Fritz' rundum perfektes Jubiläum

Das 300. Bundesliga-Spiel

Gemeinsame Glückseeligkeit: Clemens Fritz und Jannik Vestergaard beglückwünschen sich gegenseitig zum Auswärtssieg "auf Schalke" (Foto: nph).
Profis
Sonntag, 24.01.2016 // 22:08 Uhr

Aus Gelsenkirchen berichten Dominik Kupilas und Yannik Cischinsky

Ein Tor erzielt, zwei Tore vorbereitet, drei Punkte geholt. „Auf Schalke" ging Kapitän Clemens Fritz mit einer bärenstarken Leistung voran. Er führte die Grün-Weißen zum wichtigen Auftaktsieg beim Europa-League-Teilnehmer. „Clemens ist einfach ein echtes Vorbild, der heute einmal mehr grandios gespielt hat", lobte Thomas Eichin den 35-Jährigen. „Er ist ein extrem wichtiger Spieler für uns. Heute war er überragend, hat ein wunderbares Spiel gemacht", ergänzte Claudio Pizarro, der ebenfalls ein Tor beisteuerte.

Vor allem das Alter der beiden Torschützen war in der Mixed Zone nach dem Spiel das Gesprächsthema schlechthin für die anwesenden Journalisten. Schließlich hatte es mit Fritz und Pizarro die beiden aktuell ältesten Torschützen der Bundesligasaison innerhalb eines Spiels gegeben. „Clemens hat eine enorme Fitness für sein Alter und rennt keinen Meter weniger als die jungen Spieler. Auch deshalb kann er so eine Leistung abrufen", konstatierte Eichin. Für einen der Protagonisten selbst war das jedoch wie in der Vergangenheit keine Silbe wert: „Diese Statistiken interessieren mich nicht. Wer welches Alter hat, spielt keine Rolle. Für mich zählt nur der Klassenerhalt", erklärt

Torschütze, Vorlagengeber, Antreiber: Clemens Fritz zeigte "auf Schalke" eine bärenstarke Leistung (Foto: nph)

Erst wenige Tage vor seinem 300. Bundesliga-Spiel am Sonntagabend, das der grün-weiße Kapitän mit Sicherheit noch lange in Erinnerung behalten wird, hatte Fritz sein Karriereende zum Saisonschluss erklärt. „In dieser Form sollte er noch lange weiterspielen, aber leider hört er auf", bedauerte Torschütze Pizarro, der bekanntlich zwei Jahre älter ist als Fritz. Der dritte Torschütze im Bunde, Anthony Ujah, hatte nach dem Schlusspfiff mit einem Augenzwinkern sogar eine noch bessere Idee parat. „Mit solch einem Spiel muss er zur EM nach Frankreich fahren. Er hat das Spiel alleine entschieden. Ich hoffe, dass er seine Entscheidung nochmal überdenkt", so der Nigerianer lachend.

Für Fritz war es das erste Tor seit 115 Spielen. Im August 2011 war Fritz zuletzt erfolgreich, gegen Freiburg - per Kopf. Daran konnte sich der Routinier noch genau erinnern, umringt von den Journalisten. „Schließlich habe ich nicht allzu viele gemacht", schickte er lachend hinterher. Sich mit der eigenen Leistung zufrieden geben, das wollte der Kapitän aber trotz guter Stimmung partout nicht. Nur einen Satz ließ sich der ehrgeizige Mittelfeldakteur entlocken: „Es war sicherlich eins meiner besseren Spiele." Und das, so viel ist sicher, war keine Übertreibung für ein rundum gelungenes Jubiläum.