in jener 73. Minute den Ball noch aus dem linken unteren Eck. Auf sein erstes Pflichtspieltor für Werder muss Grillitsch also noch warten. „Leider habe ich meine Chancen nicht nutzen können, da muss ich mich weiter verbessern", gab er sich deshalb selbstkritisch. Dass Florian Grillitsch das tun wird, da ist man sich beim SV Werder aber einig.

Von Yannik Cischinsky